Weltverbrauchertag: Fünf nachhaltige Verbraucher-Initiativen aus dem Nachbarland Frankreich

In Frankreich werden Verbraucherinnen und Verbraucher dazu ermutigt, mangelhafte Produkte lieber reparieren zu lassen als auf den Austausch gegen ein neues Produkt zu pochen. Das zum Beispiel durch eine Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung um sechs Monate, wenn der Verbraucher den Händler um Reparatur bittet, und sogar um zwei Jahre, wenn der Händler entscheidet, ein Gerät auszutauschen anstatt, wie vom Verbraucher gewünscht, es zu reparieren.

Doch zu mehr Nachhaltigkeit ermutigen, das ist nicht nur dem Gesetz überlassen. Unsere Nachbarn haben zahlreiche lokale Initiativen auf Lager, die uns dem Ziel einer Kreislaufwirtschaft etwas näherbringen. Viele von ihnen werden auch von nationalen oder europäischen Behörden unterstützt.

Zum Weltverbrauchertag am 15. März stellen wir „Best Practices“ aus den grenznahen Gebieten Frankreichs vor.

1/ Secondhand Kleidung 

Ihr Schrank quillt über mit Kleidungsstücken, die Sie nicht mehr tragen? Die Umweltverschmutzung durch die Textilindustrie ist enorm, weshalb sich viele dazu entscheiden, mehr und mehr Secondhand zu kaufen statt neuer Kleidung. Was aber tun mit alten und manchmal sogar kaputten Kleidungsstücken, die nicht mehr getragen werden? Es gibt diesbezüglich immer mehr Möglichkeiten.

Der elsässische Verein „vetis“ beispielsweise sammelt jedes Jahr 600 Tonnen Textilien mithilfe von 80 Containern in Straßburg, Hoerdt und Weyersheim. Nach dem Sortieren und, wenn nötig, Flicken der Kleidung, verkauft vetis diese in seinen fünf Second-Hand-Läden im Großraum Straßburg und in Bischwiller zu niedrigen Preisen weiter. Der Verein setzt sich ebenfalls sozial ein, indem er fast ausschließlich Personen anstellt, die nach über zwei Jahren Arbeitslosigkeit wieder ins Berufsleben einsteigen.

2/ Reparatur und Verkauf von elektronischen Geräten

Genauso wie Kleidung sind auch Elektrogeräte häufig Opfer der Wegwerfgesellschaft. Hier werden viele Organisationen gegründet, die etwas dagegen tun. Eine von ihnen ist der 1984 in Straßburg gegründete Verein „envie“, welcher Haushaltsgeräte und medizinische Geräte repariert. Der Verein verkauft anschließend die Ware weiter, wenn sie nicht mehr vom Eigentümer gewollt wird.

3/ Mehrwegflaschen mit Pfand im Elsass

In Deutschland weit verbreitet, in Frankreich eher unüblich: Einweg- und Mehrwegflaschen mit Pfand. Das französische System des Pfands („consigne“) verschwand in Frankreich in den 1990er Jahren. Heutzutage kommt es allerdings, besonders im Elsass, zu lokalen Initiativen, die ein derartiges System wieder aufgreifen, welches sich – gerade bei Mehrwegflaschen aus Glas – auch finanziell lohnt! Bei Mehrwegflaschen kann nämlich eine und dieselbe Flasche zwischen 20 und bis zu 50 Mal verwendet werden.

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4/ Aktionen gegen Lebensmittelverschwendung

Das „Anti-Wegwerf“-Gesetz in Frankreich sagt der Ressourcenverschwendung den Kampf an. Schon seit 2016 dürfen größere französische Supermärkte unverkaufte Lebensmittel nicht mehr sofort zerstören. Zudem gibt es überall in Frankreich immer mehr Vereine, die es sich zur Aufgabe machen, unverkaufte, aber verzehrbare Waren zu niedrigen Preisen oder sogar kostenlos an Menschen weiterzugeben. Mehr dazu: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/

5/ Gemüse im eigenen Garten: Erhalt der Biodiversität und „short circuits“

Für Umweltschutz aber auch für den Erhalt der Biodiversität dank im Garten kultiviertes Obst und Gemüse setzen sich zunehmend lokale Firmen und Vereine ein. Durch das eigenständige Anpflanzen von Gemüse, Obst und Kräutern spart man sich viel Umweltverschmutzendes – vom Transport der Ware bis hin zur Verwendung von Pestiziden über die Plastikverpackung. Zudem kann das Kultivieren von seltenen Samen und Pflanzen auch noch zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

Zentrum fuer Europaeischen Verbraucherschutz e.V.

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