Das M&M Rating KV-Unternehmen zeigt stabile Private Krankenversicherer (PKV). Zwei Versicherer konnten sich von vier auf fünf Sterne verbessern. Die unterschiedlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen aktuell noch wenig Einfluss. Das PKV-Zusatzgeschäft entwickelt sich zunehmend stark, während das PKV-Vollgeschäft weiterhin einen leichten Rückgang verzeichnet.

Die Geschäftsberichte der KV-Versicherer zeigen im Rahmen der MORGEN & MORGEN Analyse im Schnitt stabile Zahlen, auch wenn die Herausforderungen aktuell nicht abnehmen. Die schwache Kapitalmarksituation wurde durch die Corona-Pandemie deutlich verschärft. Zu spüren bekamen die Versicherer die Pandemie vor allem im Bereich der Kapitalanlagen. Die Finanzmärkte hatten in der schon länger andauernden Niedrigzinsphase zusätzlich mit deutlichen Kurseinbrüchen aufgrund der weltweiten Pandemie und der damit verbundenen konjunkturellen Unsicherheit zu kämpfen.

Die Bestände der PKV-Versicherten hingegen blieben trotz Pandemiebedingungen stabil. Neugeschäftseinbußen gab es nur geringfügig beziehungsweise in speziellen Bereichen wie zum Beispiel der Auslandsreiseversicherung. Es bestätigt sich die Vermutung, dass Versicherte ihren Krankenversicherungsschutz in Pandemiezeiten nicht verringern. In der Zusatzversicherung gab es zum Teil deutliches Wachstum.

Die Entwicklung der Erfolgsgrößen, wie die der Quote der Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattungen und die der Versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote, steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die Leistungsausgaben waren in Summe recht stabil. Pandemiebedingt höheren Ausgaben im Bereich von Prävention, Hygienemaßnahmen oder Tests stehen verminderte Ausgaben, etwa aufgrund aufgeschobener Behandlungen gegenüber. Insgesamt wurden weniger Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen.

„Die PKV rechnet allerdings mit einem verzögerten Anstieg der Leistungsausgaben in den kommenden Jahren. Aufgeschobene Behandlungen, in diesem Zusammenhang unerkannte Krankheiten, Langezeitfolgen von Covid-19-Erkrankungen und eine zeitlich verzögerte Belegeinreichung, etwa aus der zweiten Welle der Pandemie, können die zukünftigen Leistungsausgaben erhöhen, die PKV-Versicherer haben diesbezüglich mit der Bildung von Schadenrückstellungen reagiert“, zeigt Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei MORGEN & MORGEN, die aktuelle Marktsituation auf.

M&M Rating KV-Unternehmen
Das aktuelle MORGEN & MORGEN Rating KV-Unternehmen betrachtet zehn Bilanzkennzahlen der Privaten Krankenversicherer über den vergangen Fünfjahreszeitraum 2016 bis 2020. Das Rating erlaubt somit belastbare Aussagen über die wichtigsten Kennzahlen der Versicherer in den Bereichen Erfolgs- und Leistungsgrößen, Wachstums- und Bestandsgrößen sowie über die Kennzahlen zu Sicherheit und Finanzierbarkeit. Bei der Auswertung der Unternehmensdaten werden vielschichtige Faktoren wie Wechselwirkungen der Bilanzkennzahlen berücksichtigt. Jede bewertete Gesellschaft wird im Vergleich zu den anderen Marktteilnehmern beurteilt und damit einem Benchmarking unterzogen.

Die aktuelle Entwicklung der Kennzahlen
Im Bereich der Erfolgs- und Leistungsgrößen sinkt die Nettoverzinsung im Geschäftsberichtsjahr 2020 erstmals unter drei Prozent auf 2,8 Prozent. Nach einem Rückgang im Vorjahr verzeichnet die die Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote einen leichten Anstieg auf 13,1 Prozent. Die Verwaltungskosten bleiben mit 2,2 Prozent und die Abschlusskosten mit 6,1 recht konstant.

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Innerhalb der Wachstums- und Bestandsgrößen liegt die Wachstumsrate für natürliche Personen in der Vollversicherung wie im Vorberichtsjahr auch in 2020 bei minus 0,4 Prozent. Der Rückgang bleibt damit konstant niedrig. Die Privaten Ergänzungsversicherungen verzeichnen weiterhin einen Zuwachs, einige Versicherer sogar stark. Die Wachstumsrate steigt von 1,5 Prozent auf 2,3 Prozent.

Im Bereich der Kennzahlen zu Sicherheit und Finanzierbarkeit zeigt die Eigenkapitalquote einen leichten Rückgang. Die Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (RfB) sinken weiterhin, die RfB-Quote liegt bei 34,3 Prozent. Die RfB-Zuführungsquote bleibt aber konstant bei 10,7 Prozent. Einen Anstieg um 1,5 Prozentpunkte auf 18,5 Prozent verzeichnet die Bewertungsreservenquote. Grund hierfür ist der Zinsrückgang am Kapitalmarkt.

Die anhaltende Niedrigzinsphase beschäftigt die Branche weiterhin. Das schlägt sich primär in Rechnungszinssenkungen im Bestand nieder, die für den Kunden durch Beitragsanpassungen spürbar werden können. Bis 2012 wurden die Tarife mit einem Rechnungszins von 3,5 Prozent kalkuliert. Im Geschäftsjahr 2020 liegt der durchschnittliche Rechnungszins in den Beständen etwa bei 2,5 Prozent. In 2019 lag er noch bei 2,6 Prozent. Tendenz ist weiter fallend.

Das Ratingergebnis 
Der aktuelle Jahrgang des M&M Rating KV-Unternehmen betrachtet die Geschäftsberichtzahlen von 2016 bis 2020 von 30 Privaten Krankenversicherern und zeigt ein weitgehend gleichbleibendes Bild des PKV-Marktes. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet das Ergebnis sogar eine Verbesserung. Fünf Versicherer anstelle von drei Versicherern konnten mit der Höchstbewertung von fünf Sternen ausgezeichnet werden und führten zu einem Rückgang der Vier-Sternebewertung. Die restlichen Versicherer bestätigten ihre Ergebnisse des vergangenen Jahres.

„Die PKV-Branche hat die Schwierigkeiten der Pandemie in 2020 gut gemeistert. Die schwierige Situation am Kapitalmarkt wurde durch Corona jedoch verschärft. Aktuell zeigen sich die Versicherer stabil. Zwei Versicherer konnten ihr Ergebnis sogar von vier auf fünf Sterne verbessern,“ fasst Bohrmann das aktuelle Ratingergebnis zusammen.

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Beitragssteigerung bei privater Krankenversicherung: Was nun?

Wer sich die Erhöhungen nicht leisten kann oder möchte, sollte reagieren. Möglich sind unter anderem der Wechsel in andere Tarife, zu anderen privaten Versicherern oder, in einigen Situationen, auch der Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse.

Bewertung KV-Unternehmen 2021: Stabile Lage trotz weiterer Herausforderungen.

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