Handy-Versicherung oft teuer und überflüssig

HANDYVERSICHERUNG – GAR NICHT MAL SO SMART

BDV KLÄRT ÜBER UNSINNIGEN „SCHUTZ“ AUF

Smartphones sind aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Die Handys kosten meist mehrere hundert Euro, die neueste iPhone-Generation sogar bis zu 1.700 Euro. Kein Wunder, dass der kleine Begleiter vielen lieb und teuer ist. Eine Versicherung für das Gerät gleich beim Kauf mit abzuschließen, scheint daher auf den ersten Blick vernünftig. „Wer jedoch genauer hinsieht, wird schnell merken, dass die Versicherung alles andere als sinnvoll ist“, sagt Bianca Boss, Pressesprecherin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV). Der BdV sieht in den Produkten eher eine smarte Geschäftsidee zum Vorteil der Versicherer und Vermittler als einen smarten Schutz. 

Ein Smartphone ist nicht nur begehrtes Diebesgut, es ist auch schnell einmal heruntergefallen. Da erscheint es sinnvoll, das gute Stück zu versichern. Doch die auf dem Markt erhältlichen Handyversicherungen bieten meist nicht den Schutz, den sich die Zielgruppe von ihnen verspricht. „Das fängt schon damit an, dass die Handyversicherung meist eine Zeitwertversicherung ist. Sie erstattet also keineswegs den Kaufpreis, sondern nur den aktuellen Wert des Telefons – und der Wertverfall bei Handys ist hoch“, erläutert Versicherungsexpertin Boss. Zudem wird im Schadenfall meist eine Selbstbeteiligung fällig, die sich an der Höhe des Kaufpreises orientiert.

„Ein weiteres Manko ist der oft fehlende Diebstahlschutz. Dieser muss meist gegen einen zusätzlichen Betrag erworben werden“, so Boss. Das erhöht die scheinbar günstigen Versicherungsprämien – oft sogar um das Doppelte. Und auch dann kann es im Fall eines Diebstahls noch zur Leistungsverweigerung kommen. Einige Versicherer zahlen nur, wenn das Handy ständig beaufsichtigt wurde und die „Abwehrbereitschaft“ des Versicherten gegeben war – ein Nickerchen in der S-Bahn kann dann schnell den Versicherungsschutz kosten. „Einbruchdiebstahl und Raub des Handys sind meist ohnehin über die Hausratversicherung abgedeckt – und zwar zum Neuwert“, erklärt die Verbraucherschützerin.

Ein Leben ohne Smartphone ist für die meisten Nutzer*innen zwar kaum vorstellbar, die wirtschaftliche Existenz bedroht der Verlust jedoch nicht. Der Abschluss einer Versicherung sollte aber grundsätzlich nur der Absicherung existenzieller finanzieller Risiken dienen.

Weitere Hintergründe zum Thema können Interessierte der Broschüre „Handyversicherung – der smarte Betrug“ entnehmen.

Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) wurde 1982 gegründet und ist mit ca. 50.000 Mitgliedern die einzige Organisation in Deutschland und Europa, die sich ausschließlich und unabhängig für die Rechte der Versicherten einsetzt. Somit ist er ein wichtiges politisches Gegengewicht zur Versicherungslobby. Mit Musterprozessen gegen Versicherer setzt der BdV die Rechte der Verbraucher*innen durch. Bundesministerien und Bundestag schätzen den Rat des BdV. Er ist präsent in Fernsehen, Radio, Print- und Online-Medien. Seine Mitglieder berät der BdV individuell und umfassend in allen Fragen rund um private Versicherungen. Cleverer Versicherungsschutz steht den BdV-Mitgliedern durch exklusive Gruppenverträge u. a. im Bereich der Privathaftpflicht- und Hausratversicherung zur Verfügung.

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