Toilettenpapier-Test: Mit diesen Rollen sparen Sie täglich Holz & CO2

Unser Toilettenpapier-Test zeigt: Recycling-Toilettenpapier gibt es weich, reißfest und schadstofffrei. Deswegen gibt es keinen Grund mehr für Produkte aus frischem Zellstoff, für den viele Bäume gefällt werden müssen. Welche Klopapiere wir empfehlen, erfahren Sie in unserem Gratis-Test.

 

  • Sechs Toilettenpapiere im Test bewerten wir mit „sehr gut“.
  • Drei schneiden nur mittelmäßg ab, der Rest ist immerhin „gut“.
  • Wechseln Verbraucher zu Recycling-Toilettenpapier schützen sie Lebensräume und tun etwas fürs Klima. Jeder Baum sorgt für weniger C02 in der Atmosphäre, es lassen sich riesige Wassermengen sparen und klimaschädliche Transportwege verkürzen.

Aktualisiert am 10.12.2020 | Rund 134 Rollen Toilettenpapier werden in Deutschland in einem Jahr pro Po verbraucht. Das bedeutet: In jedem Haushalt kommt einiges zusammen. Und damit vernichten wir Millionen Bäume, die notwendig sind, um Zellstoffe für all diese Rollen zu produzieren.

So wird Toilettenpapier hergestellt

Um aus einem Baum zartes, weiches Toilettenpapier herzustellen, ist viel zu tun: Bäume müssen gefällt, zerkleinert und dann so lange in schwefliger Lauge oder Säure ausgekocht werden, bis sich der Zellstoff löst. Aus diesem entsteht dann Toilettenpapier.

Die Herstellung verbraucht enorm viel Energie und sorgt für einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen. Die Folge: Wasser und Luft sind starken Emissionen ausgesetzt. Außerdem ärgerlich: Über 80 Prozent des Zellstoffs, den die Industrie hier verarbeitet, wird importiert. Das bedeutet lange, klimaschädliche Transportwege. 40 Prozent, also fast jeder zweite auf dieser Welt gefällte Baum, landet nach WWF-Zahlen in der Papierindustrie.

Toilettenpapier-Test: 20 Produkte im Vergleich

Ein Großteil der Bäume könnte geschont werden, würden die Verbraucher auf Altpapier statt Primärfasern setzen. Nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation Robin Wood könnte Recyclingpapier den Papierbedarf zu 80 Prozent decken. Und für Toilettenpapier müsste kein einziger Baum mehr gefällt werden.

Erstaunlicherweise besteht nur in etwa jede fünfte verkaufte Toilettenpapierrolle aus Recyclingpapier. Woran liegt das? Ist Recyclingpapier wirklich rauer, unkomfortabler? Ist es mit Schadstoffen belastet? Wir haben es von Profis im Labor überprüfen lassen. Im Toilettenpapier-Test: 17 Mal Recycling-Toilettenpapier und drei Mal Toilettenpapier aus Primärfasern, darunter ein neues Bambuspapier.

Sechs Toilettenpapiere sind Testsieger

Das Ergebnis: Sechs Recycling-Toilettenpapiere im Test können wir mit „sehr gut“ empfehlen, elf weitere bewerten wir immerhin mit „gut“. Im Praxistest überzeugen alle Produkte. Wenn es um die Inhaltsstoffe geht, hat Altpapier einen kleinen Nachteil: Öfter bringt das Papier aus seinem Vorleben halogenorganische Verbindungen mit.

Welches ist das beste Toilettenpapier? Die Testsieger bei ÖKO-TEST im Überblick:

  • Alouette Toilettenpapier Recycling von Rossmann
  • Hakle Recycling Toilettenpapier von Hakle
  • Kokett Recycling Toilettenpapier von Aldi Nord/Aldi Süd
  • Mach Mit Toilettenpapier 100 % Recyclingpapier von Wepa
  • Natuvell Toilettenpapier Recycling von Globus
  • Sanft & Sicher Toilettenpapier Recycling von Dm

Für Klopapier sind viele Bäume fällig

Toilettenpapier landet im Klo und löst sich auf dem Weg zur Kläranlage im Wasser auf. Damit sind die Fasern aus dem Recyclingkreislauf raus. Das liegt in der Natur der Sache, ist aber schade – ganz besonders um die frisch gewonnenen Fasern, für die viele Bäume fällig sind. Denn Primärfasern hätte man – wären sie nicht zu Klopapier verarbeitet worden – noch viele, viele Male recyceln können.

In Europa erlebt eine Faser, die recycelt wird, derzeit etwa dreieinhalb Umläufe. Wäre sogar mehr möglich? Ja. Nach Studien der Technischen Universität Darmstadt sind 25 und mehr Recyclingrunden drin. Und mit jeder Runde spart man nicht nur Holz ein, sondern auch das energieintensive Aufbereiten des Zellstoffs. Die Gewinnung von Recyclingpapier verbraucht nach Zahlen des Umweltbundesamts nur die Hälfte an Energie und nur zwischen einem Siebtel bis zu einem Drittel der Wassermenge.

Aus diesem Grund vergeben wir Minuspunkte für die Verwendung von Primärfasern. Das betrifft Zewa Bewährt und Regina Softis. Weil auch Bambus, der auf einer FSC-zertifizierten Plantage wächst, zu schade ist, um zu Klopapier verarbeitet zu werden, kritisieren wir auch das Toilettenpapier der Marke Pandoo. Der Hersteller bewirbt es als „umweltfreundliche Alternative“ – wir finden aber: Es geht besser.

Toilettenpapier und lange Transportwege

Das getestete Pandoo-Toilettenpapier kommt dort her, wo der Bambus wächst – aus China. Die meisten Rollen im Test wurden aber in Deutschland gefertigt, einige wenige im europäischen Ausland. Auch das verarbeitete Altpapier stammt in der Regel aus der Region oder Nachbarländern. Spannend ist die Frage, woher die Primärfasern in den entsprechenden Produkten stammen.

Die kurzen Fasern, die für die Weichheit des Klopapiers zuständig sind, stammen nämlich häufig aus brasilianischem Eukalyptus. Im Zewa Bewährt Toilettenpapier allerdings stecken laut Hersteller Buche und Fichte. „Zertifizierte Durchforstungs-, Rest- und Sägeresthölzer, überwiegend aus der Umgebung unseres Werks“, schreibt Essity Germany. Und bei Regina Softis Toilettenpapier? Wir warten noch immer auf eine vollständige schriftliche Antwort.

Alle Klopapiere überzeugen im Praxistest

Toilettenpapier soll weich zur Haut, saugfähig und reißfest sein. Zudem sollte sich Blatt für Blatt gut und ohne Gefledder abreißen lassen können. Das Ergebnis unserer Praxisprüfungen ist eindeutig: Sowohl Recycling-Toilettenpapier als auch Klopapier aus Primärfasern ist „gut“.

In Sachen Weichheit stach ein Produkt eindeutig heraus: das Pandoo Bambus Toilettenpapier. Das Papier ohne Prägung schmeichelte wie kein anderes den Händen der Tester. Was die Weichheit der anderen Primärfaserpapiere im Test angeht: Hier können etliche Recyclingprodukte locker mithalten.

Enthalten Toilettenpapiere im Test Schadstoffe?

Was ist ansonsten aufgefallen? In elf Toilettenpapieren im Test beanstanden wir halogenorganische Verbindungen, die sich vor allem in der Umwelt anreichern. Das betrifft überwiegend Recyclingrollen. Die halogenorganischen Verbindungen werden vermutlich über das Altpapier eingebracht – das zuvor womöglich mit Chlorverbindungen gebleicht oder mit anderen Chemikalien bearbeitet worden war.

Aus dem Altpapier stammen wohl auch die Restspuren optischer Aufheller, die in fast allen Recyclingrollen gefunden wurden; für diese vergeben wir allerdings in Recyclingprodukten keine Minuspunkte.

Recycling-Toilettenpapier ist die bessere Wahl

Wir haben Tipps für Sie gesammelt:

  1. Verwenden Sie Toilettenpapier aus 100 Prozent Recyclingpapier. Holz, Wasser und Energie sparen? Viel einfacher gehtʼs kaum.
  2. Der Blaue Engel stellt höchste Ansprüche an Recycling-Papierprodukte. Neben Klopapier gibtʼs auch Taschentücher, Küchenkrepp und mehr.
  3. Kein Recyclingprodukt im Regal, und es ist richtig, richtig dringend? Dann ist FSC-zertifiziertes Papier das Produkt der Wahl. Aber wirklich nur dann!

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