Steigende Zahlungsrisiken in deutscher Metall-, Stahl- und Maschinenbauindustrie

Die schwächelnde Weltwirtschaft und die aktuelle Krise in der Automobilbranche belasten zunehmend das Geschäft der verarbeitenden Industrie in Deutschland. Prognosen zufolge sinkt die industrielle Fertigung hierzulande in diesem Jahr um mehr als 3 % gegenüber 2018. Für die Lieferanten und Dienstleister der Unternehmen erhöht sich in der Folge das Risiko von Zahlungsausfällen und -verzögerungen, wie der internationale Kreditversicherer Atradius in einer aktuellen Analyse herausstellt. Besonders nehmen die Unsicherheiten derzeit bei Geschäften mit stark vom Export abhängigen Unternehmen aus der deutschen Metall-, Stahl- und Maschinenbaubranche zu.
 
„Nach der Automobilbranche ist das erhöhte Zahlungsrisiko nun auch in den vorgelagerten Wirtschaftszweigen deutlich spürbar“, sagt Michael Karrenberg, Regional Director Risk Services Germany, Central, North, East Europe & Russia/CIS von Atradius. „Ursachen hierfür sind unter anderem die Herausforderungen im Zusammenhang mit den neuen Abgasnormen für Dieselfahrzeuge sowie der sich abschwächende Welthandel infolge der US-Handelspolitik. Die verarbeitende Industrie in Deutschland ist diesen zwei Faktoren in besonderem Maße ausgesetzt. Infolge der aktuellen Entwicklungen hat sich die Zahl der Abnehmer in der deutschen Metall-, Stahl- und Maschinenbauwirtschaft, die wir als kritisch und sehr anfällig für Zahlungsausfälle einstufen, seit 2018 verdoppelt. Für das Jahr 2020 rechnen wir mit zunehmenden Forderungsausfällen und steigenden Insolvenzzahlen in diesen Branchen um 2 bis 3 % gegenüber 2019.“
 
Viele deutsche Maschinenbauer hängen am Tropf der Automobilindustrie
Mit der Automobilindustrie ist in diesem Jahr eine der Hauptabnehmerbranchen des Maschinenbaus ins Schlingern geraten. Beeinträchtigt wird das Geschäft der deutschen Maschinenbauer dabei nicht nur vom Rückgang der Nachfrage nach Automobilen – diese liegt 2019 bei voraussichtlich -5 % gegenüber dem Vorjahr –, sondern auch vom strukturellen Wandel in der Automobilbranche. So herrscht bei zahlreichen Lieferanten eine große Ungewissheit, welche Komponenten bei den Autos der Zukunft benötigt werden und in welche technischen Neuentwicklungen nachhaltig investiert werden soll.
Darüber hinaus hängen die deutschen Maschinenbaufirmen erheblich vom Export ab – mehr als 70 % ihrer Produkte stellen sie für das Auslandsgeschäft her. Dieses wird derzeit jedoch durch geopolitische Risiken und Protektionismus erheblich getrübt. So sind die Auftragseingänge im Zeitraum Januar bis September 2019 um 8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen.
Atradius bewertet das Forderungsrisiko bei Geschäften mit Maschinenbaubetrieben, die an die Bauindustrie liefern, weiter als „gut“. Heruntergestuft hat der Kreditversicherer hingegen seine Bewertung für Unternehmen, die an das produzierende Gewerbe liefern – von vormals „gut“ auf nun „durchschnittlich“.
 
Metall- und Stahlindustrie steht vor großen Herausforderungen
Noch stärker als im Maschinenbau dürfte sich in den kommenden Monaten das Zahlungsrisiko bei Geschäften mit Firmen aus der deutschen Metall- und Stahlbranche erhöhen. Besonders Anbieter, die einen Großteil ihres Umsatzes mit Abnehmern aus der Automobilindustrie erwirtschaften, sehen sich einem erheblichen Nachfragerückgang ausgesetzt – im ersten Halbjahr 2019 gingen ihre Umsätze um bis zu 20 % zurück. Daneben belasten steigende Rohstoffpreise sowie höhere Transport, Personal- und Energiekosten die Unternehmen der Branche.
Nachdem die Insolvenzen in der deutschen Stahl- und Metallindustrie in den vergangenen zwölf Monaten verhältnismäßig gering waren, beobachtet Atradius seit einigen Wochen eine Zunahme des Forderungsrisikos in der Branche. So bewertet der Kreditversicherer das Zahlungsrisiko in allen drei Unterbranchen – Eisen- und Stahlproduzenten, Metallhersteller und Metall Verarbeiter – als erhöht.
 
Verbesserung der Situation frühestens im zweiten Halbjahr 2020
„Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und steigenden Unsicherheiten schauen wir uns in der Risikoprüfung zunehmend auch die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens an. Diese wiederum hängt von seinem Geschäftsmodell und seinem Abnehmerportfolio ab.  Frühestens in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres sehen wir wieder eine Verbesserung des Zahlungsrisikos in der deutschen Metall-, Stahl und Maschinenbaubranche“, sagt Michael Karrenberg.
 
Über Atradius
Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen, Bürgschaften, Inkassodienstleistungen und Wirtschaftsinformationen mit einer strategischen Präsenz in mehr als 50 Ländern. Die von Atradius angebotenen Produkte schützen Unternehmen weltweit vor den Ausfallrisiken beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf Kredit. Atradius ist Mitglied der Grupo Catalana Occidente (GCO.MC), einer der größten Versicherer in Spanien und einer der größten Kreditversicherer der Welt.
 
Pressefach der Atradius bei Pro€xpert24
 

Atradius-Analyse: Fünf Chancenmärkte für deutsche Exporteure in diesem Jahr

Atradius sieht in diesem Jahr Bulgarien, Marokko, Indonesien, Vietnam und Peru als aussichtsreiche Märkte für deutsche Exporteure. Laut einer aktuellen Analyse des Kreditversicherers versprechen die fünf Länder – trotz der derzeitigen Unsicherheiten für die weltweite Wirtschaft – vielfältige Geschäftschancen für international tätige Unternehmen. Schlüsselfaktoren hierfür sind unter anderem ein solides Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP), ein flexibler Wechselkurs, der die Auswirkungen von Volatilitäten an den Finanzmärkten abfedern kann, sowie zunehmende Investitionen in den Ländern – unter anderem in die Infrastruktur. Das geht aus dem aktuellen Atradius-Bericht „Promising emerging markets for 2019“ hervor.  
„Die Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums bekommen auch die Schwellenländer zunehmend zu spüren“, sagt Dr. Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. „Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, das Abkühlen der chinesischen Konjunktur sowie eine strengere Geldpolitik seit der zweiten Jahreshälfte 2018 sorgen für Verunsicherung. Es gibt aber auch Märkte, die sich trotz dieser Hemmnisse gut entwickeln und sich durch ein stabiles Wachstum auszeichnen. Hier bestehen weiterhin gute Geschäftsperspektiven für deutsche Unternehmen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass Firmen die ausländischen Märkte gut kennen und sich gegebenenfalls gegen unerwartete Risiken wie Forderungsausfälle absichern.“
Bulgarien: vielversprechender Markt in Osteuropa
Bulgariens Wirtschaft entwickelt sich überdurchschnittlich gut im osteuropäischen Vergleich. Das BIP des Landes steigt in diesem Jahr voraussichtlich um 3,5 %, nachdem es bereits 2018 um 3,3 % zugelegt hat. Der Ausblick bleibt positiv bei steigender Inlandsnachfrage und zunehmenden Investitionen. Ein höheres verfügbares Einkommen lässt auch die Nachfrage nach ausländischen Produkten ansteigen. Chancen ergeben sich für Exporteure vor allem in den Branchen Konsumgüter, Lebensmittel und Getränke, dem Maschinenbau und dem Chemiesektor.
„Bulgarien ist ein vielversprechender Markt mit guten Aussichten. Aufgrund der Geschäftskultur des Landes ist es aber nicht immer einfach für ausländische Unternehmen, erfolgreich in Bulgarien zu wachsen. Unter anderem ist die Korruption in dem Land immer noch ein Problem, auch wenn Reformen bereits eingeleitet wurden. Wir sind seit 2018 mit einem eigenen Büro und einem erfahrenen Team von Risikospezialisten in Sofia präsent, um unsere Kunden optimal vor Ort zu unterstützen”, sagt Thomas Langen.
Marokko: BIP-Wachstum von 3,3 % in diesem Jahr erwartet
Aktuellen Prognosen zufolge erhöht sich auch das Wirtschaftswachstum Marokkos in diesem Jahr. Nach 2,8 % in 2018 erwartet das nordafrikanische Land 2019 ein BIP-Plus von 3,3 %. Die Konjunkturaussichten bleiben positiv, was zum Teil auf einen Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion sowie auf eine gut funktionierende verarbeitende Industrie zurückzuführen ist. Auch die politische Situation ist insgesamt relativ stabil und dürfte es in naher Zukunft trotz zuletzt erhöhter sozialer Spannungen auch bleiben. Marokko verzeichnet vor allem ein starkes Wachstum auf dem Markt für erneuerbare Energien. Daneben prosperiert der Tourismussektor. Positiv ist auch die Nachfrageentwicklung bei Anbietern von elektronischen Maschinen und Autoteilen, Bekleidungsproduzenten sowie Düngemittelherstellern.
Asien: Vietnam und Indonesien stechen positiv hervor
In Asien sieht Atradius derzeit Indonesien und Vietnam als vielversprechendste Schwellenländer. Zwar bekommt auch die indonesische Wirtschaft die Abkühlung der chinesischen Konjunktur in Form einer geringeren Auslandsnachfrage zu spüren. Das Land kann den Rückgang der Ausfuhren aber dank seiner starken Inlandsfrage kompensieren. Im Vorfeld der im Frühjahr anstehenden Wahlen wurden zudem die Staatsausgaben erhöht. Dies wirkt sich positiv auf den inländischen Konsum aus. Auch die Auslandsinvestitionen dürften in dem aktuell positiven Geschäftsklima weiterhin stark wachsen. Die chancenreichsten Sektoren für Exporteure sind laut Atradius-Analyse Konsumgüter, Lebensmittel und Getränke, Chemie und Kunststoffe sowie der Maschinenbau.
In Vietnam gibt es aufgrund der steigenden Kaufkraft ebenfalls einen starken Konsumzuwachs. Einen weiteren positiven Impuls für die Konjunktur erwartet das Land zudem vom Abschluss des Freihandelsabkommens mit der Europäischen Union. Obwohl Vietnam vom Handelsstreit zwischen den USA und China erheblich betroffen ist, könnte das Land in gewissem Umfang auch von dem Konflikt profitieren. So könnten Vietnams Textilunternehmen beispielsweise Marktanteile der chinesischen Konkurrenz gewinnen, da sich die Kosten der chinesischen Firmen aufgrund des Handelsstreits mit den USA erhöhen. Im Lebensmittel- und Getränkebereich gibt es ebenfalls viele Geschäftschancen für ausländische Unternehmen. Hier wird die Nachfrage insbesondere von dem jungen vietnamesischen Bevölkerungsteil getrieben. Weiterhin bietet Vietnams Chemiesektor vor dem Hintergrund zunehmender Bauaktivitäten und Infrastrukturmaßnahmen ebenfalls viel Potenzial.
Peru: Stabile Volkswirtschaft in Südamerika
Peru gilt innerhalb Südamerikas als überdurchschnittlich stabiler Markt mit einer erwarteten BIP-Wachstumsrate von rund 4 % in diesem Jahr. Die Regierung verfolgt eine insgesamt unternehmensfreundliche Politik, obwohl die Fortschritte bei den strukturellen Wirtschaftsreformen relativ langsam sind. Große Wachstumsaussichten bietet derzeit die peruanische Grundstoffindustrie. Die allgemeinen Exportmöglichkeiten nach Peru werden durch die liberale Handelspolitik des Landes unterstützt. Dies hilft dem Andenstaat auch, seine Anfälligkeit bei Rohstoffpreisschwankungen zu verringern. Peru hat Handelsabkommen unter anderem mit den USA, der EU, China sowie den Mercosur-Staaten geschlossen, die die Entwicklung des Landes ebenfalls positiv beeinflussen.

Griechenland: „Sorgenkind“ Europas auf dem Weg der Erholung

Laut einer internen Analyse von Atradius ist die Gefahr von Forderungsausfällen für Exporteure nach Griechenland seit dem Abschluss des letzten Hilfspakets der Europäischen Union im August moderat gesunken. Gleichzeitig hat sich die griechische Wirtschaft aus Sicht des internationalen Kreditversicherers in den vergangenen Monaten stabilisiert. Für 2019 erwarten die Risikoanalysten eine Steigerung des Bruttoinlandproduktes (BIP) von rund 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. Dennoch bleiben Zahlungsrisiken für Exporteure bestehen.
„Mehrere Faktoren wiesen zuletzt auf eine Erholung der Wirtschaft Griechenlands hin“, sagt Dr. Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. „Das BIP ist jüngst wieder gestiegen, die Arbeitslosigkeit gesunken. Die umgesetzten Reformen und Sparmaßnahmen, der schrittweise Abbau der Kapitalverkehrskontrollen sowie die positive Leistungsbilanz tragen zur Stabilisierung bei. Für Exporteure sehen wir insgesamt ein geringeres Risiko für Forderungsausfälle als noch vor einem Jahr. Trotzdem bleiben erhebliche Unsicherheiten durch die weiterhin hohe Anzahl an problematischen Krediten im griechischen Bankensystem sowie durch die schwierigen Finanzierungskonditionen bestehen.“
Weiterhin restriktive Kreditvergabe durch Banken
Trotz der zuletzt gesehenen Schuldenverringerung sind die Verbindlichkeiten von griechischen Unternehmen und Privathaushalten nach wie vor verhältnismäßig hoch. Die griechischen Banken spüren die Folgen der Krise weiterhin in Form von hohen Kreditausfallwahrscheinlichkeiten. Aus Sicht von Atradius ist das eine der großen Herausforderungen der Zukunft für die Wirtschaft des Landes. Das Volumen an notleidenden Krediten ist immer noch beträchtlich, Schätzungen gehen von rund 90 Milliarden Euro aus. Die hohen Zinsen, die Banken für Kredite verlangen, treffen vor allem viele kleine und mittelständische Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe. Ihnen fehlt es dadurch häufig an Kapital für Investitionen, um sich auch im internationalen Wettbewerb besser aufstellen zu können.
Darüber hinaus ist im europäischen Vergleich Korruption in Griechenland nach wie vor weit verbreitet. Auch dadurch entstehen Unsicherheiten für die Exporteure in das Land. Außerdem ist die Staatsverschuldung des Landes weiterhin überdurchschnittlich hoch. Sollten sich die Refinanzierungskosten für den griechischen Staat erhöhen, könnte das die konjunkturelle Erholung blockieren. Auch der Ausgang der Wahlen könnte die Verunsicherung zurückkehren lassen, da die Stabilisierung der Wirtschaft besonders eng mit den politischen Entscheidungen verknüpft ist. „Griechenland ist auf dem Weg der Erholung. Um von einer Normalisierung der Wirtschaft sprechen zu können, ist es aber noch zu früh“, konstatiert Dr. Thomas Langen.
Mehrere Branchen bergen Unsicherheiten
Atradius unterstützt Lieferanten und Dienstleister durch Deckungsschutz für ihre Geschäfte mit griechischen Abnehmern. Relativ geringe Risiken für Zahlungsausfälle und -verzögerungen sieht der Kreditversicherer in den Sektoren Chemie und Pharma sowie im Elektronik- und Lebensmittelbereich. Sehr hohe Forderungsgefahren bestehen hingegen bei Geschäften mit Firmen aus den Bereichen Baumaterialien, Bau und Textilien. Zudem gibt es erhebliche Risiken in den Branchen Papier, Stahl sowie Maschinenbau.
Atradius in Griechenland
Atradius ist seit mehr als 30 Jahren mit einem Büro in Griechenlands Hauptstadt Athen präsent und seit fünf Jahren führender Anbieter von Kreditversicherungen im Markt. Die Risikoprüfung erfolgt vor Ort durch ein erfahrenes Team von Risikoprüfern und Wirtschaftsexperten, das die Gepflogenheiten des Marktes genau kennt.
Über Atradius
Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen, Bürgschaften und Inkassodienstleistungen mit einer strategischen Präsenz in mehr als 50 Ländern. Die von Atradius angebotenen Kreditversicherungs-, Bürgschaften- und Inkasso-Produkte schützen Unternehmen weltweit vor den Ausfallrisiken beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf Kredit. Atradius ist Mitglied der Grupo Catalana Occidente (GCO.MC), einer der größten Versicherer in Spanien und einer der größten Kreditversicherer der Welt.

Atradius-Forderungsschutz ab sofort mit wenigen Klicks über CreditDevice erhältlich

Der internationale Kreditversicherer Atradius baut sein Digitalangebot weiter aus: Ab sofort können Lieferanten und Dienstleister den für sie passenden Atradius-Forderungsschutz direkt über das Online-Kreditmanagementsystem CreditDevice beziehen. Einmal gebucht, können die Nutzer auch nahezu sämtliche Prozesse, die im Rahmen des Versicherungsvertrags notwendig sind, in dem System durchführen – und das mit einem hohen Automatisierungsgrad. So profitieren Unternehmen im Firmengeschäft von einer geringeren Fehleranfälligkeit bei ihren Forderungsmanagementprozessen, weniger Zeitaufwand und reduzierten Kosten.  
„Unsere Kooperation mit CreditDevice unterstreicht einmal mehr unsere Innovationsfähigkeit und unser technisches Know-how“, sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland von Atradius. „Unternehmen unterschiedlicher Größe digitalisieren ihr Forderungsmanagement immer mehr und entwickeln es weiter. Wir von Atradius können ihnen dazu die passende, digitalisierte Lösung für ihre Kreditversicherungsprozesse bieten.“
„Das Modul Kreditversicherung war der letzte fehlende Baustein in unserer Software, um den gesamten Prozess des Debitorenmanagements zu digitalisieren und weitestgehend zu automatisieren“, sagt Sven Buckenberger, Geschäftsführender Gesellschafter von CreditDevice. „Wir freuen uns, mit Atradius einen namhaften Kooperationspartner gewonnen zu haben, der seinen Versicherungsnehmern innovative Lösungen anbietet.“
Kreditlimite mit wenigen Klicks
CreditDevice – bis vor Kurzem noch unter dem Namen DirectDevice am Markt – ist eine internetbasierte Anwendung für das Kreditmanagement. Kunden des Unternehmens stehen mehrere Module zur Auswahl, die sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen, etwa Online-Kreditauskünfte, automatisierte Mahnwesen- und Inkasso-Prozesse, Managementinformationen oder ein so genanntes Risikocockpit mit eigenen oder externen Ratings ihrer Abnehmer.
Mit dem Baustein Kreditversicherung können Lieferanten und Dienstleister jetzt auch den für sie passenden Deckungsschutz von Atradius beziehen. Den Nutzern des Systems stehen dabei sämtliche Forderungsschutzangebote des weltweit zweitgrößten Anbieters von Kreditversicherungen zur Verfügung – von der Modula Basic über die Global-Police bis hin zu den diversen Branchenlösungen.
Darüber hinaus lassen sich in dem Online-System nahezu alle Prozesse, die die Atradius-Kreditversicherung betreffen, elektronisch durchführen, wie zum Beispiel die Beantragung und Bestätigung von Kreditlimiten. Ebenso erinnert CreditDevice automatisch an Obliegenheitspflichten im Rahmen der Police wie zum Beispiel Salden-, Umsatz-, Überfälligkeits- oder Schadenmeldungen – so dass Versicherungsnehmer sicher sein können, diese frist- und formgerecht zu erfüllen.
„Durch die Automatisierungsmöglichkeiten werden Ressourcen frei, die zum Beispiel für die intensivere Bearbeitung von kritischen Fällen genutzt werden können“, erläutert Frank Liebold. „Die integrierte Lösung bietet aber noch einen weiteren Vorteil: Unternehmen können die Kommunikation mit uns in einem ihnen bereits bekannten System durchführen. Die Einarbeitung in eine neue Software entfällt dadurch“, führt der Atradius Country Director weiter aus. „Atradius-Kunden haben aber  natürlich auch weiterhin feste persönliche Ansprechpartner.“
Auch die Atradius-Risikoreports und Analysen sind über das Tool zugänglich.
Atradius erweitert kontinuierlich sein Digitalangebot
Die Kooperation mit CreditDevice ist eine von zahlreichen Maßnahmen, mit denen Atradius derzeit sein digitales Angebot für seine Geschäftspartner erweitert. Erst vor wenigen Wochen hat der Kreditversicherer zusammen mit der Schweizer Kemiex AG eine Online-Handelsplattform eingeführt, auf der Rohstoffe für die Anwendungsbereiche Pharmazie, Tiermedizin, Lebens- und Futtermittelherstellung vertrieben und erworben werden können. Atradius stellt dabei sicher, dass die Anbieter auf dem Internet-Marktplatz nach der Warenlieferung ihre Zahlungen auch erhalten.
Mitte des vergangenen Jahres hat Atradius zudem seinen Kunden und Versicherungsmaklern das Kundenportal „Atradius Atrium“ zur Verfügung gestellt und damit sämtliche digitalen Services unter einem Dach gebündelt, darunter auch das Portfolioanalyse-Tool Atradius Insights und Collect@Net (Inkasso).
Über Atradius
Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen, Bürgschaften und Inkassodienstleistungen mit einer strategischen Präsenz in mehr als 50 Ländern. Die von Atradius angebotenen Kreditversicherungs-, Bürgschaften- und Inkasso-Produkte schützen Unternehmen weltweit vor den Ausfallrisiken beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen auf Kredit. Atradius ist Mitglied der Grupo Catalana Occidente (GCO.MC), einer der größten Versicherer in Spanien und einer der größten Kreditversicherer der Welt. Weitere Informationen finden Sie online unter www.atradius.de
Über die CreditDevice GmbH
Die CreditDevice GmbH ist ein von Sven Buckenberger und Martin Raatz in 2017 gegründeter Anbieter einer sehr flexiblen, aber auch preiswerten Credit Management Software. Die Software as a Service Lösung (SaaS) hilft Unternehmen, ihr Credit Management zu digitalisieren.  Die Herren Buckenberger und Raatz verfügen zusammen über mehr als 45 Jahre im Credit Management. Ihre CreditDevice GmbH ist Partner der seit 2001 in den Niederlanden ansässigen CreditDevice B.V., welche die Credit Management Software 2009 entwickelt hat und auch für Deutschland hostet. Weitere Informationen finden Sie online unter www.creditdevice.de

Atradius-Prognose: Deutlich höheres Insolvenzrisiko bei ungeregeltem Brexit

Atradius sieht kurzfristig stark steigende Insolvenzrisiken bei britischen Abnehmern, sollte es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union kommen. Darauf weist der internationale Kreditversicherer in einer aktuellen Analyse hin. Demnach würde es bei einem so genannten „No-Deal Brexit“ rund 2.300 mehr Firmenpleiten in Großbritannien im Jahr 2020 geben als bei einem geregelten Ausscheiden aus der Staatengemeinschaft. Bereits in diesem Jahr rechnet Atradius mit insgesamt 15.800 Insolvenzen in Großbritannien – ein Anstieg von 4 % gegenüber dem Vorjahr. Auch das Forderungsrisiko in anderen Ländern würde bei einem „harten Brexit“-Szenario steigen. Laut der Atradius Risikoexperten wären besonders Irland, Belgien, Dänemark und die Niederlande betroffen.
„Das Zahlungsrisiko von Großbritanniens Firmen hängt unmittelbar mit dem Ausgang der aktuellen Brexit-Verhandlungen zusammen“, sagt Dr. Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. „Ohne Abkommen wird der freie Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU über Nacht zum Erliegen kommen. Die Handelskosten würden erheblich steigen, besonders aufgrund der dann geltenden Zölle. Da rund die Hälfte der Exporte Großbritanniens in die EU gehen, wären die Firmen im Vereinigten Königreich besonders betroffen. Für ihre Lieferanten und Dienstleister wäre das Forderungsrisiko erheblich größer.“
Harter Brexit würde zahlreiche britische Sektoren besonders treffen
Sollte Großbritannien ohne Handelsabkommen aus der Europäischen Union austreten, würde das die gesamte Volkswirtschaft des Vereinigten Königreichs signifikant beeinträchtigen. Atradius geht davon aus, dass sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf der Insel bei einem „harten Brexit“ bis Ende 2020 um mehr als 2 % schlechter entwickelt als bei einer Übergangslösung. Die Inflation und die Arbeitslosigkeit würden stark steigen, die Industrieproduktion gebremst werden. In der Folge erhöht sich das Insolvenzrisiko deutlich. Ein ungeregelter Austritt würde laut Atradius schon im Jahr 2020 14 % mehr Firmenkonkurse gegenüber dem von der britischen Regierung vorgeschlagenen Ausstiegsabkommen nach sich ziehen. Umgerechnet müssten voraussichtlich rund 2.300 britische Unternehmen mehr Konkurs anmelden.

Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen, Bürgschaften und Inkassodienstleistungen
Atradius ist ein globaler Anbieter von Kreditversicherungen, Bürgschaften und Inkassodienstleistungen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das eingetrübte Geschäftsklima und weniger Unternehmensinvestitionen dürften dann dazu führen, dass die Industrieproduktion bereits 2019 um 2% zurückgehen wird. Das verarbeitende Gewerbe im Vereinigten Königreich macht zwar mit rund 10 % des gesamten BIPs nur einen relativ kleinen Teil der britischen Wirtschaft aus, steht aber für etwa die Hälfte des Ausfuhrgeschäfts des Landes, so dass es besonders anfällig für die dann anfallenden Zölle ist. In der Folge erwartet Atradius hier eine besonders starke Zunahme der Insolvenzen.
Andere Sektoren mit hochgradig integrierten Lieferketten innerhalb der EU würden bei einem harten Brexit ebenfalls höhere Insolvenzrisiken aufweisen. Dies gilt insbesondere für den Automobilsektor. Schließlich würden britische Unternehmen auch mit höheren nichttarifären Handelshemmnissen konfrontiert, was schwerwiegende Folgen für stark regulierte Sektoren wie zum Beispiel Firmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie und die Chemiebranche hätte.
Forderungsrisiko in anderen Ländern nimmt ebenfalls zu – aber deutlich moderater
Bei einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU sieht Atradius auch mehrere andere Volkswirtschaften betroffen, insbesondere Irland. Die irische Wirtschaft führt 11 % seiner Exporte nach Großbritannien aus. Besonders im verarbeitenden Gewerbe (44 % der produzierten Güter gehen hier ins Vereinigte Königreich) würden die Folgen in Form eines erhöhten Insolvenzrisikos stark zu spüren sein. Daneben wäre auch der irische Lebensmittelsektor stark beeinträchtigt. Durch die Einführung von Zöllen wäre die Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller in Irland gegenüber inländischen Anbietern geschwächt, zudem könnten außertarifliche Handelshemmnisse wie Lebensmittelregulierungen das Geschäft hemmen. Insgesamt geht Atradius von 4 % mehr Insolvenzen in Irland bei einem ungeregelten Brexit aus.
Belgien, die Niederlande und Dänemark weisen ebenfalls eine – im Vergleich zu anderen EU-Staaten – hohe Exportquote in das Vereinigte Königreich auf. Hier sieht Atradius eine Zunahme der Insolvenzen von jeweils 1,5 %, sollte der Ausstieg Großbritanniens aus der EU tatsächlich ohne Abkommen stattfinden. „Bei einem harten Brexit sehen wir auch erhöhte Forderungsrisiken bei einigen europäischen Handelspartnern Großbritanniens. Diese sind im Vergleich zu den Unsicherheiten für Firmen des Vereinigten Königreichs aber moderat“, sagt Dr. Thomas Langen.
Aktuelle Atradius-Analyse zum Brexit
Mehr als zwei Jahre nach dem Votum Großbritanniens für den Austritt aus der Europäischen Union und rund dreieinhalb Monate vor dem angesetzten Ausstiegstermin sind die Modalitäten des Brexit immer noch offen. Je länger die künftigen Handelsbedingungen zwischen dem Vereinigten Königreichs und der EU unklar sind, desto mehr erhöhen sich die Unsicherheiten für Unternehmen im Firmengeschäft bei Ausfuhren nach Großbritannien. Auch das gescheiterte Misstrauensvotum gegen die britische Premierministerin Theresa May in dieser Woche hat keine Gewissheit für Exporteure gebracht, eine Ablehnung ihres Abkommens zum Austritt aus der europäischen Staatengemeinschaft ist weiterhin möglich.

Zahlungsrisiko: Milder Herbst verursacht stürmische Zeiten in der Textilbranche

Eine interne Analyse des Kreditversicherers Atradius zeigt, dass das Zahlungsrisiko bei deutschen Bekleidungshändlern kurzfristig spürbar ansteigen könnte. Eine der Ursachen hierfür: die außergewöhnlich warmen Temperaturen in den Herbstmonaten. Diese haben die Umsätze mit Winterartikeln bei zahlreichen Anbietern stark gebremst. Sollte dasWetter in diesem Winter insgesamt mild bleiben, könnte das die Zahl der Zahlungsausfälle und -verzögerungen bei Lieferanten sowohl von stationären als auch von Online-Kleidungshändlern in den kommenden Monaten noch einmal erhöhen.

„Nachdem im Textilhandel bereits das Sommergeschäft aufgrund der zum Teil extremen Hitze bescheiden lief und das Herbstgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, hat nun auch das Schlussquartal 2018 schwierig begonnen“, sagt Michael Karrenberg, Regional Director Risk Services Germany, Central, North, East Europe & Russia/CIS von Atradius. „Die geringeren Umsätze schwächen viele Abnehmer der Branche, die in Deutschland insgesamt zu den anfälligsten für Forderungsausfälle gehört. Ein Grund hierfür ist die häufig geringe Eigenkapitalausstattung vieler Textilunternehmen. Gleichzeitig stellen die hohen Mieten für Geschäftsräume in vielen Städten sowie die langfristigen Laufzeiten von Mietverträgen eine große Belastung für stationäre Anbieter dar. In den vergangenen Jahren ist zudem die Konkurrenz durch das zunehmende Online-Geschäft gestiegen. Das hat die Margen gedrückt. Die warmen Temperaturen bis in den November haben jetzt dazu geführt, dass viele Konsumenten noch keine Winterbekleidung kaufen. Je länger das milde Wetter anhält, desto stürmischer dürften bald die Zeiten bei den Textilhändlernwerden.“

Textilbranche: warme Temperaturen nicht der einzige Risikogrund

Die Bekleidungsbranche gehört – neben der Baubranche – zu den risikoreichsten im deutschen Abnehmerportfolio von Atradius. Das Wetter ist aber nicht der einzige Grund, warum zahlreiche Abnehmer aus dem Bereich derzeit unter erhöhtem Druck stehen. Aus Sicht des Kreditversicherers tragen dazu weiterhin die nicht mehr marktgerechten Geschäftsmodelle vieler Unternehmen bei. „Ein großer Teil der Branchenakteure muss sich neu aufstellen, wenn sie ihren finanziellen Verpflichtungen auchkünftig nachkommen wollen“, sagt Michael Karrenberg.

Dazu gehöre, so die Einschätzung der Atradius-Handelsexperten, eine optimale Verzahnung von Online-Vertrieb und stationärer Präsenz sowie – wichtiger denn je – eine effizient aufgestellte Logistik. „Wir haben zuletzt auch vermehrt positive Entwicklungen gesehen bei Firmen, die diesen Weg gegangen sind“, erläutert Michael Karrenberg. Dass Kunden Waren einer Firma online bestellen können, daran komme heute kein Modeanbieter mehr vorbei. Gleichzeitig möchten viele Konsumenten den Kauf von Mäntel oder Mützen vor Ort erledigen und die Produkte vorab begutachten. „Auf dieses Kaufverhalten müssen sich Händler einstellen. Einige stationäre Anbieter starten vor diesem Hintergrund bereits Kooperationen mit reinen Online-Häusern. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass das eine Lösung sein könnte.“

Effiziente Logistik: das A und O

Eine ineffiziente Logistik ist gerade bei reinen Online-Händlern ein häufiger Grund für sinkende Margen und finanzielle Engpässe. Michael Karrenberg: „Im Online-Bereich ist die Retouren-Quote sehr hoch. Fälle, in denen ein Käufer beispielsweise von einem Schuhmodell drei Paare in unterschiedlichen Größen bestellt und zwei davon wieder zurückschickt, kommen sehr häufig vor. Dem Anbieter stehen diese Paare jedoch erst einmal nicht zum Verkauf zur Verfügung. Gleichzeitig erhöht sich sein Lager- und Transportaufwand. Im schlechtesten Fall übersteigen die Kosten die Einnahmen aus dem Geschäft.“

Auch betrügerisches Verhalten, wie zumBeispiel das Zurückschicken eines Kleides nach einmaligen Tragen, belastet die Liquidität der Anbieter. Solche Waren können – wenn überhaupt – nur noch zu einem deutlich niedrigeren Preis als den ursprünglich kalkulierten angeboten werden.

Profitable Eigenmarken

Die Risikoexperten von Atradius haben zuletzt Fälle von in Schieflage geratenen Bekleidungsanbietern beobachtet, die ihr Geschäftsergebnisse durch einen stärkeren Fokus auf Eigenmarken wieder verbessern konnten. Michael Karrenberg: „Eigenmarken verbessern die Margen des Anbieters und wirken sich positiv auf die Liquidität aus. Und das wiederum verbessert die Zahlungsfähigkeit.“

In der Risikoanalyse prüft Atradius – wie in jeder Branche – Abnehmer aus dem Textilbereich individuell auf Grundlage von finanziellen Daten und schaut sich auch die Investorenstruktur hinter den Abnehmern genau an.

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