Kampagnenstart der Verbraucherallianz aus BdV, vzbv und Finanzwende mit Protestaktion vor dem Bundeskanzleramt für einen Neustart nach Riester

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  • Verbraucherallianz aus BdV, vzbv und Finanzwende fordert das Ende der Riester-Rente, genau 20 Jahre nach ihrem Start.
  • Die drei Organisationen protestieren am Dienstag, den 11. Mai, um 10.30 Uhr vor dem Bundeskanzleramt mit der gemeinsamen Aktion „Stoppt die Riester-Rente – sonst sehen wir alt aus“ und rufen zur Unterschrift einer Petition auf.
  • Die Allianz fordert von den Kanzlerkandidaten der Parteien ein klares Bekenntnis zum Neustart der privaten Altersvorsorge.

Eine Verbraucherallianz aus Bund der Versicherten, Bürgerbewegung Finanzwende und Verbraucherzentrale Bundesverband fordert: Schluss mit der teuren und unrentablen Riester-Rente! Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher ergänzend zur gesetzlichen Rente kapitalgedeckt sparen sollen, dann muss dafür gesorgt werden, dass jeder gesparte Euro effizient eingesetzt wird. Das Bündnis fordert einen Neustart für die private Altersvorsorge und startet eine Kampagne, die sich an die Kanzlerkandidaten der politischen Parteien richtet: Stoppt die Riester-Rente – sonst sehen wir alt aus.

Die drei Organisationen fordern die Spitzenkandidaten für das Kanzleramt auf, gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode die Riester-Rente zu beenden. Es gilt einen Neuanfang vorzubereiten, bevor es für viele Menschen zu spät ist:

  • Schlussstrich: Die Riester-Rente muss beendet werden. Dafür braucht es ein klares und unmissverständliches Bekenntnis der Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl.
  • Qualitätsversprechen: Für eine funktionierende Altersvorsorge – ergänzend zur gesetzlichen Rente – müssen sich die Parteien für eine günstige und einfache Zusatzvorsorge stark machen. Die Organisationen der Verbraucherallianz treten für die Einführung eines öffentlich organisierten Vorsorgeangebots ein.
  • Vertrauensschutz: Laufende Riester-Verträge müssen Vertrauensschutz genießen und weiter wie bisher gefördert werden. Verbraucher müssen auf eigenen Wunsch und kostenfrei aus ihren Riester-Verträgen in ein neues System wechseln können.

Gerhard Schick, Bürgerbewegung Finanzwende: „Die Riester-Rente ist gescheitert. 20 Jahre lang wurde damit Rentenpolitik für die Versicherungslobby gemacht. Jetzt muss Schluss sein. Es braucht ein einfaches und kostengünstiges Vorsorgeangebot für die Bürger.“

Axel Kleinlein, Bund der Versicherten: „Die Versicherungswirtschaft hat mit hohen Kosten und unfair kalkulierten Lebenserwartungen die Riester-Rente zum Desaster geführt. Ineffizient, intransparent und handwerklich schlecht umgesetzt ist die Riester-Rente am Unvermögen der Versicherer gescheitert.“

Klaus Müller, Verbraucherzentrale Bundesverband: „Die Riester-Rente wurde zwanzig Jahre lang reformiert. Mittlerweile ist klar, sie ist nicht reformierbar. Konsequenz muss sein, sie abzuschaffen. Wir brauchen endlich einen Neuanfang zugunsten der Verbraucher.“

Unterschriften für einen Neustart der privaten Altersvorsorge

Zudem ruft das Bündnis zur Beteiligung an einer Petition auf. Mit ihrer Unterschrift können Bürger ihre Unzufriedenheit mit den derzeitigen Vorsorgeprodukten zum Ausdruck bringen. Der Appell an die Kanzlerkandidaten: Wenn der Staat will, dass seine Bürger ergänzend zur gesetzlichen Rente privat vorsorgen, muss er ein kostengünstiges, einfaches und rentierliches Vorsorgeangebot bereitstellen.

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Hintergrund: Am 11. Mai 2001 wurde im Deutschen Bundestag das Altersvermögensgesetz beschlossen und damit der Weg für die mit Steuermitteln subventionierte Altersvorsorge freigemacht. Verbraucher sollen seitdem ergänzend zur gesetzlichen Rentenversicherung privat über den Kapitalmarkt vorsorgen. Versprochen wurden überschaubare Kosten und ordentliche Renditen. Anreize fürs Mitmachen wurden mit der Riester-Förderung gesetzt.

Die Einführung der Riester-Förderung im Jahr 2002 wirkte auf Seiten der Versicherer und Vertriebe als gewaltiges Konjunkturprogramm. Zwar wurden bislang mehr als 16 Millionen Riester-Verträge verkauft. Doch Verbraucher sind mit Verträgen konfrontiert, die häufig teuer und unrentabel sind. Fast die Hälfte dieser Vorsorgesparer haben ihre Verträge stillgelegt oder zahlen so wenig ein, dass sie nicht die volle staatliche Zulage bekommen. Für die eigentliche Altersvorsorge der Menschen bleibt oftmals zu wenig übrig.

2021-05-10_Positionspapier_Verbraucherallianz_FINAL