Die wichtigsten Regelungen zum Schadenfreiheitsrabatt

Mit der Schadenfreiheitsklasse steigt Ihr Schadenfreiheitsrabatt – damit belohnt Ihre Kfz-Versicherung umsichtige Fahrer.

Wer keine Schäden an seinem Auto verursacht, wird vom Kfz-Versicherer mit dem sogenannten Schadenfreiheitsrabatt belohnt. Die wichtigsten Regelungen erklärt dieser Überblick.

Was ist der Schadenfreiheitsrabatt?

Der Beitrag in der Kfz-Haftpflichtversicherung und in der Vollkaskoversicherung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Faktor ist die sogenannte Schadenfreiheitsklasse. Die Schadenfreiheitsklasse ergibt sich aus dem Schadenverlauf, also den bisher verursachten Autounfällen. Hat man ein Jahr lang keinen Unfall verursacht, wird man in die nächstbessere Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Die neue Einstufung in eine bessere Schadenfreiheitsklasse erfolgt immer zum Beginn des neuen Versicherungsjahres, in der Regel ist das der 1. Januar.

Hat man allerdings einen Unfall verursacht, erfolgt vom Versicherer im folgenden Jahr eine Rückstufung in eine schlechtere Klasse. Je nachdem in welcher Schadenfreiheitsklasse man sich befindet, gewährt die Kfz-Versicherung eine gewisse Ermäßigung – den Schadenfreiheitsrabatt. Der Nachlass steigt, je länger man unfallfrei fährt. Die jeweilige Höhe der Ermäßigung ergibt sich aus den Allgemeinen Bedingungen der verschiedenen Versicherungen.

Für den Schadenfreiheitsrabatt ist nicht die Höhe des einzelnen Schadens ausschlaggebend, sondern die Anzahl der Schäden. Mehrere kleine Unfälle können zu einem höheren Rabattverlust führen als ein großer Schaden.

Wie können Autofahrer ihren Rabatt beeinflussen?

Den Rabatt gibt es nur in der Kfz-Haftpflicht– und Vollkaskoversicherung. Aus gutem Grund: In der Haftpflicht und der Vollkasko können Autofahrer selbst Einfluss darauf nehmen, ob sie einen Schaden bei sich oder anderen Verkehrsteilnehmer verursachen. Autofahrer, die keine oder wenig Unfälle verursachen, werden so mit günstigeren Beiträgen von der Versicherung belohnt.

Was ist mit der Teilkaskoversicherung?

Die Teilkaskoversicherung übernimmt beispielsweise Kosten für geklaute Radios oder Navigationsgeräte, Sturm- und Hagelschäden oder nach einem Autodiebstahl. Also Risiken, die der Versicherungsnehmer nicht selbst direkt beeinflussen kann. Daher wird man auch nicht für einen Diebstahl oder Glasbruch mit einer schlechteren Einstufung von der Kfz-Versicherung bestraft.

Kann man eine Rückstufung verhindern? 

Ist der Kunde bereit, nach einem Schaden die Kosten nachträglich aus eigener Tasche zu begleichen, kann eine Rückstufung verhindert werden.

Prinzipiell funktioniert das so: Der Versicherer reguliert zunächst den Schaden am Auto. Der Versicherer ist hier verpflichtet, den Autofahrer über die Kosten für den Schaden zu informieren. Nach dieser Mitteilung hat der Kunde die Möglichkeit, diese Kosten der Versicherung zu erstatten. In diesem Fall behält der Kunde seine Einstufung. Begleicht er die Kosten hingegen nicht, wird der Vertrag zum Jahreswechsel bzw. zur Hauptfälligkeit in der Schadenfreiheitsklasse vom Versicherer zurückgestuft.

Was passiert bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung?

Wechselt ein Autofahrer den Anbieter seiner Versicherung, kann er in der Regel seine Prozente zum neuen Versicherer mitnehmen. Er muss dafür noch nicht mal tätig werden: Die neue Kfz-Versicherung erfragt elektronisch beim Vor-Versicherer den Status der Schadenfreiheitklasse. Möglich wird das mit dem sogenannten Versichererwechselbescheinigungsverfahren (VWB-Verfahren).

Wie lange muss der Versicherungsschutz bestehen, um den Schadenfreiheitsrabatt zu bekommen?

Eine Umstufung in einen günstigeren Schadenfreiheitsrabatt kann nur erfolgen, wenn mindestens sechs Monate ununterbrochen Versicherungsschutz bestanden hat. Bei weniger als sechs Monaten bleibt die Rabatteinstufung unverändert.

Bei Unterbrechung: Wann verfällt mein Schadenfreiheitsrabatt?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, warum der Schutz der Kfz-Versicherung unterbrochen werden kann. Dazu zählen etwa die Kündigung eines Vertrages, die Stilllegung, der Verkauf, die Verschrottung oder der Diebstahl eines Fahrzeugs. Diese Unterbrechungen können sich auf die Schadenfreiheitsklasse auswirken. In welcher Form, zeigt die Tabelle:

Dauer der Unterbrechung des Versicherungsschutzes Folgen für Schadenfreiheitsrabatt
Kürzer als 6 Monate Der Rabatt verbessert sich, es erfolgt eine Umstufung im nächsten Jahr.
Länger 6 Monate Der Rabatt bleibt gleich, es erfolgt keine Umstufung im nächsten Jahr.
Länger als 12 Monate Beim Schadenverlauf wird für jedes weitere angefangene Kalenderjahr seit der Unterbrechung ein schadenfreies Jahr abgezogen. Das heißt, der Schadenfreiheitsrabatt sinkt allmählich.
Länger als 7 Jahre Der Schadenfreiheitsrabatt verfällt komplett.

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