Corona sagt: Sie sind die wahren Helden unserer Gesellschaft – Pfleger. Sie sind systemrelevant und müssen gefeiert werden. Die Realität sagt: Pflegekräfte dürfen kein Privatleben haben, bekommen keinen angemessenen Lohn und müssen dreißig Dinge gleichzeitig tun können. Nicht erst die Covid-19-Pandemie zeigt uns, wie weit der Fachkräftemangel in Deutschland fortgeschritten ist, trotz aller Bemühungen der Regierung. Das kostet Einrichtungen nicht nur Nerven, sondern jeden Tag auch bares Geld.
 

Vakanzkosten in der Pflege: Jeder Tag zählt

Der Personalnotstand in der Pflege erreicht ein bedrohliches Niveau und die Arbeitnehmerüberlassung im Gesundheitsbereich schlägt Brücken, wo sie kann und verhindert dadurch die Unterversorgung der Patienten und eine Überforderung des Personals. Und sie hilft den Unternehmen, Geld zu sparen. Denn eine unbesetzte Stelle kostet die Einrichtung Geld, die sogenannten Vakanzkosten. Sie setzen sich aus Überstunden des Stammpersonals und entgangenen Umsätzen zusammen. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Vakanzkosten liegen weit über dem Jahresgehalt eines Mitarbeiters. Wer kein Personal hat, kann keine Aufträge annehmen, oder in dem Fall: Patienten. Nun wäre es logisch, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen und in entsprechende Stellen zu investieren, aber es kommen keine Bewerber. Das Ergebnis: Die Mitarbeiter, die da sind, müssen Aufgaben der vakanten Stelle mit übernehmen. Jedoch führt dieses Vorgehen langfristig zu Frust, Überarbeitung und letztendlich wieder zu Kündigungen. Eine endlos sich drehende Spirale. Um ihr zu entgehen, setzen 40 Prozent der Betreiber bei Engpässen auf Leiharbeiter und das ist schlau. Für Kliniken und andere Einrichtungen ist die Leiharbeit ein wichtiges Mittel, denn sie bietet eine jederzeit abrufbare Personal-Reserve. Personalengpässe, teure Überstunden und zusätzlich Arbeitsbelastung für das Stammpersonal wird so vermieden.
 

Fachkräftemangel in Zahlen – Klotzen statt Kleckern

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft veröffentlichte für das Jahr 2019 folgende Zahlen: Für dieses Jahr fehlten 17.000 Kräfte in der stationären Pflege, 16.000 in der ambulanten Pflege und 24.000 in der Altenpflege. Diesen gigantischen Zahlen steht eine größer werdende Patientenzahl entgegen, die mit dem Aufkommen des neuartigen Coronavirus nochmal explodiert ist. Die Bundesagentur für Arbeit hat errechnet, wie lange eine Stelle in der Pflege im Schnitt unbesetzt bleibt: 170 Tage. In der Altenpflege kann es 183 Tage dauern, in der Krankenpflege „nur“ 154 Tage. Und was kostet dieser Zustand die Einrichtungen jetzt? In der Personalwirtschaft gibt es dafür die Kennzahl Cost of Vacancy, die Vakanzkosten, die klare Antworten liefert.
 
Man nehme:

  • das Jahresgehalt der zu besetzenden Stelle und teile durch die Arbeitstage pro Jahr
  • den Tagessatz und multipliziere mit der Zahl der unbesetzten Tage
  • und würze mit der Wichtigkeit des Mitarbeiters (1=nötig, 2=wichtig, 3=sehr wichtig)
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Nehmen wir an, eine Pflegekraft bekommt ein Jahresgehalt von 30.000 Euro. Die Vakanzzeit beträgt 150 Tage und der Wichtigkeitsfaktor wird mit 2 eingestuft.
Das ergibt:

  • Tagessatz: 120 Euro pro Tag
  • Tagessatz plus Wichtigkeit: 240 Euro pro Tag
  • Tagessatz für 150 vakante Tage: 36.000 Euro Vakanzkosten

Wie sehr die Politik sich auch bemüht, die Attraktivität des Pflegeberufes aufzurüschen – einen Effekt wird man erst in ein paar Jahren sehen. Eine generalistische Pflegeausbildung ist ein erster Schritt, aber qualifizierter Nachwuchs steht so erst in paar Jahren zur Verfügung. Überarbeitete Pfleger können sich bald gegenseitig pflegen und für Pflegeanbieter geht es betriebswirtschaftlich den Bach runter. Die Vorschläge für das Schließen der Personallücke basieren in der Hauptsache auf der Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Es muss mehr Geld locker gemacht und Pfleger zumindest angemessen bezahlt werden. Eine flächendeckende Tarifbezahlung wird diskutiert, ein erleichterter Einstieg für Quereinsteiger und der Einsatz digitaler Technologien, um Pflegekräfte im Alltag zu entlasten.
Bis dahin rettet die Arbeitnehmerüberlassung die Einrichtungen, das Personal und – nicht zuletzt die Patienten. „Pflegekräfte entscheiden sich in den meisten Fällen bewusst für die Arbeitnehmerüberlassung, weil sie für viele Menschen einfach mehr Flexibilität bedeutet. Denken Sie zum Beispiel an die alleinerziehende Mutter – sie kann neben Kindererziehung nicht noch in der Klinik am Drei-Schicht-System teilnehmen. Hier braucht es Jobmodelle und verlässliche Dienstpläne“ erklärt Kerstin Seiferth, Managing Director bei Promedis24. Zwar werden Pflegekräfte nur temporär bei einem Entleiher eingesetzt, jedoch bekommen sie in der Regel einen festen und meist unbefristeten Arbeitsvertrag von Ihrem Personaldienstleister. So genießen die Pflegerinnen und Pfleger neben Wunschdienstplänen, individuellen Arbeitszeiten und guten Verdienstmöglichkeiten alle Vorzüge einer Festanstellung. Anders als die vielen freiberuflichen Pflegekräfte erfahren sie soziale Sicherheit, profitieren von Leistungen der Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung, von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und von bezahlten Urlaub. Wie schön das Arbeits-Leben ohne Überstunden und Nachtarbeit sein kann, erfahren Fach- und Hilskräfte der Pflegebranche erst, wenn sie ihre Einsätze über professionelle Personaldienstleister wie Promedis24 bekommen und endlich mitbestimmen dürfen.
 
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Über Promedis24

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