Reiswaffeln im Test: Krebsverdächtige Stoffe in beliebtem Kindersnack

Schon seit Jahren kritisiert ÖKO-TEST Arsen in Reiswaffeln, die als Snack für Babys und Kinder sehr beliebt sind. Mittlerweile gibt es zwar Grenzwerte, doch Arsen haben wir auch in diesem Test wieder in Reiswaffeln gefunden. Und das ist nur eines von fünf Problemen.

  • Im Test: Reiswaffeln für Säuglinge und Kleinkinder sowie „normale“ Reiswaffeln.
  • Nur zwei Produkte sind empfehlenswert: Eines ist „sehr gut“ und ein weiteres immerhin „gut“.
  • Arsen, Cadmium, Acrylamid, das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 und Mineralölbestandteile sind Probleme im Test.

Krebserregendes Arsen im beliebten Kleinkindersnack Reiswaffel: ÖKO-TEST hat auf dieses Problem schon 2009 aufmerksam gemacht. Und 2012. Ein gesetzlicher Grenzwert kam erst 2016. Wir testeten erneut, und die Produkte waren sogar noch stärker belastet als 2012.

Und heute? Nach unseren aktuellen Analysen von kleinen und großen Reiswaffeln mit und ohne Fruchtgeschmack müssen wir feststellen: Das ist immer noch nichts, was man Kindern unbeschwert geben mag. Wegen Arsen und weiteren bedenklichen Stoffen fallen 11 von 20 Reiswaffeln durch. Nur je ein Produkt bringt es auf ein „sehr gut“ beziehungsweise „gut“.

Für Kinder und Erwachsene: Reiswaffeln im Test

Erstaunlich: In den Regalen für Babys und Kleinkinder haben wir nur noch Reiswaffeln mit Fruchtgeschmack gefunden. Wer seinem Kind eine pure Reiswaffel ohne Fruchtkonzentrat geben möchte, muss also zu den großen Waffeln greifen.

Das dürften viele Eltern auch tun. Deshalb haben wir auch an die großen Reiswaffeln die gleichen strengen Maßstäbe angelegt und uns in der Bewertung an Grenzwerten orientiert, die für Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder gelten.

Bedenkliche Inhaltsstoffe in Reiswaffeln im Test

Im Test sind wir auf fünf Probleme gestoßen:

  1. Arsen
  2. Cadmium
  3. Acrylamid
  4. das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1
  5. Mineralölbestandteile

Und wir kommen nun genauer auf sie zu sprechen. Ob groß, ob klein: In allen Reiswaffeln hat das beauftragte Labor anorganisches Arsen nachgewiesen. Das lässt sich erklären. Arsen ist Bestandteil der Erdkruste. Reispflanzen nehmen viel davon auf. Doch in einem Snack für Babys sollte so wenig wie möglich davon stecken.

Erhöhtes Krebsrisiko durch anorganisches Arsen

Einen speziellen Grenzwert für Reiswaffeln für Säuglinge und Kleinkinder gibt es nicht. Wir haben uns bei der Bewertung deshalb an dem Grenzwert orientiert, der für Reis gilt, aus dem Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder hergestellt werden.

In sieben Reiswaffeln im Test liegt der gemessene Arsengehalt, bezogen auf den Reisanteil, über diesem Wert. Das bewerten wir als „stark erhöht“. Zehn Produkte schöpfen ihn zu mehr als der Hälfte aus.

Bisher ist keine Aufnahmemenge an anorganischem Arsen bekannt, die langfristig nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen könnte.

Giftiges Cadmium in Reiswaffeln entdeckt

Wie Arsen steckt auch das Schwermetall Cadmium natürlicherweise im Boden und wird durch menschliche Umweltverschmutzung eingetragen. Das Labor hat es in fünf Produkten nachgewiesen: Dreimal bewerten wir die Gehalte als „erhöht“, zweimal waren sie nach unserer Auffassung „stark erhöht“.

Cadmium ist giftig für die Nieren und steht unter anderem im Verdacht, fortpflanzungsschädlich zu sein. In einem Produkt hat das beauftragte Labor zudem giftiges Blei gefunden.

Acrylamid und Schimmelpilzgift in Reiswaffeln

Neben Arsen erhöht auch Acrylamid potenziell das Krebsrisiko, so schätzt es die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zumindest anhand von Daten aus Tierversuchen ein. Während die Babyreiswaffeln nur Spurengehalte aufwiesen, sehen wir die Werte in vielen der „normalen“ Reiswaffeln kritisch – vor allem mit Blick auf Kleinkinder als häufige Konsumenten. Acrylamid entsteht beim starken Erhitzen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln.

Nun zu Problem Nr. 4: In zwei getesteten Produkten steckte das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1. Aflatoxine können unter anderem das Erbgut schädigen. Akut giftige Konzentrationen werden in den beiden Produkten zum Glück nicht erreicht.

Kritik an Mineralöl in Reiswaffeln im Test

Auch auf Mineralölbestandteile ist das von uns beauftrage Labor gestoßen.

  • Zweimal kritisieren wir aus unserer Sicht „leicht erhöhte“ Gehalte an MOSH. Sie reichern sich an und sind die größte Verunreinigung im menschlichen Körper.
  • In einem dieser beiden betroffenen Produkte sind zusätzlich MOAH enthalten. Zu dieser Stoffgruppe gehören auch krebserregende Verbindungen.

Zuckergehalte in Reiswaffeln sind moderat

Auf den Verpackungen der kleinen Reiswaffeln sind Himbeeren oder lachende Äpfel abgebildet, selbst Gemüse kommt vor in Form von Möhren. Davon müssen Eltern sich nicht weiter beeindrucken lassen. Denn mit den rosa und gelben Reiswaffeln gelangen nicht richtiges Obst und Gemüse ins Kind, sondern lediglich süßende Saftkonzentrate. Immerhin sind aber die Zuckergehalte moderat.

14 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält das süßeste Produkt im Test. Zum Vergleich: Gummibärchen bestehen zu 46 Prozent aus Zucker. Da die Packung Reiswaffeln insgesamt gerade mal 35 Gramm wiegt, müsste ein Kleinkind davon selbst nach der strengsten Vorgabe der WHO schon mehr als zwei komplett aufessen, bevor es seine Zuckerhöchstmenge intus hätte.

Eine getarnte Süßigkeit sind die getesteten Babyreiswaffeln also nicht. Aber der Blick in die Nährwerttabelle lohnt: Im Handel gibt es auch „Joghurt“-Reiswaffeln, die zu einem Drittel aus Zucker sind.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Quelle: Ökotest

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