Gesichtsmasken im Test: Bekannte Marken fallen durch

Gesichtsmasken versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und versprechen eine kleine Auszeit. Leider enthalten einige der 49 Feuchtigkeitsmasken im Test Problemstoffe – und auf Falten-weg-Versprechen sollte man wenig geben. Aber: 27 der Creme- und Tuchmasken können wir mit „sehr gut“ empfehlen.

  • Wir haben 49 feuchtigkeitsspendende Gesichtsmasken eingekauft: 27 Crememasken und 22 Tuchmasken; darunter 13, die als Naturkosmetik zertifiziert sind.
  • Mit Bestnote schneiden 27 Gesichtsmasken im Test ab, sechs fallen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
  • Kritik gibt es vor allem für potentiell allergieauslösende Inhaltsstoffe, umweltbelastende Kunststoffverbindungen und Anti-Aging-Versprechen, die aus unserer Sicht nicht belegt sind.

„Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie sich“, „Anti-Stress- Komplex“: Wer eine Gesichtsmaske auflegt, hofft nicht nur auf den beworbenen „Frischekick“ oder „Feuchtigkeitsbooster“, sondern genießt gerne auch den Wohlfühleffekt, sich und seiner Haut mal eine Auszeit zu gönnen.

Umstrittene PEG-Verbindungen, allergieauslösende Duftstoffe oder gar Arsen etwa haben in dieser Auszeit allerdings nichts zu suchen. Wir sind im Test von 49 feuchtigkeitsspendenden Gesichtsmasken jedoch auf solche Inhaltsstoffe gestoßen. Konkret überprüften wir 27 Creme- und 22 Tuchmasken.

Schaebens, dm & Co.: Gesichtsmasken im Test

Das Ergebnis unseres Gesichtsmasken-Tests kann sich sehen lassen: 27 Produkte schneiden mit „sehr gut“ ab. Es gibt aber auch sechs Masken, von denen wir abraten. Grund: Wegen zu vieler Problemstoffe oder nicht ausreichend belegter Anti-Aging-Wirkversprechen fallen sie mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Eins ist klar: Wer mit Faltenreduktion wirbt, der muss das auch belegen können.

Auf umstrittene PEG-Verbindungen stoßen wir in fast jedem Kosmetiktest. Meistens haben sie als Emulgatoren die Funktion, Fette und Wasser in cremiger Kosmetik zu verbinden. Sie können jedoch die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Auch in diesem Test sind sie unser häufigster Kritikpunkt. Insgesamt elf Feuchtigkeitsmasken enthalten PEG-Verbindungen.

>> Alle Ergebnisse finden Sie kostenlos in der Produktbox.

In der Kritik: wenig hautfreundliche Stoffe

Nummer zwei unter den Problemstoffen: halogenorganische Verbindungen. Dabei handelt es sich um eine riesige Gruppe von Stoffen, von denen manche Allergien auslösen und einige Krebs erzeugen können. Fast alle bauen sich in der Umwelt schwer ab. Sie stecken in vier Produkten. In zwei Gesichtsmasken handelt es sich um den Konservierungsstoff Chlorphenesin. Die Substanz gilt als hautreizend. In den anderen beiden Fällen lässt die Analyse keine Aussage darüber zu, um welche Stoffe es sich konkret handelt.

In der mit „ungenügend“ bewerteten 7th Heaven Pink Oxygen Bubble Sheet Mask stecken neben halogenorganischen Verbindungen zudem per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). In Kosmetika finden sie unter anderem als Tenside und Filmbildner Verwendung.

Einige PFAS haben toxische Eigenschaften. Deutschland und weitere EU-Staaten wollen deshalb bis Juli 2022 einen Beschränkungsvorschlag bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) einreichen.

Duftstoff in Gesichtsmaske kann Allergien auslösen

In der ebenfalls „ungenügenden“ Ahava Hydration Cream Mask analysierte ein beauftragtes Labor neben dem Duftstoff Hydroxycitronellal, der relativ häufig Allergien auslösen kann, auch künstlichen Moschusduft. Die nachgewiesene polyzyklische Moschus-Verbindung Galaxolid kann sich im menschlichen Fettgewebe anreichern und Tierversuche geben Hinweise auf Leberschäden.

Aber auch natürliche Substanzen können Problemstoffe bergen. Wir ließen alle Produkte mit Anteilen aus Ton-, Heil- oder Mineralerden auf Schwermetalle und andere problematische Elemente, die sich von Natur aus darin befinden können, untersuchen.

In einer Feuchtigkeitsmaske im Test steckt Arsen

In der Luvos Heilerde Feuchtigkeitsmaske mit Mandelöl wies das Labor Arsen nach. Vor allem in seiner anorganischen Form ist Arsen hochgiftig. Zwar geht hier keine akute Gefahr für Verbraucherinnen und Verbraucher aus – trotzdem sind zu hohe Mengen unerwünscht. Und der festgestellte Gehalt lag über dem Wert, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bei guter Herstellungspraxis für technisch vermeidbar hält.

Viele Gesichtsmasken im Test enthalten lösliches Plastik

Beinahe die Hälfte der konventionellen Gesichtsmasken enthält synthetische Polymere. In der Produktbox bezeichnen wir sie als weitere Kunststoffverbindungen. Das Problem: Synthetische Polymere sind in der Umwelt zum Teil schwer abbaubar und können das Abwasser unnötig belasten, auch wenn sie anders als feste Mikroplastikpartikel in gelöster Form vorliegen.

Ein weiteres Umweltproblem: Mit der Ausnahme von einer Aluminiumtube sind alle Masken in folienüberzogene Sachets oder Plastiktuben gefüllt – und kein Anbieter legte uns Belege vor, dass die Kunststoffe für das Verpackungsmaterial Rezyklatanteile aus der Wertstoffsammlung enthalten.

Belege für Anti-Aging-Versprechen fehlen

„Faltentiefereduktion“, „Fältchen werden nachweislich reduziert“: Die Masken der Marken Balea, Eucerin, Judith Williams und Logona werben mit solchen und anderen Anti-Aging-Versprechen. Wir forderten dazu überzeugende Wirksamkeitsstudien an.

Drei der Anbieter lieferten uns jedoch keine. Es hieß, man gewähre nur den Kontrollbehörden Zugang zu den Studien. Dm schickte uns für die Balea Hyaluronmaske zwar eine Studie; sie belegte jedoch keinen Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Pflegeprodukt ohne Auslobung.

Tipps zu Gesichtsmasken:

Was wir Ihnen beim Kauf und zur Gesichtspflege mit Gesichtsmasken raten:

  1. Naturkosmetik im Test vorne: Mit Naturkosmetik liegen Sie bei Gesichtsmasken meist richtig. Auch „sehr gut“ und noch dazu sehr günstig sind einige konventionelle Creme- und Tuchmasken.
  2. Gesichtsmasken aus Tuben oder Tiegeln bevorzugen: So vermeiden Sie unnötigen Müll. Außerdem können Sie damit die Menge beliebig dosieren.
  3. Natürliche Pflege für die reife Haut: Die Haut von Frauen, die älter als 50 Jahre sind, profitiert von natürlicher Pflege, etwa mit einer Weizenkeimöl-Gesichtsmaske.
  4. Feuchtigkeitsmaske selber machen: Mit welchen natürlichen Mitteln Sie eine Gesichtsmaske ganz leicht selber machen können, lesen Sie hier: Gesichtsmaske selber machen.

Bild und Textquelle: ÖKO – Test

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