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Ethik & Künst­li­che Intel­li­genz: Regeln für die Rech­ner  


Roland Richert
Beiträge: 774
Admin
Beigetreten: 2 Jahren zuvor
ki künstliche Intel­li­genz

 

Der Einsatz künstlicher Intelligenz bietet große Chancen für Versicherer und Verbraucher. Um sie zu nutzen, müssen technischer Fortschritt und der Schutz sensibler Daten klug ausbalanciert werden. Und nur einer darf das letzte Wort haben.

 

Wohl dem, der nicht zu nah am Wasser gebaut hat: Jedes Jahr richten Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser in Deutschland im Durchschnitt Sachschäden von zwei Milliarden Euro an. Extreme Wetterereignisse sorgen dafür, dass kleine Bäche zu reißenden Flüssen werden, Küstenregionen „Land unter“ melden, Ströme über die Ufer treten. Schutz gegen diese Risiken bieten Naturgefahrenpolicen – vorausgesetzt, man bekommt eine. Noch 2002 galt rund ein Zehntel der Fläche in Deutschland als unversicherbar gegen Überschwemmungen. Die Gefahr, dass das Ausflugslokal am Moselufer oder der Souvenirladen in der Passauer Altstadt regelmäßig Opfer der Fluten wird, war schlicht zu groß. Inzwischen hat sich die Lage in den Überschwemmungsgebieten entspannt – zumindest versicherungstechnisch. Heute bietet die Assekuranz für nahezu alle Lagen in Deutschland eine Deckung an. Das liegt jedoch keineswegs am Wetter – sondern an der Mathematik. Algorithmen auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) helfen den Versicherern, Wetter- und Geodaten besser zu verstehen. Das macht es möglich, Risiko- und Tarifgebiete genauer einzugrenzen, Prämien besser zu kalkulieren – und mehr Policen anzubieten. Von selbstlernenden Algorithmen gestützte Datenanalysen machen es möglich, früher kaum zu kalkulierende Risiken zu bewerten und abzusichern – ein Vorteil für Versicherer und Kunden gleichermaßen. Doch die neue Technik wirft auch Fragen auf: Treffen künftig Maschinen die Entscheidungen anstelle von Menschen? Wie sicher sind die neuen Technologien? Schließlich können Algorithmen sich nicht von Erfahrung leiten lassen, haben kein Bauchgefühl. Und was passiert eigentlich mit den Daten?

 

In strittigen Fällen entscheidet immer ein Mensch

Der Gesetzgeber hat bereits Vorkehrungen getroffen: Wenn der Algorithmus zugunsten des Versicherten entscheidet, muss kein Mensch den Fall erneut begutachten. In strittigen Fällen hingegen schon. Für die Versicherer bedeutet das: Der Einsatz von KI braucht klare und transparente Regeln. Zum Glück gibt es diese in der Versicherungswirtschaft an vielen Stellen schon. Kaum eine Branche ist derart umfassend reguliert wie die Finanzwirtschaft. Und wenn erforderlich, kann der Mensch maschinelle Entscheidungen stets korrigieren. „Jede neue Technologie bringt die Verantwortung für ethischen Umgang mit sich“, sagt Andreas Nawroth, KI-Experte beim Rückversicherer Munich Re. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, hat eine Expertengruppe für die EU-Kommission Kriterien für einen vertrauenswürdigen Einsatz künstlicher Intelligenz formuliert. Diese ersten Vorschläge sollen zur Grundlage einer europaweiten Regulierung werden. Das Ziel ist, die Digitalisierung mit all ihren Vorteilen zu fördern und gleichzeitig ein hohes Schutzniveau zu gewährleisten. Zudem sollen die Algorithmen nicht nur frei sein von Diskriminierung, sondern auch Nachhaltigkeit, Verantwortlichkeit und Transparenz sollen jederzeit gewährleistet sein. Hohe Hürden für einen Technikeinsatz.

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