Neurodermitis-Creme im Test: Welche Lotionen schonend pflegen

Es braucht eine schonende Pflege ohne Problemstoffe, wenn die Haut trocken und gereizt oder gar betroffen von Neurodermitis ist. Unser Test zeigt: Das bieten viele, aber nicht alle Produkte, die in den Verkaufsregalen zu finden sind. Auffällig: Einige teure Marken fallen durch.

  • Wir haben 21 kosmetische Lotionen zur Basispflege bei Neurodermitis getestet. Fünf sind mit „sehr gut“ empfehlenswert.
  • Weil sie mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durchfallen, raten wir von einigen Neurodermitis-Cremes im Test ab.
  • PEG-Verbindungen, Silikone und Paraffine: Wir sind auf Inhaltsstoffe gestoßen, die nicht unbedingt hautfreundlich sind. Ein Produkt ist mit Mineralöl belastet.

Ein wichtiger Baustein der Therapie gegen das Jucken und Brennen bei Neurodermitis ist gute Pflege. Die Hautkrankheit, die in der Fachsprache „atopische Dermatitis“ heißt, tritt meistens schon im Säuglings- oder Kleinkindalter auf, manchmal aber auch später. Die natürliche Barrierefunktion der Haut ist gestört.

Basistherapie nennen Dermatologen das regelmäßige Eincremen der Haut. Bei Kosmetika speziell für Kinder mit Neurodermitis oder Neurodermitis-Veranlagung ist es natürlich extra wichtig, dass sie frei von bedenklichen und umstrittenen Inhaltsstoffen ist.

Neurodermitis-Cremes im Test: Fünf sind „sehr gut“

Fünf Lotionen in unserem Test sind mit „sehr gut“ rundum empfehlenswert. Besonders positiv: Keins der überprüften Produkte enthält problematische Konservierungsmittel, die ihrerseits Allergien auslösen oder unter dem Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken.

Allerdings gibt es auch Basispflegen, die enttäuschen. So fallen drei namhafte Markenprodukte mit „mangelhaft“ und eine Lotion mit „ungenügend“ durch.

Doch beginnen wir von vorn. Hauptaufgabe der Basistherapie ist, die Haut mit Feuchtigkeit und Fett zu versorgen. So kann eine hautpflegende Lotion, die zum individuellen Hautzustand passt, oft schon gegen Juckreiz helfen oder ihm vorbeugen. Fette und Wachse bilden einen dünnen Schutzfilm.

Doch was steckt dafür in den Produkten? Da der Harnstoff (Urea) für Kinder unter zwei Jahren nicht geeignet ist, steckt dieser nur in einem Produkt im Test in geringer Konzentration. Er wird in Kosmetik eingesetzt, weil er sehr gut Feuchtigkeit binden kann. Die Hersteller der Neurodermitis-Cremes in diesem Test setzen andere Feuchthaltemittel wie Glycerin ein.

Verschiedene pflanzliche Öle wie Nachtkerzensamen- und Sonnenblumenöl liefern Lipide, die dem Aufbau der Hautbarriere dienen. Panthenol und Bisabolol können die Haut beruhigen. Wichtig: Bei stärkeren Entzündungen der Haut einen Arzt zu Rate ziehen. Er kann dann eine Creme mit einem antientzündlichen Wirkstoff verschreiben, die als Arzneimittel zugelassen ist.

Neurodermitis-Creme sollte Haut schonend pflegen

Pflege für Kinder und Erwachsene mit rauer Haut oder Neurodermitis muss möglichst schonend sein. Das bedeutet auch, dass sie frei von problematischen Inhaltsstoffen sein sollte. Das ist aber nicht immer der Fall.

In fünf der Pflegelotionen im Test kritisieren wir PEG-Verbindungen, weil solche Stoffe die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. Diese werden häufig als Emulgatoren eingesetzt, um fettige und wasserlösliche Komponenten zu verbinden.

Problematische Inhaltsstoffe entdeckt  

Neben PEG-Verbindungen sind wir im Test auf Silikone und Paraffine gestoßen. Wir nehmen für beides Notenabzug vor, weil sich die erdölbasierten Stoffe nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut einfügen wie natürliche Fette.

Paraffine sind zudem häufig mit aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) verunreinigt. Tatsächlich hat das von uns beauftragte Labor MOAH in einer Lotion gefunden. MOAH haben aus unserer Sicht in Kosmetik nichts verloren, denn zu der Stoffgruppe können auch krebserregende Verbindungen gehören.

Wie steht’s um Duftstoffe in Neurodermitis-Cremes?

Und wie sieht es mit Duftstoffen in den Rezepturen aus? Drei Produkte enthalten Parfüm. Besonders stark allergene Duftstoffe, die aus unserer Sicht aus Vorsorgegründen in Kosmetik gar nicht zum Einsatz kommen sollten, sind aber nicht dabei.

Bleibt die Frage, ob es in Neurodermitiker-Pflege überhaupt Parfüm braucht: Ja, wenn ein angenehmer Duft etwa darüber entscheidet, einem Kind das häufige Eincremen erträglich zu machen. Und nein, wenn schon ein Hang zu Duftstoffallergien bekannt ist.

Kritik an Plastik in Rezepturen der Pflegelotionen 

Synthetische Polymere gehören aus unserer Sicht aus Umweltgründen nicht in die Rezeptur von Neurodermitis-Cremes. Dabei handelt es sich um flüssige Kunststoffverbindungen, die schwer abbaubar sein können. Sie belasten die Umwelt, in die sie mit dem Klärschlamm eingetragen werden. Wir bemängeln synthetische Polymere in elf Lotionen.

Ebenfalls rückständig in Sachen Umweltschutz ist unserer Meinung nach, dass uns nur einer von 20 Herstellern im Test angegeben hat, recycelten Kunststoff in der Verpackung einzusetzen. Mit Dokumenten belegen konnte er es leider nicht.

Neurodermitis an Ellenbogen, Hand & Co.: Wissenswertes 

Kostenerstattung für die Basispflege bei Neurodermitis?

  • Während Erwachsene und die Eltern von betroffenen Jugendlichen selbst für die Kosten der Basispflege bei Neurodermitis aufkommen müssen, bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung für Kinder bis zu 12 Jahren zumindest ärztlich verordnete Salben oder Lotionen, die ein fertiges Arzneimittel sind oder die in der Apotheke als Arzneimittel-Rezeptur angerührt werden. Basispflege-Kosmetika wie die Produkte im Test sind nicht erstattungsfähig.
  • Unbedingt sinnvoll sind Neurodermitis-Schulungen, in denen Eltern, Kinder und Jugendliche unter anderem lernen, Schübe auslösende Faktoren zu meiden. Viele gesetzliche Kassen und Versicherungen übernehmen hierfür Kosten. Am besten vorher nachfragen.

Bild und Textquelle: ÖKO – Test

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