Energie & Umwelt

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Die Sommerzeit als Aus-Zeit nutzen: An hellen, warmen Sommertagen können Sie besonders gut und einfach Energie sparen. Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pause für den Trockner: Wäsche können Sie draußen oder sogar in der Wohnung trocknen – wenn ausreichend gelüftet wird.
  • Ausgerechnet die Heizung kann ungewollte Kosten produzieren. Wenn Sie Ihre Heizungsanlage selbst steuern können, schalten Sie sie ab oder auf Sommerbetrieb.
  • Mobile Klimageräte bringen nichts – Ventilatoren verbrauchen wesentlich weniger Strom.

7 Tipps fürs Stromsparen im Sommer

Selbst bei kalten Heizkörpern kann eine Heizungsanlage unnötig Energie verbrauchen – wenn die mit Strom betriebene Heizungspumpe einfach weiterläuft, obwohl ihre Arbeit nicht benötigt wird. Wenn Sie Ihre Heizung selbst steuern können, dann schalten Sie diese aus oder den Sommerbetrieb ein. Gleiches gilt für die Zirkulationspumpe im Warmwassersystem

Nicht nur Sie, auch Ihr Kühlschrank freut sich über niedrige Raumtemperaturen! Sie erleichtern seine Arbeit. So hilft es beim Stromsparen, wenn die Küche gegen Sonneneinstrahlung geschützt ist. Und denken Sie daran: Wenn Sie bei Hitze den Backofen nutzen, erhöht sich die Küchentemperatur noch mehr.

Bei Hitze wächst die Versuchung, ein günstiges, mobiles Klimagerät zu kaufen. Doch neben deutlich steigenden Stromkosten ist oft Enttäuschung die Folge: Die Geräte sind gerade bei großen Räumen in vielen Fällen überfordert. Wenn Sie gesundheitlich nicht auf eine Klimatisierung angewiesen sind, können Sie auch einen Ventilator einsetzen. Dieser gibt Ihnen ein Gefühl der Abkühlung und verbraucht dabei deutlich weniger Strom – rund 5  Euro im Jahr kostet die luftige Erfrischung.

Wenn es draußen sehr warm ist und die Fenster offen stehen, können Sie Ihre Wäsche in der Wohnung trocknen. Noch bessere Orte für die feuchten Textilien sind natürlich Balkon, Terrasse und Garten! Der Trockner hat dann hitzefrei – das spart Strom.  

Aber: Sobald die Temperatur wieder fällt, heißt es in jedem Fall: Nasse Wäsche raus aus der Wohnung, um Schimmel zu vermeiden!

Vor einer Reise sollten Sie Kühl- und Gefrierschränke leeren und abtauen. Das spart während des Urlaubs und auch danach, weil Geräte ohne Eisschicht effizienter kühlen und somit weniger Strom brauchen. 

Auch für andere „Dauerverbraucher“ kann sich die Aus-Zeit während der Reise lohnen. Das sind zum Beispiel Router, Stereoanlage oder Fernseher – ziehen Sie hier lieber den Stecker, denn auch im Stand-by-Modus verbrauchen viele elektrische Geräte ohne sichtbares Zeichen noch Strom – ältere Exemplare sogar ziemlich viel.

Extra-Tipp: Notieren Sie vor der Reise den Stand Ihres Stromzählers. So können Sie nach der Rückkehr feststellen, ob tatsächlich alles ausgeschaltet war – und eventuelle Stromfresser besser aufspüren.

Beleuchtung, Springbrunnen oder Musikanlage – vieles, was den Aufenthalt auf dem Balkon oder im Garten schöner macht, können Sie mit Solarstrom betreiben. Das schont Klima und Konto. Für eine eigene Stromerzeugung gibt es auch Stecker-Solargeräte für den Balkon.

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Service Questions

Ist ein Tarif mit Ökostrom und Ökogas überhaupt sinnvoll?

Ökostromtarife helfen oft gar nicht bei der Energiewende. Wir erklären, warum das so ist und welche Labels Ihnen zeigen, wo wenigstens etwas für das Klima getan wird.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit der Wahl eines Ökostromtarifs trägt man in Deutschland nur wenig zur Energiewende bei. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird vor allem über die EEG-Umlage realisiert, die ohnehin jeder Stromverbraucher über die Stromrechnung bezahlt.
  • Viele Ökostromtarife haben gar keinen zusätzlichen Klimanutzen. Labels helfen zumindest, die sinnvollsten Angebote zu finden.
  • Auch Ökogas und Klimagas haben nur bedingt nachweisbare Umweltvorteile.

Unter Ökostrom versteht man Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Das bedeutet, dass er in Wind- oder Wasserkraftwerken gewonnen wurde, in Biogasanlagen oder mit Photovoltaik, also Solarstromanlagen. Anbieter müssen für die Menge, die sie als Ökostrom verkaufen wollen, Herkunftsnachweise beziehen.

Wie aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)* hervorgeht, finden 69 Prozent der Verbraucher das Angebot von Ökostrom bei der Auswahl eines neuen Strom- bzw. Gasanbieters „sehr wichtig“ beziehungsweise „eher wichtig“ (September und Oktober 2019, 1002 Befragte). Allerdings bedeutet ein Mehr an Ökostrom-Bezug in Deutschland keineswegs automatisch, dass auch wirklich mehr grüner Strom erzeugt wird.

Egal, welchen Tarif Sie wählen: Die physische Quelle Ihres Stroms ist davon unabhängig. Auch wenn Sie Ökostrom beziehen, kommt die Energie aus irgendeinem nahegelegenen Kraftwerk zu Ihnen. Ihr Stromanbieter muss für Ihren Ökostrom aber sogenannte Herkunftsnachweise kaufen.

Herkunftsnachweise belegen, wie und wo der Strom erzeugt wurde. Ein Anbieter erwirbt Herkunftsnachweise für die Menge Strom aus erneuerbaren Quellen, die er seinen Kunden als Ökostrom verkauft.

Herkunftsnachweise aus Deutschland gibt es allerdings kaum. Grund dafür ist, dass in Deutschland der Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzlich gefördert wird – über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Grüner Strom, der so gefördert wird, darf nicht gesondert als Ökostrom verkauft werden, erhält also auch keinen entsprechenden Herkunftsnachweis. Sonst würden Anlagenbetreiber für denselben grünen Strom doppelt kassieren: über die Förderung und zusätzlich durch Verkaufserlöse. Fast jeder Öko-Anlagenbetreiber in Deutschland hat sich bislang für die sichere staatliche Förderung entschieden. Daher stehen kaum Herkunftsnachweise zur Verfügung.

Ökostromlabels zertifizieren in der Regel einzelne Tarife, manchmal auch die anbietenden Unternehmen. Während Herkunftsnachweise bereits belegen, dass der Strom aus erneuerbaren Energien stammt, wollen Labels garantieren, dass es einen zusätzlichen Umweltnutzen gibt. So garantieren Labels z.B., dass ein Teil des Ökostromerlöses einen echten Beitrag zur Energiewende leistet oder der Strom zumindest anteilig aus neuen Kraftwerken stammen muss. So lassen sich Tarife finden, die wirklich einen Zusatznutzen für das Klima haben können.

Worin dieser Klimanutzen besteht, ist allerdings sehr unterschiedlich:

  • Ausbau erneuerbarer Energien: Eine Möglichkeit ist, dass ein Teil des Erlöses aus einem Ökostromtarif tatsächlich in den Ausbau erneuerbarer Energien fließt. Dabei geht es um maximal einen Cent pro Kilowattstunde, oft weniger. Zum Vergleich: Wer aufgrund seines Stromverbrauchs 200 Euro EEG-Umlage pro Jahr zahlt, würde bei einem Öko-Cent pro Kilowattstunde im selben Jahr weitere 30 Euro beisteuern.
  • Andere Energieprojekte: Manche Labels unterstützen andere Energiewende-Aktivitäten. Das können zum Beispiel Energiesparmaßnahmen sein, Mieterstrommodelle oder Bürgerenergieprojekte. Oder Vorhaben, die sich mit Speichertechnologien und E-Mobilität beschäftigen. Weil diese Aktivitäten in den Kriterienkatalogen der Ökostromlabels an Bedeutung gewinnen, tritt der zusätzliche Zubau bei den Erneuerbaren weiter in den Hintergrund.
  • Deinvestment: Manche Ökostromlabels bekommen nur Anbieter, die nicht an Kohle- oder Atomkraftwerken beteiligt sind. Der unmittelbare wirtschaftliche Druck durch dieses persönliche Deinvestment bleibt sicherlich überschaubar. Als Zeichen und persönliche Loslösung von klimaschädlichen oder gefährlichen Technologien kann eine Entscheidung für diese Anbieter aber durchaus ihren Wert haben.

Wenn Sie Ökostrom beziehen möchten, sollten Sie einen Tarif mit einem Label wählen, das ein Mindestmaß an Energiewendenutzen garantiert. Das sind das ok-Power-Label und das Grüner-Strom-Label. Beide Labels garantieren zudem, dass die Ökostromanbieter nicht an Atomkraftwerken, neuen Steinkohlekraftwerken und Braunkohlekraftwerken beteiligt sind. Von diesem Grundsatz darf nur im Einzelfall abgewichen werden, beispielsweise wenn die Beteiligung vor dem Jahr 2015 geschlossen wurde (Grüner-Strom-Label).

Viele Anbieter verkaufen Ökostrom sehr günstig. Das ist unter anderem deshalb möglich, weil in Europa die Nachfrage nach Herkunftsnachweisen kleiner ist als das Angebot. Der Nachweis, dass eine Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien stammt, kostet bislang nur den Bruchteil eines Cents. Viele Unternehmen können daher Ökostrom zu geringen Mehrkosten geradezu billig anbieten – ohne etwas für das Klima zu tun.

Um die Energiewende voranzubringen, können Sie direkt in erneuerbare Anlagen investieren. So können Sie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach betreiben oder ein Stecker-PV-Gerät auf dem Balkon, eine Solarthermieanlage oder eine Wärmepumpenheizung. Über Bürgerenergieprojekte können Sie sich auch an Windkraft-, Biomasse- und größeren Solarkraftwerken beteiligen und so zum Ausbau der Erneuerbaren beitragen.

Außerdem ist es natürlich wichtig, Ihren Energieverbrauch möglichst weit zu senken. Investitionen in sparsame Haushaltsgeräte sind deshalb gut angelegtes Geld.

Auch beim Heizgas gibt es sogenannte Öko-, Bio- oder Klimatarife. Der Umweltnutzen ist dabei aus verschiedenen Gründen nicht einfach abzuleiten. Eine zuverlässige Orientierung anhand von Labels oder Siegeln ist zudem nicht möglich.

Generell ist die sicherste Möglichkeit, beim Heizen das Klima zu schonen, den eigenen Energieverbrauch zu senken.

Weitere Informationen

Jeder Haushalt – egal ob Ökostromkunde oder nicht – fördert erneuerbare Energien über die sogenannte EEG-Umlage auf seiner Stromrechnung. Aktuell sind dies rund 6,5 Cent pro Kilowattstunde und somit gut 20 Prozent des Strompreises. Durch dieses System der Förderung gibt es in Deutschland bereits einen hohen Anteil Ökostrom im allgemeinen Strommix – rund 50 Prozent.

Weil Herkunftsnachweise aus Deutschland kaum verfügbar sind, stammen diese meist aus dem Ausland, zum Beispiel aus Norwegen oder Österreich. Der Strom, der dahinter steckt, wird in aller Regel ohnehin produziert. Seine „grüne“ Eigenschaft verschiebt sich durch den Zukauf eines Herkunftsnachweises auf den Strom des Käufers. So kann dieser auf der Rechnung eines Ökostromkunden 100 Prozent Ökostrom ausweisen. Insgesamt aber gibt es nachher genauso viel „grünen“ und „grauen“ Strom wie vorher – dem Klima ist nicht geholfen. Da bei vielen Ökostromtarifen nur dieser „grüne Anstrich“ stattfindet, trägt der Bezug von Ökostrom oftmals nicht zur Energiewende bei.

Anders ist dies bei Ökostromanbietern, die sich politisch für die Energiewende und wirtschaftlich für den EEG-unabhängigen Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen. Entscheidet man sich für einen dieser Ökostromanbieter, so unterstützt man deren ökologische Geschäftspolitik und somit indirekt auch die Energiewende in Deutschland.

Etwas ganz anderes als die Herkunftsnachweise für Ökostrom sind die sogenannten Regionalnachweise, die es seit 2019 in Deutschland gibt. Regionalnachweise machen den Erzeugungsort von EEG-gefördertem Strom nachvollziehbar. Sie ermöglichen, dass EEG-Strom als Strom „aus der Region“ im Umkreis von 50 Kilometer um die Verbrauchsstelle des Stromkunden vermarktet werden kann.

Einen Beitrag zur Energiewende leisten regionale Stromprodukte allerdings nicht, da kein zusätzlicher Ausbau von erneuerbaren Erzeugungsanlagen stattfindet. Es wird sich zeigen, ob dieses eher komplizierte neue System am Markt bei Verbrauchern und Stromanbietern Fuß fassen wird.

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So finden Sie den passenden Strom- oder Gastarif

Viele Strom- und Gasanbieter erhöhen aktuell die Preise. Hier erfahren Sie, wie Sie bei der Tarifsuche vorgehen sollten. Außerdem helfen wir Ihnen, zwischen Bonus-Tarifen, Preisgarantien und Bündelangeboten alle Vertragsbedingungen im Blick zu behalten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Ersparnis beim Anbieterwechsel ist in vielen Städten gering, manchmal ist sogar die Grundversorgung am günstigsten.
  • Neben dem Preis sind bei Gas- und Stromtarifen auch Punkte wie kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen wichtig.
  • Vergleichsportale sind aktuell nur eingeschränkt nutzbar.
  • Zu Bonus-Tarifen, Preisgarantien, Ökostrom und Online-Tarifen sollten Sie sich vorab genau informieren.
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So finden Sie den passenden Strom- oder Gastarif

Service Questions

Derzeit herrscht eine Ausnahmesituation auf dem Gas- und Strommarkt: die Beschaffungspreise sind seit Monaten sehr hoch, einige Anbieter haben einen Belieferungsstopp angekündigt, andere mussten Insolvenz anmelden. Viele Energieanbieter haben mit Preiserhöhungen reagiert.

In einigen Städten ist momentan der Grundversorgungstarif der günstigste Tarif. Die Ersparnis beim Anbieterwechsel ist in vielen Liefergebieten gering. Es ist teilweise schwierig, attraktive Tarife zu finden. Insbesondere dann, wenn der Tarif eine Preisgarantie haben soll.

So sollten Sie vorgehen:

  • Bleiben Sie in Ihrem Bestandstarif, wenn Sie noch eine günstigen Tarif und bisher keine Preiserhöhung erhalten haben.
  • Sie haben eine Preiserhöhung bekommen und suchen einen neuen Tarif? Dann erkundigen Sie sich beim Grundversorger vor Ort nach günstigen Tarifen. Als Übergangslösung sollten Sie den Grundversorgungstarif mit in Ihre Recherche einbeziehen.
  • Finden Sie auf diese Weise keinen geeigneten Tarif, können Sie sich z.B. bei anderen Stadtwerken und Energieversorgern nach Tarifen umsehen.
  • Eine Orientierung kann auch ein Vergleichsportal geben. Bitte beachten Sie hier allerdings, dass viele Preise nicht aktuell sind.
  • Wenn Sie nur teurere Tarife finden, achten Sie darauf, dass sie Laufzeit nicht zu lange ist. Schließen Sie einen Tarif ab, den Sie monatlich oder quartalsweise kündigen können. Schauen Sie sich in ein paar Wochen erneut nach günstigeren Tarifen um.

Die Strom- und Gaspreise sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Im Jahr 2022 könnten Abschläge und Abrechnungen daher deutlich höher ausfallen als bisher. Mehr zu den aktuellen Energiepreisentwicklungen:

Entwicklung der Energiekosten für einen 3-Personen-Musterhaushalt

Zahlte ein 3-Personen-Haushalt im Jahr 2021 noch rund 2.538 Euro im Jahr, steigen die Energiekosten im Jahr 2022 auf durchschnittlich 3.709 Euro im Jahr – sofern die Energiepreise dieses Jahr auf dem Niveau vom Januar 2022 bleiben.

Binden Sie sich nicht unnötig lang an einen Energieanbieter. Bleiben Sie lieber flexibel, so dass Sie bei Bedarf andere attraktive Angebote nutzen können. Als Filtereinstellung empfehlen wir hierzu:

  1. maximal 12 Monate Erstvertragslaufzeit
  2. maximal 1 Monat Verlängerung
  3. maximal 1 Monat Kündigungsfrist

Nutzen Sie nur Tarifportale, die Ihnen all diese Einstellungen bei der Suche ermöglichen.

Ob eine Preisgarantie sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt immer davon ab, wie die Preise aktuell sind und wie sie sich voraussichtlich entwickeln. Und zusätzlich davon, welche Preiskomponenten die Preisgarantie abdeckt. Eine Empfehlung für die derzeitige Situation finden Sie im roten Kasten unten.

Generell gilt: Ist ein Tarif mit Preisgarantie nicht teuer, und hat er eine Erstlaufzeit von maximal einem Jahr, schadet die Garantie nicht. Neben Preis und Laufzeit ist der Umfang der Garantie entscheidend.

Viele Preisgarantien sind eingeschränkt. Sie klammern gesetzlich regulierte Preisbestandteile wie Netzentgelte, Steuern, Abgaben oder Umlagen aus. Verändern sich diese Preisbausteine, greift die Garantie also nicht – der Anbieter kann seine Preise trotzdem erhöhen.

Der Anteil der ausgeklammerten Elemente am Gesamtpreis kann hoch sein: Beim Gas sind es bis zu etwa 50 Prozent, beim Strom können es sogar mehr als 80 Prozent sein. Derzeit steigen sowohl bei Strom als auch bei Gas die Beschaffungskosten. Eine Preisgarantie kann daher vor steigenden Preisen schützen.

Bei einem Tarif mit Bonus sollten Sie sich darauf einstellen, nach einem Jahr erneut zu wechseln. Denn das zweite Vertragsjahr ist in den Bonus-Tarifen in der Regel teurer. Die ausgewiesene Ersparnis im ersten Jahr geht oft ausschließlich auf den Bonus zurück.

Deshalb ist es hilfreich, beim Tarifvergleich den Bonus nicht einrechnen zu lassen. Achten Sie zudem genau auf die Bedingungen für den Bonus.

Sogenannte Online-Tarife bilden mittlerweile den Großteil der günstigsten Tarife in den Vergleichsportalen. Dabei läuft der Kontakt zum Anbieter in der Regel ausschließlich per E-Mail oder über ein Kundenportal. Persönliche Gespräche und teils auch Telefonate sind nicht vorgesehen. Auch von Preiserhöhungen erfahren Sie in diesen Tarifen nur auf dem elektronischen Weg.

Wählen Sie deshalb nur dann einen Online-Tarif, wenn Sie Ihre E-Mails regelmäßig lesen und auf persönlichen Service verzichten können.

In den meisten Vergleichsportalen gibt es zurzeit keinen Filter für Online-Tarife. Die Portale weisen aber aus, wenn es sich um einen Online-Tarif handelt.

Ein Tipp: Falls Sie in einem Vergleichsportal einen Online-Tarif finden, der für Sie gut passt, Sie ihn aber lieber mit persönlichem Service und Rechnungen per Post hätten, fragen Sie den Anbieter direkt an. Einige Unternehmen gehen darauf ein.

Einen Tarif mit Ökostrom zu wählen, bringt der Energiewende nicht viel. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird in Deutschland vor allem über die EEG-Umlage finanziert, die Verbraucher sowieso bezahlen. Viele Ökostromtarife haben keinen darüber hinausgehenden Klimanutzen.

Wer die für das Klima sinnvollsten Angebote finden möchte, kann sich aber an den Labels „ok-power“ und „Grüner Strom Label“ orientieren.

Auch Ökogas und Klimagas haben nur bedingt nachweisbare Umweltvorteile. Vergleichbare Labels gibt es hierfür aber nicht.

Manchmal umfasst ein Angebot zusätzlich zum Strom- oder Gastarif ein weiteres Produkt, teilweise als Prämie bezeichnet. Das kann zum Beispiel ein Grill sein, ein Smartphone, ein Fahrrad oder ein Zeitschriftenabo. Für ein solches Bündelangebot zahlen Sie in der Regel einen so viel höheren Grundpreis, dass es günstiger wäre, die Energie und das Prämien-Produkt einzeln zu kaufen.

Ein Abo kann sich zudem als Kostenfalle erweisen und läuft möglicherweise länger als Ihr Energievertrag. Prüfen Sie solche Angebote deshalb genau.

Anbieter verlangen üblicher Weise 12 monatliche Zahlungen, die sogenannten Abschläge, von Ihnen. Einige Anbieter nehmen allerdings auch 11 Abschläge. Teilen sich Ihre voraussichtlichen Energiekosten nur in 11 Abschläge auf, ist Ihr Abschlag also ein wenig höher als bei 12 Abschlägen.

Das ist im Falle einer Insolvenz Ihres Energieanbieters nachteilig. Denn bei 11 Abschlägen entsteht ein unnötig hohes Guthaben gegenüber dem Energieversorger, das Sie im Falle einer Insolvenz kaum zurückbekommen werden. Zudem sind geringere Abschläge vorteilhafter für Haushalte, die über ein geringes monatliches Budget verfügen. Sie sollten sich also für 12 Abschläge entscheiden.

Weitere Informationen

Um an einen möglichst kundenfreundlichen Anbieter zu gelangen, können Sie die Erfahrungen anderer Kunden nutzen. Typische Probleme sind beispielsweise:

  • nicht erstellte Jahres- oder Schlussrechnungen
  • die Nichtauszahlung von Boni oder Guthaben
  • drastische Preiserhöhungen
  • untergeschobene Verträge

Als Quellen für Ihre Recherche eignen sich zum einen die Internetseiten der Anbieter selbst – gewinnen Sie hier einen schlechten Eindruck, weil etwa keine klaren Produktbeschreibungen, Kontaktmöglichkeiten oder Hinweise zum Unternehmen zu finden sind, sollten Sie sich nicht auf einen Vertrag einlassen. Außerdem können Sie Veröffentlichungen von Urteilen und Abmahnungen der Verbraucherzentralen hinzuziehen. Zudem eignet sich eine kurze Internetrecherche, um zu überprüfen, ob schon andere Verbraucher:innen vermehrt Probleme mit einem Anbieter hatten. Ist in Vergleichsportalen ein Anbieter schlecht bewertet, so ist ebenfalls von ihm abzuraten.

2021 sind die Beschaffungskosten bei Strom stark und bei Gas außergewöhnlich stark gestiegen. Es ist zu erwarten, dass viele Anbieter mit Preiserhöhungen reagieren werden. Bei Strom wird die EEG-Umlage 2022 sinken – um circa 3,3 Cent brutto im Vergleich zu 2021. Das mildert den Preisanstieg der Beschaffungskosten etwas ab. Die Netzentgelte werden 2022 durchschnittlich etwas steigen. Hier gibt es regional große Unterschiede.

Bei Strom hat ein Tarif mit Preisgarantie aktuell einen Mehrwert. Er verhindert, dass Sie möglicherweise kurz nach dem Wechsel eine Preiserhöhung erhalten und erneut wechseln müssen.Von einem teuren Tarif mit Preisgarantie sollten Sie absehen. Maximal sollten Sie sich ein Jahr binden.

Beim Gas sind die Beschaffungskosten 2021 deutlich gestiegen. Dies wird sich auf viele Verbraucherverträge auswirken. Preiserhöhungen sind wahrscheinlich. Wenn Sie einen günstigen Tarif mit Preisgarantie finden, sollten Sie zugreifen. Seit dem 1. Januar 2022 hat es Veränderungen bei der CO2-Abgabe und in vielen Regionen auch bei den Netzentgelten gegeben. Wenn Sie nur eine eingeschränkte Preisgarantie wählen, kann es trotzdem zu Preiserhöhungen kommen. Dennoch schützt auch eine eingeschränkte Garantie zurzeit gut vor den stark gestiegenen Beschaffungskosten.

Auch ohne Preisgarantie müssen Sie Preiserhöhungen nicht hinnehmen: Ändern sich Preise, haben Sie immer ein Sonderkündigungsrecht.

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