Wie sind Fahr­rad, E-Bike & Co. am bes­ten ver­si­chert?

125.000 versicherte Räder wurden 2021 gestohlen. Wir klären die wichtigsten Fragen rund ums Zweirad: Welche Versicherung zahlt, wenn mein Fahrrad gestohlen wurde? Und in welchen Fällen ist eine spezielle Fahrradversicherung sinnvoll?

Das Wichtigste vorweg: Fahrräder und E-Bikes können über die Hausratversicherung oder eine eigenständige Fahrradversicherung versichert werden. Beide Arten von Versicherung decken unterschiedliche Risiken ab. Dazu zählen etwa Schäden durch Unfälle, Vandalismus oder Fahrraddiebstahl. Je nach Rad eignet sich entweder die normale Hausratversicherung oder eine Fahrradversicherung.

Wie schützt die Hausratversicherung mein Fahrrad?

Eine normale Hausratversicherung schließt den kompletten Hausrat, beispielsweise Möbel, Kleidung und Elektrogeräte, mit ein. Diese sind im Fall von Einbruchdiebstahl, Schäden durch Leitungswasser, Sturm und Feuer geschützt. Viele Hausratversicherungen haben in den letzten Jahren ihre Leistungen erweitert und umfassen auch den Versicherungsschutz von Fahrrädern am Versicherungsort. Bei entsprechender Erweiterung im Versicherungsvertrag sind normale Fahrräder über die Hausratversicherung somit mitversichert.

Fahrraddiebstahl mitversichern

Von den knapp 27 Millionen Verträgen in der Hausratversicherung haben 47 Prozent die Fahrradklausel eingeschlossen. Diese Klausel sorgt dafür, dass die Versicherung für Fahrraddiebstahl aufkommt, wenn das Fahrrad durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert wurde. Die Hausratversicherung zahlt daraufhin den Neuwert, also den Betrag des Preises bei heutiger Beschaffung.

Für beschädigtes Inventar erstattet eine Hausratversicherung die Reparaturkosten und für beschädigte, aber noch uneingeschränkt nutzbare Gegenstände zahlt sie die entsprechende Wertminderung aus. Die Höchstentschädigung für Fahrräder wird in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme des gesamten Hausrates festgelegt. Zu beachten ist hierbei, dass der Versicherungsschutz in der Regel zwar für alle Räder des Versicherungsnehmers gilt, jedoch nur solange das Fahrrad in verschlossenen Räumen wie zum Beispiel im Keller oder in der Garage Schaden genommen hat.

Was ist die Nachtzeitklausel?

Die meisten Fahrräder werden im öffentlichen Raum gestohlen. Für solche Fälle können Verbraucher ihr Fahrrad mit einer Zusatzklausel in der Hausratpolice schützen. Es kann jedoch sein, dass der zusätzliche Schutz nur zu bestimmten Tageszeiten besteht, die in einer sogenannten Nachtzeitklausel geregelt sind. Wird das Fahrrad zwischen 22 und 6 Uhr gestohlen, könnte der Schutz der Versicherung in diesem Fall nicht mehr greifen.

Auch Studierende können vom Schutz der Hausratversicherung profitieren. So wie WG-Zimmer noch von der elterlichen Hausratversicherung abgedeckt werden, ist auch das Fahrrad von Studierenden darüber versichert. Einzige Bedingung dafür: Die elterliche Hausratversicherung muss die Fahrradklausel beinhalten.

Im Jahr 2021 leisteten die Versicherer im Schnitt eine Entschädigung von 860 Euro pro geklautem Fahrrad. Insgesamt wurden 2021 rund 125.000 versicherte Räder gestohlen. Eine Übersicht von Anbietern von Hausratversicherungen finden Sie auf dieser Seite.

Wie schützt die Fahrradversicherung mein Bike?

Für Besitzer hochwertiger Räder oder E-Bikes empfiehlt es sich, eine Fahrradversicherung abzuschließen. Sie gilt als eigenständige Versicherung und erweist sich vor allem bei teuren und hochwertigen Fahrrädern als sinnvoll. Der Grund: Fahrradversicherungen beinhalten in der Regel höhere Versicherungssummen. Die Entschädigungssumme richtet sich hierbei nicht wie bei der Hausratversicherung nach der Versicherungssumme, sondern nach dem Wert des versicherten Fahrrads.

Ein weiterer Vorteil der Fahrradversicherung: Sie bietet nicht nur bei Verlust durch Fahrraddiebstahl, sondern auch bei Beschädigung oder Diebstahl von Einzelteilen sowie Verwechslung, Vandalismus, Explosionen oder Unfällen aller Art umfassenden Schutz – eine Art Fahrrad-Vollkaskoversicherung. Eine Fahrradversicherung gilt jedoch nur für das jeweilige Rad. Wer weitere Fahrräder versichern möchte, muss dafür separate Verträge abschließen.

Versicherungen für E-Bikes oder Pedelec

Ob E-Bikes im Hausrat mitversichert sind, hängt von der Leistung des Rades ab. Pedelecs oder E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometer können in die Hausratversicherung eingeschlossen werden. Der Versicherungsschutz greift in diesem Fall auch bei Feuchtigkeits- und Elektronikschäden.

S-Pedelecs haben eine höhere Motorleistung und erreichen bis zu 45 Stundenkilometer. Wie auch für Mofas und Mopeds ist für sie gesetzlich eine Kfz-Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Mit einer Kaskoversicherung sind sie auch bei einem Diebstahl geschützt. Schäden, die beispielsweise durch Brand, Explosion oder Hagel am Pedelec entstehen, lassen sich ebenfalls versichern.

Checkliste Fahrraddiebstahl: Diese Informationen helfen bei der Schadensmeldung

Schnelle Unfallmeldung: HUK-COBURG startet Schadenservice in der Mein Auto-App
  • automatische Unfallerkennung inklusive Verständigung der Rettungskräfte auf Basis von Telematik-Daten
  • digitale Schadenmeldung per App

 

Die HUK-COBURG bietet Telematik-Kundinnen und Kunden ab sofort eine automatische Unfallerkennung zur schnellen Unterstützung im Schadenfall an. Erkennt das Telematik-System innerhalb von Deutschland einen möglichen Verkehrsunfall, erhalten Nutzerinnen und Nutzer eine Push-Nachricht auf ihr Smartphone. Entsprechend der Schwere des Unfalls kann Hilfe angefordert werden und die Schadenmeldung digital erfolgen. Falls die gemessenen Werte auf einen Verkehrsunfall hindeuten, bei dem es Verletzte geben könnte, erfolgt eine automatische Unfallmeldung. Ein Unfallmelde-Dienstleister nimmt telefonisch Kontakt auf und verständigt bei Bedarf Rettungskräfte.

view

Mit dem neuesten Update der App „Mein Auto“ können Telematik-Kundinnen und Kunden der HUK-COBURG und HUK24 den neuen Schadenservice ab sofort ohne Zusatzkosten nutzen. Sobald die Schadenmeldung nach einem Unfall über die App aktiviert wird, erhält man weitere Hinweise sowie eine digitale Schadenvisitenkarte inklusive Schadennummer. Diese kann mit Unfallbeteiligten beispielsweise über WhatsApp, SMS oder E-Mail geteilt werden. Damit stehen die wichtigsten Daten zur Klärung der weiteren Schritte bereits an Ort und Stelle zur Verfügung.

„Wir haben bereits seit 2016 Erfahrung in der Unfallerkennung gesammelt und haben unser Telematik-Produkt so weiterentwickelt, dass wir unsere Kundinnen und Kunden von einem leichten Verkehrsunfall bis hin zu Unfällen mit Verletzungen bestmöglich unterstützen können“, erklärt Dr. Jörg Rheinländer, Vorstandsmitglied der HUK-COBURG. „Der Mehrwert des neuen Schadenservice liegt darin, dass er Unfallerkennung und Schadenmeldung vereint. Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden jetzt nicht nur günstigeren Versicherungsschutz, sondern auch schnelle Hilfe“, so Rheinländer weiter.

Die Unfallerkennung und Unfallmeldung wurde von Cambridge Mobile Telematics entwickelt. Der weltweit tätige Telematik-Dienstleister ist langjähriger Partner der HUK-COBURG. Darüber hinaus hat die DEKRA die Unfallerkennung durch Crashtests überprüft.

Viele Motorräder ohne moderne Sicherheitstechnik
  • Jeder dritte Motorradunfall ein Alleinunfall
  • Zwei von drei Unfallmotorrädern ohne Antiblockiersystem
  • Anteil der schwer verletzten an allen verunglückten Motorradfahrern steigt

Im Frühjahr leidet bei vielen Motorradfahrern nach monatelanger Abstinenz die Vertrautheit mit der Maschine, und es fehlt die erforderliche Fitness. Mit dem Saisonstart steigt zudem das Verkehrsaufkommen in den Freizeitregionen allgemein und damit die Unfallgefahr. Auf die Wintermonate Dezember 2020 bis Februar 2021 entfielen 5 Prozent (24) der getöteten und 6 Prozent (442) der schwer verletzten Motorradfahrer der zwölf Monate Dezember 2020 bis November 2021 (472 Getötete, 7870 Schwerverletzte). In den Frühjahrsmonaten März bis Mai 2021 sprang der Anteil auf je 25 Prozent (116 Getötete, 1950 Schwerverletzte).

view

Unfälle oft ohne Unfallgegner

Mit 52 Prozent aller getöteten Zweiradfahrer bleiben Motorradfahrer die Sorgenkinder des Zweiradverkehrs. Zur Opferbilanz tragen überdurchschnittlichviele Alleinunfälle bei. 35 Prozent der Motorradunfälle mit Personenschaden ereignen sich ohne Beteiligung eines Dritten. In 56 Prozent ist der Motorradfahrer Hauptverursacher. 44 Prozent (517) aller Getöteten bei Motorradunfällen (Fahrer, Mitfahrer, Dritte) begründeten sich 2020 dadurch, dass die Motorradfahrenden die Kontrolle über ihr Fahrzeug ohne Zutun anderer Verkehrsteilnehmer verloren (sog. Fahrunfälle), oft durch nicht angepasste Geschwindigkeit. Diese Gefahren können durch Antiblockiersysteme gemindert werden.

Sicherheitsfunktionen für Motorräder noch zu wenig populär

Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) analysierte im Rahmen einer aktuellen Zweiradstudie 500 zufällig ausgewählte Motorradunfälle. In die Auswertung waren alle Schadenvarianten – vom Sach- bis Personenschaden – einbezogen. Die Analyse zeigt, dass die Motorräder nur zu einem Drittel mit ABS ausgestattet waren. 13 Prozent der leichten und 10 Prozent der schweren Krafträder hatten eine Kombinationsbremse. Ein kurventaugliches ABS war in knapp sechs Prozent der verunfallten Motorräder verbaut. Das Durchschnittsalter der Maschinen betrug über 12, das der Zweiräder ohne ABS über 20 Jahre. Seit 2017 ist ABS für neu zugelassene Motorräder Vorschrift, für Zweiräder bis 125 ccm wahlweise eine Kombinationsbremse. „Unsere Schadendaten zeigen, dass die verunfallten Motorräder im Schnitt deutlich älter sind als Pkws“, so Christoph Lauterwasser, Leiter des AZT. „Die überwiegende Nutzung der Motorräder als Freizeit- und Sportgerät bewirkt, dass die Fahrzeuge noch immer viel zu selten mit modernen Bremssystemen oder Assistenzfunktionen wie Schlupf- oder Abstandskontrolle ausgestattet sind.“

Unfallgefahr auch innerorts hoch

Motorradunfälle haben jedoch nicht nur auf Landstraßen und Autobahnen bei hoher Geschwindigkeit gravierenden Folgen. Nach Allianz Schadenanalyse ereigneten sich mit 59 Prozent die meisten Unfälle innerorts, typisch waren Front-Heck- Kollisionen (Auffahrunfälle). 44 Prozent der Verunglückten (Fahrer, Mitfahrer, Dritte) entfielen auf die Ortslage innerorts, darunter jeder dritte Schwerverletzte.

Verletzungsschwere steigt

Sorge bereitet dem AZT die Verletzungsschwere der Biker. 2021 betrug laut Bundesstatistik der Anteil der Schwerverletzten an allen Verunglückten (getötet, schwerverletzt, leicht verletzt) 33 Prozent. Bei Krafträdern mit Versicherungskennzeichen und bei Fahrrädern waren es je 18 Prozent. „Unsere Studie zeigt, dass die Schwerverletztenrate der Motorradfahrer seit 20 Jahren steigt,
bei allen anderen Verkehrsteilnehmern sinkt sie. Die Ursachen hierfür bedürfen der näheren Untersuchung“, sagt Unfallforscher Jörg Kubitzki, Verfasser der Studie.

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Soweit wir in diesem Dokument Prognosen oder Erwartungen äußern oder die Zukunft betreffende Aussagen machen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen können sich Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschließenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmaßnahmen ergeben. Abweichungen können außerdem aus dem Ausmaß oder der
Häufigkeit von Versicherungsfällen (zum Beispiel durch Naturkatastrophen), der Entwicklung von Schadenskosten, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen und, insbesondere im Kapitalanlagebereich, aus dem Ausfall von Kreditnehmern und sonstigen Schuldnern resultieren. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte (zum Beispiel Marktschwankungen oder Kreditausfälle) und der Wechselkurse sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können entsprechenden Einfluss haben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, Zukunftsaussagen zu aktualisieren.

Checkscreen tag