Kopfkissen im Test: Nur eins ist „sehr gut“

Nicht nur eine gute Matratze sorgt für gesunden Schlaf, auch das Kopfkissen sollte wohlüberlegt ausgesucht werden. Wir haben 20 Kissen getestet: Viele haben die Wasch- und Schadstoffprüfungen gut absolviert. Einige liefen aber ein oder die Füllung verklumpte. Auch auf Schadstoffe sind wir gestoßen.

  • Im Test: 20 Kopfkissen mit den Maßen 40 x 80 Zentimeter. Darunter 14 Kissen mit einer Füllung aus Polyester, drei mit einer Füllung aus Latexflocken und drei mit einer Füllung aus Baumwolle.
  • Nicht alle Kopfkissen, die als waschbar ausgelobt sind, überstehen Waschgänge unbeschadet.
  • Auffällig: Polyester enthält häufig den Schadstoff Antimon.
  • Nur ein Kopfkissen im Test schneidet mit Bestnote ab.

Ein gutes Kopfkissen ist pflegeleicht und auch nach einigen Wäschen noch gut in Form. Weder Bezug noch Kissen laufen ein, die Klumpenbildung hält sich in Grenzen und natürlich ist das Kissen möglichst frei von Schadstoffen. So zumindest unsere Anforderungen.

Kopfkissen 40×80 im Test: Welches ist Testsieger? 

Nach gründlicher Prüfung der Waschbeständigkeit und der Inhaltsstoffe können wir ein Kissen mit dem Gesamturteil „sehr gut“ und zwölf mit „gut“ empfehlen. Einige Produkte fallen negativ auf, weil die Waschbeständigkeit zu wünschen übrig ließ.

Im Test befinden sich 14 Kopfkissen mit einer Füllung aus Polyester und jeweils drei Kissen mit Füllungen aus Latexflocken beziehungsweise Baumwolle.

Einige Kopfkissen im Test gingen nach Waschen ein 

Günstig für die Nachhaltigkeitsbilanz eines Kissens ist es, wenn die Käuferinnen und Käufer länger Zeit Freude daran haben – auch noch nach mehrmaligem Waschen des Bezugs und, wo möglich, der Füllung. Unterm Strich waren nach fünfmaligen Waschen und Trocknen alle Kissen im Test passabel weiter nutzbar.

Bei einigen ist in Sachen Einlaufen, Aussehen und Haptik – der Frage also wie sich das Kissen anfühlt – nach fünf Wäschen aber Luft nach oben. Fünf Kopfkissen im Test liefen jeweils in der Länge oder der Breite um mehr als fünf Prozent ein. Auch Kissen mit nicht waschbarer Füllung waren betroffen, weil der laut Pflegeanleitung waschbare gesteppte Bezug eingelaufen war.

Kritik an Klumpenbildung beim Waschen

Gerade Hausstauballergikern empfehlen Experten, ihr Kopfkissen regelmäßig bei 60 Grad Celsius zu waschen. Kissen mit Synthetikfüllung gelten als besonders gut waschbar.

Völlig unverändert fühlen sich die Kissen mit synthetischer Füllung nach fünf Wäschen allerdings nicht an. Für die Haptik vergaben die Experten an keines der Kunstfaserkissen die Bestnote. Es hatten sich beispielsweise Klumpen gebildet oder die Füllung hatte an Volumen verloren.

Die Haptik der beiden Kissen mit waschbarer Naturlatexfüllung machte nach dem fünfmaligen Waschen bei 60 Grad und Trocknen im Trockner einen besseren Eindruck.

Kopfkissen waren sichtbar mitgenommen 

Kopfkissen, die eingehen; Klumpenbildung und verlorenes Volumen: Das sind nicht die einzigen Kritikpunkte nach der Waschprüfung. Viele Kopfkissen mit Natur- und Polyesterfüllungen waren optisch mehr oder weniger mitgenommen. Besonders auffällig war hier die starke Pillingbildung auf einem Kopfkissen im Test.

Ebenfalls ärgerlich: In einem Fall war das Etikett mit der Pflegeanleitung nicht mehr lesbar.

Lösliches Antimon in Kopfkissen im Test 

Kommen wir zu den Inhaltsstoffen. Das von uns beauftragte Labor hat in neun Kopfkissen im Test lösliches Antimon gemessen. Antimonrückstände sind ein verbreitetes Problem in Polyesterprodukten, weil Hersteller immer noch die Verbindung Antimontrioxid als Katalysator einsetzen.

Zur Erklärung: Antimon ist laut der Europäischen Chemikalienagentur krebsverdächtig, wenn es eingeatmet wird – das ist vor allem im Herstellungsprozess ein Problem – und es kann die Haut reizen. Die festgestellten Antimongehalte sind allerdings gering.

Die gute Nachricht: Der Test zeigt auch, dass die Rückstände vermeidbar sind. Sie stecken schließlich nicht in allen Kopfkissen aus Polyester.

Überflüssige Aufheller in Kopfkissen im Test

Einmal im Test ist das von uns beauftragte Labor auf halogenorganische Verbindungen gestoßen. Halogenorganische Verbindungen sind eine große Gruppe von Stoffen, von denen viele allergieauslösend sind und sich fast alle in der Umwelt anreichern.

Aus unserer Sicht unnötig ist der Einsatz von optischen Aufhellern. Sie stecken in unterschiedlichen Bestandteilen vieler Kopfkissen im Test. Solche Substanzen, die Textilien ein „frischeres“ Aussehen verleihen sollen, belasten die Umwelt, weil sie sich kaum abbauen.

Macht der Preis den Unterschied? 

Bekomme ich für mehr Geld ein haltbareres Kissen? Die unbefriedigende Antwort lautet: vielleicht. Die drei Produkte mit „sehr guter“ Waschbeständigkeit zählen zu den teuersten Synthetikkissen im Test. Aber auch Kissen mit vergleichsweise schlechterer Waschbeständigkeit kosten um die 60 Euro und mehr. Der Blick in unsere Tabellen lohnt auf jeden Fall. Hier geht es zum ePaper: Kopfkissen im Test.

Ikea, Emma & Co.: Tipps für Kopfkissen-Kauf

  1. Ein gutes Kopfkissen ermöglicht Ihnen eine entspannte Position und entlastet die Halswirbelsäule. Das heißt: In Verlängerung zur Brustwirbelsäule sollte der Kopf nicht nach oben oder unten abknicken. Gut zu wissen: Bei vielen Kissen im Test ist es möglich, die Höhe durch das Entnehmen von Füllmaterial zu regulieren.
  2. Kein Kissen funktioniert für jeden Menschen optimal. Nehmen Sie sich die Zeit, eines zu finden, das gut zu Ihrem Körperbau, Ihrem Schlafstil und Ihrer Matratze passt. Ein Mensch mit breiten Schultern, der in Seitenlage auf einer harten Matratze liegt, sinkt beispielsweise kaum ein und benötigt deshalb ein Kissen mit besonders viel Stützhöhe. Ganz anders geht es jemandem mit schmalen Schultern auf einer weichen Matratze.
  3. Probeliegen erspart Fehlkäufe. Deshalb ist es sinnvoll, sich im Fachgeschäft beraten zu lassen. Dort am besten das Kissen mit einer Matratze ausprobieren, die der eigenen zu Hause ähnlich ist. Fachverkäufer können dabei helfen, die Liegeposition und die Haltung von Kopf und Nacken zu prüfen und zu individuellen Problemen beraten.
  4. Auf den althergebrachten 80 mal 80 Zentimeter großen Kissen kommen zwangsläufig die Schultern auf dem Kissen zu liegen. Das kann den Körper in eine ungünstige Schlafposition bringen. Insbesondere zu Seitenschläfern kann ein 80 mal 40 Zentimeter großes Kissen besser passen.
  5. Auch die Wahl der Materialien hängt von individuellen Bedürfnissen ab. Für Hausstauballergiker sind komplett waschbare Kissen ratsam. Wer leicht schwitzt, mag dagegen zu Kissen mit Füllungen aus Schafschurwolle greifen. Sie hat einen Selbstreinigungseffekt und transportiert Feuchte sehr gut.
  6. Wer immer wieder mit Verspannungen im Nacken aufwacht, könnte mit einem speziellen Nackenstützkissen gut beraten sein. Sind allerdings Fehlhaltungen im Alltag der Grund für die Nackenprobleme, wird auch dieses Kissen sie nicht lösen.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Quelle: Ökotest

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