Rating von Versicherungs- und Finanzprodukten

M&M Belastungstest und LV-Rating: Die Branche ist stabil

Peter Schneider, Geschäftsführer von Morgen & Morgen: “Die Lebensversicherer sind wirtschaftlich stabil.”

Trotz schwieriger Situation am Kapitalmarkt halten sich die deutschen Lebensversicherer verhältnismäßig gut. Das zeigen das aktuelle Rating LV-Unternehmen und der Belastungstest von Morgen & Morgen.

Allianz, Alte Leipziger, Debeka, Deutsche Ärzteversicherung, Europa, Hannoversche, Ideal R+V und WGV heißen die Gewinner des neuesten M&M LV-Unternehmensratings. Alle neun Versicherer haben in dem jüngsten Test ein „Ausgezeichnet“ und fünf von fünf möglichen Sternen erhalten.

Weniger blendend zeigen sich beim Unternehmensrating dagegen die Barmenia, die Landeslebenshilfe, die Öffentliche Lebensversicherung Berlin, die Provinzial Nordwest sowie die Rheinland Versicherung. Alle fünf Gesellschaften bekommen von dem Analysehaus nur einen Stern, sehr schwach.

Das M&M Rating LV-Unternehmen bewertet, wie sich eine Gesellschaft langfristig am Markt behauptet. Dabei werden Aussagen über Kosten, Sicherheitspolster, Erträge sowie die Marktstellung getroffen. Im diesjährigen Rating erreichen neun der 65 Versicherer eine ausgezeichnete Bewertung mit fünf Sternen und zehn Gesellschaften eine sehr gute Bewertung mit vier Sternen.

Anders stellt sich dagegen die Situation da, wenn der ergänzende M&M Belastungstest hinzugezogen wird. Hier zeigt sich dann, dass die Unternehmen der Branche weitgehend stabil aufgestellt sind. Der Test bewertet, wie die finanzielle Stabilität sowie die Eigenkapitalunterlegung eines Versicherers im Hinblick auf eine mögliche Krise ausgerichtet ist.

Grundlage des Tests ist die Solvency II-Bedeckungsquote und weitere vom Versicherer zur Verfügung gestellte Daten. Alle 48 teilnehmenden Versicherer haben den Test bestanden und über 50 Prozent davon mit der Bewertung „ausgezeichnet“.

“Die Lebensversicherer sind wirtschaftlich stabil und flexibel genug, um in schwierigen Zeiten bestehen zu können“, stellt Peter Schneider, Geschäftsführer von Morgen & Morgen, das Gesamtzeugnis für die Branche aus.

Das ist bemerkenswert, denn die Kapitalmarktsituation strapaziert die Lebensversicherer in Teilen deutlich. Insbesondere die hohen Aufwände für die Zinszusatzreserve haben die Unternehmen zunehmend die Luft genommen. Im vergangenen Jahr ist diese Zinszusatzreserve um 30 Prozent auf über 50 Milliarden Euro angestiegen.

Während die Aufwände für die Zinszusatzreserve 2016 noch bei 32 Prozent der Zinserträge lagen, machen sie 2017 rund 37 Prozent aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 betrugen sie 23 Prozent. Dieser Aufwand ist gleichbedeutend mit einer theoretischen Verminderung der Nettoverzinsung um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte.

„Der Anstieg der Zinszusatzreserve belastet die Branche immens. Durch die geplante Erleichterung bei der Zinszusatzreserve wird die Situation aber künftig entschärft“, so Schneider. Mit der so genannten Korridormethode soll der Aufbau der Zinszusatzreserve langsamer und gleichmäßiger erfolgen. (dr)

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