Berufsunfähigkeit

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Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufsunfähigkeit – auf den genauen Wortlaut kommt es an

Das Wichtigste ist: du solltest von der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rente bekommen, wenn du berufsunfähig bist. Aber „berufsunfähig“ ist nicht gleich „berufsunfähig“. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Definitionen, die im Kleingedruckten des Vertrags stehen. Wichtig ist ebenfalls, dass du die Rente auch dann bekommst, wenn du zwischenzeitlich deinen Beruf gewechselt hast. 

Ein Beispiel: Wenn du die Versicherung abschließt, bist du Verwaltungsangestelle. Später sattelst du um und wirst Berufsschullehrerin. Wenn du dann berufsunfähig wirst, soll deine Tätigkeit als Berufsschullehrer der Maßstab sein, denn du willst die Rente auch dann bekommen, wenn du trotz deiner Erkrankung noch als Verwaltungsangestellte arbeiten könntest. Das muss aber  in den Versicherungsbedingungen entsprechend formuliert sein. 

Wichtig ist auch, dass die Versicherung von dir nicht verlangt, einen anderen Beruf auszuüben, den du mit deinen Kenntnissen, Fähigkeiten, deiner Erfahrung und Ausbildung noch ausüben könntest. Das nennt sich „abstrakter Verweisverzicht“. Bleiben wir bei dem Beispiel von eben: Wenn du als Berufsschullehrer nicht mehr wie in gesunden Tagen vor der Klasse stehen kannst, darf die Versicherung nicht von dir verlangen, dass du dich als Organisator einer Privatschule bewirbst. Es kommt auf den Wortlaut der Klauseln an. Jede Versicherung formuliert anders. 

Quelle: Verbraucherzentrale

günstige-berufsunfähigkeitsversicherung Kopie

Hier ein Beispiel für einen Tarif mit gleichbleibenden Beiträgen

80 Euro pro Monat mal 30 Jahre = 28.800 Euro 

Und ein Beispiel für einen Tarif mit steigenden Beiträgen:

50 Euro pro Monat mal fünf Jahre = 3.000 Euro 
90 Euro pro Monat mal 25 weitere Jahre = 27.000 Euro
3.000 Euro + 27.000 Euro = 30.000 Euro.

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Für dein Leben passend

Nachversicherungsklausel

Im Lauf deines Lebens kann viel passieren: Heirat, Kinder, Hauskauf – zum Beispiel. Dafür brauchst du mehr Geld. Ein Karrieresprung kann dir helfen, das Geld dafür zu verdienen. Deine Ansprüche steigen aber auch. Eine kleine Rente, die sich an dem orientiert, was vor diesen Ereignissen war, nützt daher wenig. Du brauchst also Möglichkeiten, die Rentenhöhe anzupassen. Am besten ohne eine erneute Gesundheitsprüfung – denn die kann schwierig werden, wie du weiter unten lesen kannst.

Dafür gibt es unter anderem die sogenannte Nachversicherungsklausel. Viele Versicherungen bieten die an, aber nicht bei allen Schüler-, Auszubildenden- und Studententarifen.

Bietet deine Firma oder dein Betrieb im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge eine Berufsunfähigkeitsversicherung an? Ist der Vertrag mit erleichterten Gesundheitsprüfungen zustande gekommen? Bei den in Betrieben angebotenen Tarifen ist die Nachversicherung später häufig nur mit einer nochmaligen Gesundheitsprüfung möglich. Schau nach, ob in dem dir vorgelegten Versicherungsvertrag nachträglich die Rente erhöht werden kann – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Meistens finden sich solche Klauseln zwar im Vertrag, aber eben nicht für alle Tarife – der kleine Halbsatz „außer bei …. -Tarif“ überliest sich schnell.

Einzelverträge sind meistens besser als Kombi-Produkte

Bietet dir deine Versicherung zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung auch noch eine Rentenversicherung an, lass besser die Finger davon! Es klingt zwar verlockend, zwei unterschiedliche Dinge mit einem Beitrag abzudecken. Aber meist sind die Bedingungen bei diesen Kombi-Produkten schlechter als bei Einzelverträgen. Und wenn du den Gesamtbeitrag für das Kombi-Produkt mal nicht stemmen kannst, kannst du nicht einfach den Teil deiner Wahl beitragsfrei stellen, weil alles miteinander zusammenhängt.

Um eine richtig gute Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, die zu dir passt, kann es hilfreich sein, wenn du dich beraten lässt.

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