Haferflocken: Schimmelpilzgifte und Glyphosat vermiesen Testergebnisse

Haferflocken gelten als gesunde Sattmacher. In ihnen stecken viele Vitamine und Eiweiß. Von den 29 kernigen Haferflocken im Test können wir auch viele empfehlen. Aber: In mehreren Produkten steckt das Spritzgift Glyphosat und einige Sorten rasseln wegen Schimmelpilzgiften durch.

  • Im Test: Kernige Haferflocken aus (Bio-)Supermärkten, Discountern und Drogerien. Von insgesamt 29 Produkten sind 16 Bio-zertifiziert.
  • Schimmelpilzgifte, Mineralölbestandteile und Pestizide trüben das Image der gesunden Haferflocken.
  • Ein Anbieter nahm nach unserem Test die geprüfte Charge aus dem Verkauf.

Haferflocken schmecken sowohl in süßen als auch in herzhaften Lebensmitteln: Die kernigen Flocken machen sich gut in Müsli und Smoothies aber auch in Bratlingen oder Pfannkuchen. Haferflocken können auch gern regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, schließlich gilt Hafer als eine der gesündesten Getreidesorten. Die Ballaststoffe helfen nachweislich, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und Cholesterinwerte zu senken.

Nach unserem Test von 29 Haferflocken können wir zwar vielen Marken empfehlen. Leider stecken in einigen Produkten aber auch ungesunde Stoffe. So fand das Labor zum Beispiel Schimmelpilzgifte, das Spitzgift Glyphosat und Mineralölbestandteile.

Immunschädliche Schimmelpilzgifte in Haferflocken

Gar nicht lecker: Mehrere Produkte im Test sind mit Schimmelpilzgiften belastet. Die sogenannten T-2- und HT-2-Toxine sind Gifte von Pilzen, die den Hafer schon auf dem Feld befallen. Sie sind zellgiftig und können das Immunsystem schwächen.

In einigen Haferflocken wurden Gehalte der Gifte nachgewiesen, die wir als „stark erhöht“ bewerten. Mit einer 40-Gramm-Portion davon überschreitet ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht bereits die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit festgelegte tägliche tolerierbare Aufnahmemenge (TDI). Für ein dreijähriges Kind, das 15 Kilogramm wiegt, läge die Belastung mit diesen Produkten bei mehr als einem Vierfachen des TDI.

Die Schimmelpilzgiftbelastungen sind zwar nicht akut gefährlich. Aber: Die am stärksten belasteten Produkte sollte man dennoch besser nicht täglich essen.

Neben Schimmepilzgiften ist ein weiterer Stoff ein Problem im Test: das Spritzgift Glyphosat. Es wurde ebenfalls in einigen Haferflocken nachgewiesen. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) sieht keinen Krebsverdacht.

In einigen Haferflocken im Test steckt Glyphosat

Unabhängig von möglichen direkten Risiken für Menschen ist klar, dass das Spritzgift die Artenvielfalt schädigt. Eine aktuelle Studie der Uni Konstanz, die im Fachmagazin Science erschienen ist, deutet darauf hin, dass Glyphosat stärker am dramatischen Rückgang von Insekten beteiligt sein könnte, als bisher bekannt. Die in der Studie untersuchten Hummeln konnten ihre Brut schlechter warm halten.

Ein Anbieter zog die geprüfte Charge Haferflocken nach unserem Test aus dem Verkehr. Sein Produkt wies den höchsten gemessenen Gehalt an Glyphosat im Test auf und es war mit Schimmelpilzgiften belastet.

Pestizide auch in Bio-Haferflocken

In zwei Bio-Produkten hat das beauftragte Labor geringe Gehalte des Pestizids Chlormequat gemessen. Auch wenn die Werte niedrig sind, überschreiten sie dennoch den Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN).

Laut BNN ist bei einer Überschreitung zu ergründen, ob gegen die Regeln für Öko-Anbau verstoßen wurde oder es sich etwa um eine unvermeidbare Kontamination durch Abdrift handelt. Die Hersteller schrieben uns, den Sachverhalt zu prüfen.

Kritik an Mineralöl in Haferflocken im Test 

Die gemessenen Mineralölbestandteile MOSH/MOSH-Analoge waren in einigen Produkten nach ÖKO-TEST-Bewertung höher, als wir es akzeptieren. Die Verbindungen reichern sich im menschlichen Körper an. Was sie dort anrichten, ist bisher noch völlig unklar. Sie stellen aber die größte Verunreinigung im menschlichen Körper dar.

MOSH können an vielen Punkten im Produktionsprozess in die Flocken gelangen, zum Beispiel über Schmieröle an Maschinen. Viele unbelastete Testprodukte zeigen, dass sich die Einträge vermeiden lassen.

Wissenswertes zu Haferflocken 

Warum Hafer ein Alleskönner ist:

  1. Haferflocken passen in Kuchen, Pfannkuchen und Müsli. Mit ihrem leicht süßen Geschmack wird diese Form eines ballaststoffreichen Vollkornprodukts oft auch von mäkeligen Essern und Kindern geschätzt.
  2. Glutenfrei? Nein, Hafer ist nicht glutenfrei. Er enthält aber im Gegensatz zu Weizen deutlich weniger Gluten. Außerdem ist herkömmlicher Hafer in der Regel stark mit glutenhaltigem Getreide verunreinigt. Daher gilt für Menschen, die an Zöliakie leiden: wenn Hafer, dann ausschließlich als glutenfrei ausgelobte Produkte – etwa glutenfreie Haferflocken. Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft empfiehlt darüber hinaus, Haferprodukte langsam steigernd in die Ernährung einzuführen.
  3. Gesund: Mit einem Hafer-Frühstück hat man von Eiweiß über Eisen bis hin zu B-Vitaminen schon viele gefragte Nährstoffe intus. Ab 75 Gramm täglich ist Hafer sogar gut für den Cholesterinspiegel.
  4. Kernig oder zart? Für beide Sorten von Haferflocken werden ganze Körner verwendet, sowohl zarte als auch kernige Flocken sind Vollkornprodukte – egal ob das ausdrücklich auf der Verpackung steht. Sie unterscheiden sich in der Verarbeitung. Zarte eignen sich besonders, wenn es cremig werden soll. Kernige sorgen für mehr Biss.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Quelle: Ökotest

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