Jemand liest einen Artikel bei Facebook auf seinem Smartphone: Das Teilen fremden Contents in den sozialen Netzwerken hat viele Vorteile für Vertriebler.

Social Media: Wie Makler das Teilen fremder Artikel für sich nutzen können

Ein Versicherungsmakler meinte neulich sinngemäß zu unserem Kolumnisten Wladimir Simonov, dass das Teilen von irgendwelchen fremden Links in den sozialen Netzwerken doch eh nichts bringe. Doch stimmt das wirklich? Dieser Frage widmet sich der Digitalisierungs-Experte in seiner neuen Kolumne.

Ein Versicherungsmakler meinte die Tage sinngemäß, dass er mittlerweile wisse, dass das Teilen von irgendwelchen fremden Links eh nichts bringe. Doch stimmt das wirklich?

Best Practice: Hans Steup von Versicherungskarrieren.de und ebenfalls Kolumnist bei Pfefferminzia teilt bis zu fünf Mal täglich interessante Artikel als Eigenmarketing und Content-Vorlage für Versicherungsvermittler. Diese und ähnliche Artikel mit Mehrwert sind häufig „Evergreens“ (= zeitlos) und haben meistens für Unternehmer aller Branchen einen Mehrwert. Also profitiert seine Zielgruppe nicht nur von dem Wissen oder den Tipps aus den Artikeln, sondern kann diese direkt 1:1 an ihre Zielgruppe weiterteilen.

Wie kannst auch Du davon profitieren?

Linkstrategie #1: Einfach alles teilen, was für Deine Zielgruppe relevant sein könnte – mit einer persönlichen Ergänzung wie „In diesem Artikel von Philip Wenzel erfährst Du alles über BU-Berufsgruppen, aber wie Du persönlich davon profitierst erfährst Du bei mir!“

Vorteil Nummer 1:

Auch wenn die Artikel von jemand anderem stammen, nehmen die Leser DICH als Experten wahr (wie übrigens eine vernünftige Erstinformation aussehen sollte, erfahren Sie hier). Im Internetz steht doch überall so viel Mist, da ist Deine persönliche professionelle Meinung Gold wert. Du als Profi hast diesen Artikel gefunden, auf Richtigkeit geprüft und empfohlen. Was will ich als Laie denn mehr?

Außerdem stärkt das bei Deiner Zielgruppe in kleinen Schritten die sogenannte Expertenvermutung, denn wenn Du viele echte Experten – also Autoren der jeweiligen Artikel – kennst oder diesen Anschein erweckst, bist Du wahrscheinlich auch ein Experte.

Vorteil Nummer 2:

Die meisten Leute kennen Dich und Dein Unternehmen nicht wirklich und haben auch keine Zeit, um Deine oder andere Artikel zu lesen. Sie sind in den sozialen Netzwerken vorrangig privat unterwegs um mit ihren Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben  (oder weil sie schlaflose Nächte haben. Wie Sie das ausnutzen können? Hier lesen Sie es). Sie scannen maximal die Überschrift und das Vorschaubild der Artikel, mit viel Glück klicken sie auf den Artikel und scannen auch diesen (deshalb haben erfolgreiche Artikel fast immer Bulletpoints/Zwischenüberschriften an denen sich die Leser „entlanghangeln“).

Die wenigsten lesen den kompletten Text und haben die Muße oder die Zeit, ihn auch durchzudenken. Und selbst die, die sich den Artikel für später speichern, vergessen diesen sehr schnell für immer auf ihrem Lesezeichen-Friedhof. Was aber nachhaltig hängenbleibt: „Der/Die macht was mit <DeinGeschäft> und gibt immer gute Tipps. Wenn ich mal was brauchen sollte, könnte ich den ja fragen!“ Jackpot, denn nichts anderes wolltest Du erreichen.

Vorteil Nummer 3:

Du sparst Dir einen Haufen Zeit und Arbeit, denn nicht jeder kann jede Woche 10.000 Zeichen raushauen. Lass es andere tun und pick Dir das Beste davon für Deine Zielgruppe heraus. Dein Ergebnis wird nicht viel anders sein als wenn Du alles selbst produziert hättest. Klar, wenn Du den Traffic auf die Seite Deines direkten Mitbewerbers schickst, wird auch bei ihm was hängenbleiben. Aber Dein Ergebnis wird deutlich besser sein als wenn Du weiter nichts teilst.

Die Beobachtung ist nämlich, dass die meisten Unternehmer in einem Kreislauf gefangen sind: Ich habe keine Zeit/Lust/ Muße/Idee/Fertigkeiten/… für eigenen Content, deshalb teile ich auch nichts und bekomme auch keine Anfragen. Weil ich keine Anfragen bekomme, habe ich keine Zeit/Lust/Muße/Idee/Fertigkeiten/… Klar, erzielst Du die besten Ergebnisse mit eigenem heißen Content. Aber auch mittelmäßige Ergebnisse sind besser als gar keine.

Übrigens, viele haben den folgenden Denkfehler bezüglich fremder Links, der sie vom Teilen abhält: „Wenn ich sowas meinen Kunden schicke, könnte er ja abwandern.“ Zum einen: Willst Du tatsächlich so „treue“ Kunden behalten, die nur aufgrund eines coolen Artikels fremdgehen?

Zum anderen: Ist es nicht deutlich besser, den Kunden vorher positiv zu „framen“ (indem man den fremden Artikel in einen übergeordneten Kontext stellt, ergänzt oder einfach als seinen eigenen Mehrwert verpackt), als wenn der Kunde selbst mal bei einer zufälligen Internet-Recherche darauf stößt und sich fragt, ob das sein Berater überhaupt weiß oder bei der Beratung bedacht hat?

Verwalten, tracken, analysieren und mehr

Linkstrategie #2: Du kannst mit Link-Shortener-Tools wie Replug.io die von Dir empfohlenen Links nicht nur verwalten, tracken und analysieren. Du kannst auch eigenes Branding und eigene Call-To-Actions auf fast jeder fremden Seite platzieren und Likes, Newsletter-Abos, Anfragen, Feedback und vieles mehr einsammeln.

Ferner kannst Du damit jedem (erst einmal anonymen) Klicker/Leser einen Marketing-Pixel* anhängen und laserschwertpräzises Remarketing betreiben. Die Logik dahinter: „Wer Deine (geteilten) Artikel anklickt, hat auch grundsätzlich Interesse an Deinem Geschäft und ist eher geneigt, etwas zu kaufen, als jemand den Deine Artikel nicht die Bohne interessieren.“ Die Vorteile und schier unbegrenzten Möglichkeiten dieser Strategie muss ich wohl nicht erklären.

Also, keine Angst vor fremdem Content! Teilen macht Spaß und bringt mit der richtigen Strategie satte Mehrwerte trotz höchster Zeit- und Kosteneffizienz.

*Der Einsatz von Marketing-Pixeln ist im Zeitalter der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) juristisch umstritten.

Vielen Dank an die Pfefferminzia