Kranken-, Zusatz- und Reise Versicherungen

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FAQ

Private Kranken­versicherung – das sollten Sie wissen

Pflicht zur Versicherung.
Jeder in Deutsch­land muss für den Krank­heits­fall abge­sichert sein. Die meisten sind Pflicht­mitglieder in der gesetzlichen Kranken­versicherung. Privat versichern dürfen sich nur wenige.


Gesetzliche Grenzen
Angestellte dürfen sich nur privat kranken­versichern, wenn ihr Einkommen über der Versicherungs­pflicht­grenze von derzeit 64 350 Euro brutto im Jahr liegt (Wert für 2022). Beamte und Selbst­ständige dürfen unabhängig vom Einkommen in die private Kranken­versicherung.


Teuer für Familien
In der privaten Kranken­versicherung gibt es keine kostenlose Mitversicherung von Kindern und Ehe- oder Lebens­part­nern. Jede Person braucht einen Vertrag, für den Beiträge zu zahlen sind. Rechnen Sie pro Erwachsenen mit mindestens 500 Euro und pro Kind mit etwa 150 Euro monatlich.


Freie Vertrags­wahl
Wer sich privat versichert, hat eine große Auswahl an Angeboten. Kunden sind selbst dafür verantwort­lich, dass alle wichtigen Leistungen im Vertrag enthalten sind. Deshalb ist es wichtig, vor dem Abschluss zu vergleichen (Vergleich Private Krankenversicherung).


Rück­lagen bilden
Die Beiträge der privaten Kranken­versicherung steigen im Alter stark an – auch wenn das Einkommen geringer wird. Wer sich privat versichert, sollte deshalb von Anfang an mehrere Hundert Euro im Monat ansparen, um sich die Beiträge später leisten zu können.


Rückweg schwierig
In die gesetzliche Kranken­versicherung können privat Versicherte nicht ohne weiteres zurück­kehren. Ab dem 55. Geburts­tag ist eine Rück­kehr nahezu unmöglich.

Informationen zur Krankenversicherung

Nur wenige Bundes­bürger können die gesetzliche Kranken­versicherung verlassen. Und nicht für jeden, der gehen kann, ist ein Wechsel zur privaten Versicherung zu empfehlen. Gehen dürfen Angestellte mit einem Monats­einkommen über der Versicherungs­pflicht­grenze von derzeit 5 362,50 Euro brutto (64 350 Euro brutto im Jahr. Werte für 2022). Die Einkommensgrenzen der Sozialversicherung sind gesetzlich geregelt und die Bundes­regierung legt sie jähr­lich neu fest. Haupt­beruflich Selbst­ständige und Beamte dürfen sich unabhängig vom Einkommen privat versichern.

Soll ich mich privat versichern? Diese Entscheidung hat sehr lang­fristige Auswirkungen, die Vor- und Nachteile sind genau abzu­wägen. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Leistungen. Für einen Wechsel zu den Privaten sprechen höhere Leistungen, beispiels­weise im Kranken­haus durch Chef­arzt­behand­lung oder Unterbringung im Ein- oder Zweibett­zimmer. Auch beim Zahn­ersatz gibt es in vielen Tarifen höhere Erstattungen als in der Gesetzlichen. Doch nicht alle Leistungen sind besser. Bei der Psycho­therapie oder bei häuslicher Kranken­pflege etwa sind viele ältere Privatversicherungs-Tarife schlechter. Kunden sollten bei der Auswahl eines geeigneten Angebots genau darauf achten, dass alle wichtigen Leistungen im Vertrag enthalten sind. Im Krank­heits­fall den Versicherungs­schutz zu erhöhen, ist in der Regel nicht möglich.

Gegen einen Wechsel sprechen außerdem Vorerkrankungen, denn hier drohen hohe Zuschläge oder sogar Ausschlüsse vom Versicherungs­schutz. Außerdem müssen Privatversicherte anders als gesetzlich Versicherte viel Papierkram in Kauf nehmen: Sie müssen alle Arzt­rechnungen, Therapien und Medikamente zunächst selbst bezahlen und die Rechnungen dann zwecks Erstattung bei ihrer Versicherung einreichen. Generell abzu­raten von einem Wechsel ist außerdem Neukunden ab Mitte vierzig. Wer erst in diesem Alter einsteigt, muss mit hohen Beitrags­steigerungen im Renten­alter rechnen, weil die angesparten Alterungs­rück­stel­lungen, die der Versicherer vornimmt, möglicher­weise nicht ausreichen, um den späteren Beitrags­anstieg zu bremsen.

Leicht zu entscheiden ist die Frage für Beamte. Für die meisten von ihnen ist die private Kranken­versicherung aus finanziellen Gründen sinn­voller als die gesetzliche Kranken­versicherung. Ihr Dienst­herr beteiligt sich mit der Beihilfe an den Behand­lungs­kosten – bei ledigen Bundes­beamten zum Beispiel zu 50 Prozent. Für die verbleibenden Kosten schließen sie am besten eine private Kranken­versicherung ab. Würde sich ein Beamter gesetzlich kranken­versichern, müsste er den gesamten Versicherungs­beitrag aus der eigenen Tasche bezahlen. Anders als bei Angestellten, für die der Arbeit­geber die Hälfte des Beitrags zahlt, beteiligen sich der Bund und die meisten Bundes­länder nicht an den Versicherungs­beiträgen ihrer Staats­diener. Lediglich in Hamburg, Berlin, Brandenburg, Bremen und Thüringen können Neubeamte wählen, ob sie anstelle der Beihilfe einen Zuschuss zur gesetzlichen Versicherung wollen. Auch in anderen Bundes­ländern wird darüber diskutiert, Beamten diese Möglich­keit künftig anzu­bieten.

Schwieriger ist die Entscheidung für Angestellte und für Selbst­ständige. Für Angestellte zahlt der Arbeit­geber die Hälfte des Beitrags, egal ob sie privat oder gesetzlich versichert sind. Im Renten­alter erhalten sie einen Zuschuss vom Renten­versicherungs­träger. Der deckt jedoch nicht mehr die Hälfte des dann zu zahlenden Beitrags ab, sondern nur einen geringen Anteil.

Selbst­ständige müssen sowohl im aktiven Berufs­leben als auch im Renten­alter alles selbst zahlen. Deshalb kann es sich für sie lohnen, trotz der anfäng­lich höheren Beiträge in der gesetzlichen Krankenkasse versichert zu bleiben. Seit 2019 ist die gesetzliche Krankenversicherung für gering verdienende Selbstständige güns­tiger, es gelten nied­rigere Mindest­beiträge. Welche Möglich­keiten Existenz­gründer und andere Solo-Selbst­ständige haben, beschreibt das Special Gesetzliche Krankenversicherung.

Teuer für Familien: Arbeitnehmer und Selbst­ständige sollten sich einen Wechsel zur privaten Kranken­versicherung gut über­legen, wenn sie in der gesetzlichen Versicherung beitrags­frei mitversicherte Familien­angehörige haben. Bei den Privaten zahlt jedes Familien­mitglied extra. Das kann teuer werden.

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Service Questions

Fragen zur Pflegeversicherung

Wichtig ist, dass die Versicherung in ausreichender Höhe in allen Pfle­gegraden leistet. Um die Pfle­gekräfte im Fall der Pflege bezahlen zu können, ist viel Geld notwendig. Ein weiterer Punkt sind die Vertrags­bedingungen. Sie geben darüber Auskunft, was der Versicherer unabhängig von der monatlichen Geldzahlung noch bietet. So ist es beispiels­weise positiv, wenn Versicherte keinen Beitrag mehr zahlen müssen, wenn sie pflegebedürftig werden – und die Leistungen selbst dann noch regel­mäßig steigen.

 

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In der Regel nicht. Wenn Sie bereits Mitte 60 oder älter sind oder gesundheitlich ange­schlagen sind, ist dies zwar wahr­scheinlich die einzige Möglich­keit, noch eine Pflege­zusatz­versicherung abzu­schließen. Denn die Versicherer müssen in diesen Verträgen auch Kunden mit Vorerkrankungen annehmen.

Doch diese Verträge sind für ältere Menschen ebenfalls nicht empfehlens­wert, da die Beiträge im Verhältnis zur Leistung relativ hoch sind. Wenn der Beitrag in Zukunft steigt, zahlt der Kunde in diesem Fall drauf, denn er muss auch im Pflegefall die Beiträge weiterzahlen. Viele Tarife sehen keine Leistungs­erhöhung im Verlauf der Jahre vor.

Für ältere oder bereits erkrankte Menschen außerdem wichtig: In den ersten fünf Vertrags­jahren haben sie keinen Anspruch auf Leistungen aus dieser Versicherung.

Die Warte­zeit bedeutet, dass man in den ersten fünf Vertrags­jahren keine Leistungen bekommt, auch wenn man während dieser Zeit pflegebedürftig wird. In den unge­förderten Tarifen verzichten die Versicherer oft auf Warte­zeiten.

Die Frage ist nicht leicht zu beant­worten. Einer­seits gilt: Je jünger jemand ist, desto güns­tiger ist der Beitrag und desto größer ist die Chance, einen Vertrag ohne Risiko­zuschläge zu erhalten. Anderer­seits sollte sich jeder erst einmal um wichtigere Versicherungen kümmern – wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung und die Altersvorsorge.

Oft ist erst mit Anfang, Mitte 50 absehbar, ob man sich eine Pflegezusatzversicherung und die in Zukunft wahr­scheinlich weiter steigenden Beiträge über Jahr­zehnte auf Dauer leisten kann. Wer den Vertrag kündigen muss, verliert damit das bis dahin gezahlte Geld und seinen Versicherungs­schutz.

Ja. Beamte, Selbst­ständige, Pensionäre und Rentner bekommen auf diese Weise einen kleinen Steuer­vorteil. Angestellte haben meist nichts davon, weil sie ihren Höchst­betrag schon durch andere Versicherungs­beiträge ausschöpfen.

Seit 2010 erkennt das Finanz­amt höhere Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung an. Aber dazu gehören nur Beiträge, die zur Grund­versorgung gezahlt werden – also nur die Pfle­gepflicht­versicherung. In jedem Fall sollten die Ausgaben für die Versicherung in der Steuererklärung bei den Ausgaben für die Gesundheit angegeben werden.

Zahn­zusatz­versicherung

Eine private Zahn­zusatz­versicherung lohnt sich für Sie vor allem dann, wenn Ihnen die von der Krankenkasse bezu­schusste Regel­versorgung nicht reicht. Wollen Sie zum Beispiel statt der vorgesehenen Metall­krone die schönere Lösung aus Keramik, kann das teuer werden. An den Zusatz­kosten beteiligt sich die Kasse nämlich nicht. Wenn Sie dagegen mit der kostengüns­tigen Stan­dard­lösung zufrieden sind, ist Ihr Eigen­anteil deutlich geringer. Sie brauchen dann nicht unbe­dingt eine Versicherung. Sie kann aber hilf­reich sein, falls mehrere Zähne in kurzer Zeit saniert werden müssen.

Das kann sich für Sie lohnen, wenn Ihre Zähne noch weit­gehend in Ordnung sind. Eine solche Versicherung schließt man am besten ab, bevor größere Baustellen auftreten. Denn für Schäden, die bei Vertrags­schluss bereits da sind, zahlen die Versicherer normaler­weise nicht. Außerdem sind die Leistungen in den ersten Jahren begrenzt. Das alles spricht dafür, eine solche Versicherung am besten mit etwa Mitte 30, Anfang 40 abzu­schließen, denn statistisch gesehen wird Zahn­ersatz ab dann häufiger nötig. Ein Abschluss im frühen Jugend­alter lohnt sich dagegen eher nicht. Junge Leute zahlen sonst wahr­scheinlich zu lange Beiträge, bis sie erst­mals Leistungen brauchen.

Die Versicherer betrachten Brücken, Kronen oder Implantate üblicher­weise nicht als fehlende Zähne, da die Lücke ja geschlossen ist. Sie können also einen Vertrag bekommen. Wichtig ist, dass Sie im Antrag alle Fragen des Versicherers wahr­heits­gemäß beant­worten. Manche Versicherer fragen zum Beispiel auch, wie alt bestehender Zahn­ersatz ist. Stellen Sie Anträge bei mehreren Versicherern gleich­zeitig, da die Gesell­schaften mit Vorschäden unterschiedlich umgehen. Von manchen erhalten Sie sogar Leistungen für die Reparatur oder den Austausch von bestehendem Zahn­ersatz.

Wenn Sie bei Ihrem Versicherer in einen Tarif mit höheren Leistungen wechseln oder einen zusätzlichen Tarif­baustein abschließen, gelten nur für die neu hinzukommenden Leistungen Warte­zeiten. Für die neuen Vertrags­bestand­teile gilt Ihr heutiges Alter als Eintritts­alter, Sie müssen also dafür den Beitrag für 64-jährige Neukunden zahlen. Das kann teuer werden. Setzen Sie sich mit Ihrem Ansprech­partner bei Ihrer Versicherung in Verbindung.

MORGEN & MORGEN hat die Tarife der Privaten Krankenzusatzversicherung bezüglich ihrer Leistungsstärke im Bereich Sehhilfen analysiert und 17 Tarife mit top Leistungen identifiziert.

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