Jarzombek: Wir wollen unseren Raumfahrt-Mittelstand stärken

 
Die Zukunft der europäischen Raumfahrt wird heute und morgen im spanischen Sevilla gestaltet. Dort entscheiden die Mitgliedsstaaten der europäischen Weltraumorganisation ESA über die Programme und Schwerpunkte der europäischen Raumfahrt in den nächsten drei bis fünf Jahren. Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, leitet die deutsche Delegation.
 
Jarzombek: „Deutschland wird in Sevilla Schwerpunkte bei Mittelstand und Startups setzen. Wir wollen unseren Raumfahrt-Mittelstand stärken, indem wir uns in den kommenden Jahren auf die Anwendungs- und Technologieprogramme der ESA konzentrieren. Das Ziel ist, technologische Entwicklungslücken im internationalen Wettbewerb zu schließen. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von Kerntechnologien und Komponenten für künftige Missionen. In Sevilla wollen wir die Weichen stellen, um Europa den Weg zum Mond zu bereiten.“
 
Deutschland will zudem seine Führungsrolle in der Erdbeobachtung und die technische Spitzenstellung der deutschen Raumfahrtunternehmen in diesem Bereich ausbauen. Die Erdbeobachtung leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Klimaforschung und Klimaüberwachung und stärkt die Autonomie der Europäischen Union. Durch ihr fortgesetztes Engagmenet bei den Raumfahrt-Infrastrukturen, allen voran bei der europäischen Trägerrakete Ariane 6, sichern die ESA-Mitgliedstaaten zudem langfristig den unabhängigen Zugang Europas zum All.
 
Die ESA-Ministerratskonferenz tagt am 27. und 28. November. Sie findet üblicherweise alle drei Jahre statt. Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist für die inhaltliche Vorbereitung der deutschen Positionen und die Abstimmung mit der Bundesregierung und der ESA zuständig.

Deutschland sorgt für die Zukunft der europäischen Raumfahrt
Heute Mittag ist in Sevilla die ESA-Ministerkonferenz zu Ende gegangen, auf der die
Mitgliedstaaten die Weichen für Europas Zukunft in der Raumfahrt gestellt haben.
„Heute ist ein guter Tag für die europäische Raumfahrt,“ kommentierte Thomas
Jarzombek, der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt und
Leiter der deutschen Delegation. „Wir haben uns mit unseren Zeichnungen an die
Spitze der ESA-Staaten gesetzt und unsere Partner für neue Vorhaben gewinnen
können. Dazu gehört der Einstieg in Newspace, insbesondere bei neuartigen
Launchern, eine robotische Mission zum Mond und ein Programm zum Schutz der
Erde vor Asteroiden. Wichtiges Ziel für uns war die Stärkung des
Raumfahrtmittelstands, wir haben das Budget für KMUs um 150 Prozent gesteigert.
Deutschland zeigt nun mit fast 3,3 Milliarden Euro für die nächsten Jahre das mit
Abstand größte Engagement aller ESA-Mitgliedstaaten und erreicht damit
insbesondere
-ein komplett neues Launcher-Programm (CSTS), mit dem erstmals eine
Beschaffungs- statt Entwicklungsstrategie bei der ESA etabliert wird für
neuartige Microlauncher.
-die Realisierung einer robotischen Mondmission gemeinsam mit unseren
europäischen Partnern.
-das Programm Hera, um die Erde vor Asteroiden zu schützen.
-den Einstieg beim Lunar Gateway exklusiv mit KMU-Partnern, indem wir 25
Millionen Euro für Leistungen der deutschen KMU reservieren. So nehmen
wir den deutschen Mittelstand mit zum Mond.
-eine deutliche Stärkung des Raumfahrtmittelstands mit einer
Budgetsteigerung von 150 Prozent.
-eine Führungsrolle in Erdbeobachtung, um den Klimawandel besser zu
verstehen.
-eine Führungsrolle bei der internationalen Raumstation ISS und der
Serienfertigung des Technikplattform des NASA-Raumschiffs zum Mond
(European Service Modul).
-eine Weiterentwicklung der Ariane 6 gemeinsam mit Frankreich mit einem starken Commitment für die deutschen Standorte.“
Insgesamt haben die ESA-Mitgliedstaaten beschlossen, in den kommenden Jahren 14,4 Milliarden Euro im Rahmen der ESA in die europäische Raumfahrt zu investieren. Deutschland übernimmt mit seinem stark erhöhtem Beitrag in Höhe von fast 3,3 Milliarden Euro erstmals mit deutlichem Abstand eine führende Rolle. Im Vergleich zur letzten ESA-Ministerkonferenz 2016 ist das eine massive Steigerung (2016: ESA gesamt 10,4 Milliarden, Deutschland 2 Milliarden). Damit bringt die Bundesregierung ihre Bereitschaft, in Zukunftstechnologien zu investieren, sehr deutlich zum Ausdruck.

Neueste Meldungen  Commerzbank trotz Corona mit stabilem Kundengeschäft und starker Kapitalquote
2 Jahren ago

Bewertung ESA-Ministerratskonferenz in Sevilla stellt Weichen für europäische Raumfahrt.

Your email address will not be published.