Ries­ter-Rente kün­di­gen: Sinn­voll oder nicht?

Wer seine Riester-Rente kündigen möchte, sollte penibel nachrechnen. Es drohen empfindliche finanzielle Verluste – und Lücken im Alter. Was Sparer bei einer Kündigung beachten sollten.

Zu teuer, zu kompliziert, zu unrentabel: Die Liste der Kritikpunkte an der Riester-Rente ist lang. Von diesen Kritikpunkten sollte man sich aber nicht verunsichern lassen. Die Kritik ist in den meisten Fällen unberechtigt. Entsprechend ist es auch nicht überraschend, dass Riester in den vergangenen 20 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge in Deutschland geworden ist. Mit mehr als 16 Millionen abgeschlossenen Verträgen ist die Riester-Rente sogar die weltweit erfolgreichste freiwillige staatlich geförderte Altersvorsorge.

Keine andere Form der Altersvorsorge fördert Geringverdiener und Familien so zielgerichtet wie die Riester-Rente. Vier von zehn Zulagenempfängern verdienen weniger als 20.000 Euro im Jahr. Gerade für diesen Personenkreis ist die staatliche Förderung unschlagbar attraktiv: So bekommt beispielsweise eine alleinerziehende Riester-Kundin mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro bereits für einen Mindesteigenbeitrag von 60 Euro pro Jahr für sich und die beiden Kinder insgesamt 775 Euro Zulagen pro Jahr zusätzlich auf ihrem Vertrag gutgeschrieben.

Wer nun aber über eine Kündigung seines Riester-Vertrags nachdenkt, der sollte unbedingt beachten, dass dies erhebliche negative Folgen mit sich bringt. Es gilt wie immer im Leben auch hier: Nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. Aber der Reihe nach.

 

 

Was gilt prinzipiell bei der Kündigung einer Lebens- oder Rentenversicherung?

Eine Riester-Rentenversicherung ist eine Lebensversicherung. Gut zu wissen für Kunden: In der Lebensversicherung ist die Kündigung durch den Versicherer nicht möglich. Da Lebensversicherungsverträge langlaufende Verträge sind und Kunden geschützt werden sollen, sind solche Kündigungen durch Versicherungsunternehmen gesetzlich nicht erlaubt. Gleiches gilt auch für private Rentenversicherungen.

Versicherungsnehmer, also die Kunden, können eine Kündigung hingegen jederzeit aussprechen. Die Kündigung einer Lebens- oder Rentenversicherung sollte jedoch immer die letzte Option sein, weil dadurch nicht nur der Versicherungsschutz und alle erworbenen Ansprüche verloren gehen. Bei Riester kostet die Kündigung auch die Förderung.

 

Welche Konsequenzen hat die Kündigung eines Riester-Vertrags?

Die staatliche Förderung geht bei einer Kündigung der Riester-Rente verloren. Wer kündigt, sollte also beachten, dass alle gewährten Zulagen und Steuervorteile an den Staat zurückgezahlt werden müssen.

Hintergrund: Der Staat will den Aufbau der privaten Altersvorsorge nur dann steuerlich unterstützen, wenn sichergestellt ist, dass im Alter aus dem eingezahlten Kapital nebst Zulagen eine lebenslange Rente ausgezahlt wird. Diese elementare Spielregel wird nicht beachtet, wenn der Vertrag gekündigt wird und es zur Auszahlung des Guthabens kommt. Das Ziel, seine persönliche Versorgungslücke zu reduzieren, wird nicht mehr verfolgt. Deshalb müssen entsprechend der gesetzlichen Vorgaben Riester-Kunden im Fall der Kündigung insbesondere die Förderung an den Staat zurückzahlen. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer „schädlichen Verwendung“.

Eine Riester-Kündigung hat häufig noch weitere Konsequenzen:

  • Der Pfändungsschutz für Altersvorsorge entfällt. Gläubiger können auf das ausgezahlte Vermögen zugreifen.
  • Normalerweise ist die geförderte Altersvorsorge auch im Fall von längerer Arbeitslosigkeit davor geschützt, vorzeitig verbraucht werden zu müssen („Hartz-IV-sicher“). Nach der Kündigung gilt das für das ausgezahlte Vermögen nicht mehr.
  • Unter Umständen können Steuern auf einen Teil des ausgezahlten Guthabens anfallen, wenn der Sparer nach Abzug der Zulagen sowie der Abschluss- und Verwaltungskosten im Plus ist.

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Welche besseren Alternativen gibt es zur Kündigung?

Lebens- und Rentenversicherer bieten seit je her unterschiedliche Möglichkeiten an, die monatlichen Beiträge für langlaufende Altersvorsorge-Verträge anzupassen bzw. zu reduzieren. Bevor sie kündigen, sollten Riester-Sparer aus eigenem finanziellem Interesse eine dieser Möglichkeiten erwägen. Dabei sollten sie sich aber beraten lassen, da es ggf. durch eine Beitragsreduzierung zu einer Kürzung oder sogar einem Verlust der künftigen steuerlichen Förderung kommen kann.

 

Beitragsfreistellung

Wird der Riester-Vertrag beitragsfrei gestellt, erhält der Kunde zwar keine Förderung mehr. Die bereits erhaltenen Zulagen und Steuervergünstigungen gehen aber nicht verloren. Das eingezahlte Kapital wird zudem weiterhin verzinst und ist deshalb die beste Alternative zur Kündigung. Ein weiteres Plus: Der Vertrag kann jederzeit fortgeführt werden.

Eine Versicherung beitragsfrei zu stellen bedeutet, dass der Versicherer den Rückkaufswert nicht auszahlt und die Versicherung grundsätzlich bestehen bleibt. Allerdings verringern sich Risikoschutz und Versicherungssumme. Möglich ist eine Beitragsfreistellung frühestens nach zwei bis drei Jahren Laufzeit der Versicherung.

Der Nachteil dabei: Grundsätzlich gefährdet jede Beitragsfreistellung die ursprünglich geplante Alterssicherung. Heißt konkret: Riester-Kunden müssen sich bei einer Beitragsfreistellung auf weniger Geld im Alter einstellen.

 

Beitragsstundung

Eine Beitragsstundung kommt in Frage, wenn der Kunde vorübergehend einen finanziellen Engpass hat. Viele Versicherungsunternehmen sind bereit, die Beiträge für einen Lebensversicherungsvertrag zu stunden. Das heißt, der Kunde kann seine Zahlungen aufschieben. Üblich ist die Stundung der Beiträge für ein halbes Jahr. Aber Achtung: Die steuerliche Förderung ist von den geleisteten Jahresbeiträgen abhängig. Führt eine Beitragsstundung dazu, dass letztlich in einem Jahr kein Beitrag gezahlt wird, dann gibt es für dieses Jahr auch keine steuerliche Förderung.

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