Über die Vorteile von Crowdlending gegenüber dem klassischen Crowdinvesting und weitere Modelle sprach Cash. mit Simon Brunke, CEO von Exporo.

Cash.: Sie haben Ihr Geschäftsmodell vom Crowdinvesting auf Crowdlending umgestellt. Wie sieht dieses Konzept aus?


Brunke: Das ist richtig. In der Vergangenheit haben wir das Vehikel Nachrangdarlehen eingesetzt, da es eine gute Lösung für die Vermittlung von Kapital darstellte.
Aktuell steigen wir hingegen vermehrt auf das Crowdlending um. Die eigentliche Kreditvergabe wird hierbei durch ein Kreditinstitut (Fronting Bank) abgewickelt.
In einem weiteren Schritt wird der Kreditvertrag gekauft und an den jeweiligen Privatanleger abgetreten. Wir sind dabei, die Kredite ausschließlich über Partner-Banken zur Verfügung zu stellen und diese Forderung dann in Echtzeit abzukaufen.

Worin liegt der Vorteil dieses Vorgehens und wie hoch sind die Renditen für die Anleger?

Brunke: Über diesen Umsetzungsweg des Crowdlendings haben wir die mit den Projektentwicklern individuell vereinbarten Sicherheiten wie Bürgschaften, Grundschulden, Patronatserklärung oder auch Gewinnabtretung im besseren Zugriff, als es das klassische Nachrangdarlehen erlaubt.
Auch im Bereich des Crowdlendings bewegen sich die Renditen der Anleger zwischen vier und sechs Prozent per annum.

Cash.: Darüber hinaus vermitteln Sie auch Immobilieninvestments in Form von Anleihen. Nach welchem Prinzip funktioniert dies?

Brunke: Die Exporo Investment GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Exporo AG, verfügt seit Ende 2017 über eine Paragraf 32 KWG-Lizenz als Finanzdienstleistungsinstitut und vermittelt Anleihen seit Anfang 2018 – damit übertragen wir die Vorteile des Crowdinvestings und auch Crowdlendings auch auf größervolumige Projekte.
Wir nutzen Anleihen auf zweierlei Weise: Zum einen, indem wir durch das Vehikel der Anleihe Immobilien “digital segmentieren“, um die Vorteile des Immobilieneigentums ohne den normalerweise entstehenden Aufwand zu ermöglichen.
Von der Objektsuche über die Prüfung und den Ankauf der Immobilie bis zum fertigen Anlageprodukt und dem anschließenden Asset Management liegt alles in unserer Hand. Das Novum liegt im digitalen Charakter der Anlage.

Wodurch zeichnet sich diese Variante aus?

Brunke: Dadurch können zum einen sehr hohe Transparenz, zum anderen sehr geringe Emissions-, Vertriebs- und Verwaltungskosten realisiert werden.
Der Effekt: höhere Renditen für den Anleger bei gleichzeitig deutlich geringerem Zeitaufwand. Und die Anleihe wiederum ermöglicht einen aktiven Handel, so dass aus einem illiquiden Asset eine liquide Anlage wird.
Wirtschaftlich gesehen kommt diese wertpapierbasierte Innovation, mit der wir sowohl private als auch institutionelle Anleger ansprechen, der eigenen Immobilie zur Kapitalanlage sehr nahe. Wir nennen es auch “digitales Eigentum”, da der Anleger wie ein Eigentümer profitiert.

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Cash.: Wie sieht der zweite Weg aus, auf dem Sie Anleihen nutzen?


Brunke: Der Gesetzgeber hat aktuell, zum 21. Juli 2018, die bestehenden Prospektregelungen angepasst und die Prospektfreigrenze bis auf acht Millionen Euro angehoben. Wir werden nach und nach sämtliche Projektfinanzierungen auf die Anleihe umstellen.
Diese Investitionen sind nach dem Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) nach wie vor voll reguliert, allerdings müssen keine aufwendigen Prospekte mehr erstellt werden.
Stattdessen erhält der Anleger ein transparentes, dreiseitiges Wertpapier-Informationsblatt (WIB), auf dem er sich über die Investition mit den wesentlichen Chancen und Risiken informieren kann.
Gut ein Drittel aller Projekte die wir prüfen, benötigt mehr als 2,5 Millionen Euro Mezzanine-Kapital – die bisherige regulatorische Obergrenze für prospektfreies Crowdinvesting nach dem Vermögensanlagengesetz.
Diese können wir nun auch ohne Prospekt finanzieren – das spart Zeit und Kosten und davon profitieren unsere Anleger. Mit der Anleihe folgen wir dem Wunsch des Marktes nach depotfähigen Immobilieninvestments für Anleger und antworten auf das Bedürfnis der Anleger nach flexiblen, regulierten Sachwertinvestments.
Interview: Barbara Kößling

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