Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung im Test

Nur jedes zweite Modell ist sicher

Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung sind recht teuer, gelten aber als sicher. Doch im Test patzen einige Träger. Drei Modelle sind gut, eines klarer Testsieger.

Fahr­räder und E-Bikes haben Hoch­konjunktur. Fahr­räder und Zubehör waren im Corona-Sommer 2020 vieler­orts komplett vergriffen, der Radverkehr nahm in vielen Regionen zu. Wer mit seinem Fahr­rad neue Wege erkunden will, kann einfach losradeln, das Rad in der Bahn mitnehmen oder es hucke­pack nehmen – am Auto auf einem Fahr­radträger.

Acht Auto-Fahr­radträger hat die Stiftung Warentest getestet:

  • Die getesteten Fahr­radträger werden alle auf der Anhängerkupp­lung montiert.
  • Alle acht können zwei Fahr­räder trans­portieren und können mit bis zu 60 Kilogramm beladen werden. Damit sind die getesteten Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung auch für E-Bikes zugelassen.
  • Die Test­kandidaten lassen sich nach hinten abklappen und ermöglichen so den Zugang zum Kofferraum.
  • Alle geprüften Auto-Fahr­radträger sind falt­bar und lassen sich so relativ platz­sparend lagern.

Das bietet der Fahr­radträger-Test der Stiftung Warentest

Kupp­lungs­träger gelten als die sichersten Fahr­radträger. Ein Blick in die Test­ergeb­nisse lohnt sich dennoch, denn einige Modelle patzten im Crashtest. Die Noten reichen von Gut bis Mangelhaft.

  • Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt Test­ergeb­nisse für acht Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung, darunter Modelle von Thule, Uebler und Atera für 450 bis 665 Euro. Neben Verarbeitung, Witterungs­beständig­keit und Hand­habung (etwa Zugang zum Kofferraum) haben wir auch die Sicherheit der Fahr­radträger getestet: Wie reagieren sie bei einer Voll­bremsung? Über­stehen sie einen Crashtest? Außerdem nennen wir Ausstattungs­details wie Abmessungen und maximale Zuladung. Test­kommentare fassen die wichtigsten Informationen zu allen getesteten Trägern kompakt zusammen.
  • Kauf­beratung und Tipps. Wir sagen, worauf Sie beim Kauf achten sollten und wie Sie sicher unterwegs sind.
  • System­vergleich. Es gibt Fahr­radträger für Dach, Kupp­lung und Heck­klappe – wir stellen die jeweiligen Vor- und Nachteile heraus.
  • Heft­artikel als PDF. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf das PDF zum Testbe­richts aus test 2/2021.

Fahr­radträger-Test: Was die Stiftung Warentest prüfte

Um den besten Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung zu ermitteln, untersuchten die Tester Sicherheit, Hand­habung und Halt­barkeit der Träger: Wir simulierten einen Frontal­aufprall bei Tempo 30, führten Ausweichmanöver und Voll­bremsungen durch und prüften, wie robust die Befestigungs­elemente der Träger sind. Außerdem probierten wir aus, wie leicht sich die Fahr­radträger montieren lassen und ob sie ungehinderten Zugang zum Kofferraum ermöglichen.

Vier patzen im Crashtest, vier sind sicher

Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung gelten als die komfortabelste und sicherste Variante, Fahr­räder am Auto zu trans­portieren. Doch trotz hoher Preise von 450 bis 665 Euro stellten die Stiftung Warentest im Crashtest bei jedem zweiten Fahr­radträger Sicher­heits­mängel fest: Zwei hielten die Anhängerkupp­lung nach dem Crash nicht mehr fest umschlossen, bei einem Träger flogen kleine Teile ab. Ein Fahr­radträger hob im Crashtest sogar komplett von der Anhängerkupp­lung ab. Von diesen Modellen kann bei Unfällen ein zusätzliches Risiko für andere Verkehr­kehrs­teilnehmer ausgehen. Deshalb vergab die Stiftung Warentest drei Mal die Note Mangelhaft und ein Mal die Note Ausreichend.

Ein Fahr­radträger ist klar Testsieger

Besser machen es die anderen vier Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung: Sie über­stehen den Crashtest, ohne dass sich Teile lösen. Sie alle sind sicher, halt­bar und benut­zungs­freundlich. Im Prüf­punkt Sicherheit bekommt dennoch nur der Testsieger die Note Gut. Er liegt auch sonst klar vorn. Zwei andere Modelle bekommen ebenfalls die Gesamt­note Not – wenn auch nur knapp.

Warum die Stiftung Warentest Kupp­lungs­träger getestet hat

Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung sind vergleichs­weise teuer, in Deutsch­land aber auch mit Abstand am gefragtesten. Etwa zwei Drittel der verkauften Fahr­radträger waren 2019 Kupp­lungs­träger. Sie beein­flussen Kraft­stoff­verbrauch und Fahr­verhalten vergleichs­weise wenig und lassen sich besonders komfortabel beladen. Vor allem für schwere E-Bikes sind sie oft die beste Trans­port­variante: Statt aufs Auto­dach müssen die Elektroräder nur etwa einen halben Meter ange­hoben werden (Vor- und Nachteile von Fahrradträgern für Dach, Kupplung und Heckklappe).

Einfach in der Hand­habung und witterungs­beständig

Stellten wir bei der Sicherheit große Qualitäts­unterschiede fest, schneiden die Fahr­radträger im Test bei der Hand­habung einheitlicher ab: Alle bekommen in diesem Prüf­punkt die Note Gut oder Befriedigend. Montage sowie Be- und Entladen der Räder sind einfach. Viele Träger ermöglichen einen einfachen Zugang zum Kofferraum. Auch den Halt­barkeits­test über­standen alle Fahr­radträger gut.

Fahr­radträger für die Anhängerkupp­lung: Anschaffung kann sich schnell lohnen

Mit Preisen von 430 bis 665 Euro sind die geprüften Auto-Fahr­radträger nicht gerade günstig. Das liegt zum einen daran, dass sich die Stiftung Warentest mit dem begnügen mussten, was der leergekaufte Fahr­radmarkt hergab. Denn die Stiftung Warentest kauft Produkte selbst und anonym im Handel ein. Zum anderen sind Träger für die Anhängerkupp­lung tendenziell teurer als andere Systeme.

Aber selbst der Testsieger oder die beiden Preis-Leistungs-Sieger rechnen sich schnell für den, der sie häufig und auch für kurze Touren nutzt. Wer vor Ort keine Fahr­räder oder E-Bikes mehr mieten muss, hat die Anschaffungs­kosten schnell wieder rein­geholt.

Tipp: Wenn Sie nicht mit dem Auto unterwegs sind und Ihr Fahr­rad dennoch mit auf Reise nehmen wollen, können Sie in unserem großen Fahr­rad-Special nach­lesen, wie die Fahrradmitnahme in Bahn oder Flugzeug funk­tioniert.

 

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