Im Kabinett beschlossen: Weitere Entlastungen auf dem Weg

Um die steigenden Energiepreise abzufedern, hat die Bundesregierung weitere Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger auf den Weg gebracht. Diese kommen zusätzlich zu den bereits beschlossenen umfangreichen Maßnahmen aus dem ersten Entlastungspaket.

Welche Maßnahmen sind nun auf dem Weg?

Das Entlastungsvolumen beträgt zusammengenommen deutlich mehr als 30 Milliarden Euro. Das Kabinett beschloss mit mehreren Entwürfen die Umsetzung folgender Maßnahmen:

  • Energiepreispauschale: Erwerbstätige, Selbstständige und Gewerbetreibende erhalten eine einmalige Energiepreispauschale von 300 Euro. Die Auszahlung erfolgt über die Lohnabrechnung des Arbeitgebers. Selbstständige erhalten einen Vorschuss über eine einmalige Senkung ihrer Einkommensteuer-Vorauszahlung.
  • Kinderbonus: Für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, gibt es einen Einmalbonus von 100 Euro. Die Zahlung soll ab Juli 2022 erfolgen. Dieser wird – wie in der Vergangenheit – auf den steuerlichen Kinderfreibetrag angerechnet.
  • Einmalzahlung für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen: Die bereits beschlossene Einmalzahlung für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen wird auf 200 Euro verdoppelt.
  • 9-Euro-Ticket: Bus und Bahn sind eine umweltfreundliche Alternative zum Pkw. Deshalb bietet die Bundesregierung ein ÖPNV-Ticket für neun Euro im Monat an. Die Maßnahme soll bundesweit für die Monate Juni bis August 2022 gelten.
  • Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe: Ebenfalls für die Monate Juni bis August ist vorgesehen, die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf das europäische Mindestmaß abzusenken. Die Steuerentlastung für Benzin beträgt damit 30 Cent je Liter, für Diesel 14 Cent je Liter.

Welche Gesetzentwürfe wurden beschlossen?

Zur Umsetzung des zweiten Entlastungspakets für Bürgerinnen und Bürger hat die Bundesregierung folgende Regelungen auf den Weg gebracht:

Energiepreispauschale und Familienzuschuss (Kinderbonus) sollen als Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen in den Entwurf eines Steuerentlastungsgesetzes 2022 eingebracht werden. Die Verdoppelung der Einmalzahlung für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen soll als Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen in den Entwurf des Sofortzuschlags- und Einmalzahlungsgesetzes eingebracht werden.

Die Finanzierung des „9 für 90“-Tickets soll mit dem Entwurf eines Siebten Gesetzes zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes umgesetzt werden. Die temporäre Absenkung der Energie auf Kraftstoffe soll mit dem Entwurf eines Energiesteuersenkungsgesetzes umgesetzt werden.

Wie geht es weiter?

Die Gesetzentwürfe befinden sich nun im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren. Bundestag und Bundesrat sollen den notwendigen gesetzlichen Änderungen am 19. und 20. Mai 2022 zustimmen, damit die beschlossenen Maßnahmen zügig in Kraft treten können.

Was sieht das erste Entlastungspaket vor?

Die Bundesregierung hatte angesichts steigender Energiepreise bereits einen umfangreichen Katalog von Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger beschlossen. So steigen die Entfernungspauschale, der Grundfreibetrag und der Arbeitnehmerpauschbetrag. Es wird ein Heizkostenzuschuss vor allem für Wohngeldempfänger und Studierende mit BAföG gezahlt und die EEG-Umlage für Stromkunden fällt bereits zum 1. Juli 2022.

Rentner brauchen dringend Entlastung wegen steigender Energiepreise
  • VdK fordert Energiepreispauschale von 300 Euro wie für Arbeitnehmer
  • Bentele: „Geld sollte als Aufschlag auf die Rente direkt ausgezahlt werden“

Die Chefs der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und IW fordern, dass die geplante Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro auch für Rentnerinnen und Rentner gilt und greifen damit eine Forderung des Sozialverbands VdK auf.

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu:

„Wir freuen uns, dass die Wirtschaftsforscher von DIW und IW eine Forderung des Sozialverbands VdK aufgreifen. Bei der Energiepreispauschale von 300 Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die der VdK begrüßt, vergisst die Koalition wieder einmal die Rentnerinnen und Rentner. Sie dürfen nicht leer ausgehen. Denn gerade Seniorinnen und Senioren mit kleinen Renten sind besonders auf das Geld angewiesen, weil sie am Ende des Monats nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen. Die Preissteigerungen sind für diese Menschen ein großes Problem. Deshalb fordert der VdK einen Aufschlag auf die Rente von 300 Euro, der direkt ausgezahlt wird.

Neben den Rentnerinnen und Rentnern bleiben im Entlastungspaket weitere Personen unberücksichtigt. Dazu gehören Menschen mit Behinderung, die nicht steuerpflichtig arbeiten, sowie Erwerbsminderungsrentnerinnen und -Rentner. Aber auch Frauen gehen leer aus, die nicht oder nur im 450-Euro-Job arbeiten, um Kinder und Pflegebedürftige versorgen zu können. Diese Menschen müssen genauso Heizkosten zahlen und leiden besonders unter den steigenden Energiepreisen.“

Wie sind Fahr­rad, E-Bike & Co. am bes­ten ver­si­chert?

125.000 versicherte Räder wurden 2021 gestohlen. Wir klären die wichtigsten Fragen rund ums Zweirad: Welche Versicherung zahlt, wenn mein Fahrrad gestohlen wurde? Und in welchen Fällen ist eine spezielle Fahrradversicherung sinnvoll?

Das Wichtigste vorweg: Fahrräder und E-Bikes können über die Hausratversicherung oder eine eigenständige Fahrradversicherung versichert werden. Beide Arten von Versicherung decken unterschiedliche Risiken ab. Dazu zählen etwa Schäden durch Unfälle, Vandalismus oder Fahrraddiebstahl. Je nach Rad eignet sich entweder die normale Hausratversicherung oder eine Fahrradversicherung.

Wie schützt die Hausratversicherung mein Fahrrad?

Eine normale Hausratversicherung schließt den kompletten Hausrat, beispielsweise Möbel, Kleidung und Elektrogeräte, mit ein. Diese sind im Fall von Einbruchdiebstahl, Schäden durch Leitungswasser, Sturm und Feuer geschützt. Viele Hausratversicherungen haben in den letzten Jahren ihre Leistungen erweitert und umfassen auch den Versicherungsschutz von Fahrrädern am Versicherungsort. Bei entsprechender Erweiterung im Versicherungsvertrag sind normale Fahrräder über die Hausratversicherung somit mitversichert.

Fahrraddiebstahl mitversichern

Von den knapp 27 Millionen Verträgen in der Hausratversicherung haben 47 Prozent die Fahrradklausel eingeschlossen. Diese Klausel sorgt dafür, dass die Versicherung für Fahrraddiebstahl aufkommt, wenn das Fahrrad durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert wurde. Die Hausratversicherung zahlt daraufhin den Neuwert, also den Betrag des Preises bei heutiger Beschaffung.

Für beschädigtes Inventar erstattet eine Hausratversicherung die Reparaturkosten und für beschädigte, aber noch uneingeschränkt nutzbare Gegenstände zahlt sie die entsprechende Wertminderung aus. Die Höchstentschädigung für Fahrräder wird in der Regel auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme des gesamten Hausrates festgelegt. Zu beachten ist hierbei, dass der Versicherungsschutz in der Regel zwar für alle Räder des Versicherungsnehmers gilt, jedoch nur solange das Fahrrad in verschlossenen Räumen wie zum Beispiel im Keller oder in der Garage Schaden genommen hat.

Was ist die Nachtzeitklausel?

Die meisten Fahrräder werden im öffentlichen Raum gestohlen. Für solche Fälle können Verbraucher ihr Fahrrad mit einer Zusatzklausel in der Hausratpolice schützen. Es kann jedoch sein, dass der zusätzliche Schutz nur zu bestimmten Tageszeiten besteht, die in einer sogenannten Nachtzeitklausel geregelt sind. Wird das Fahrrad zwischen 22 und 6 Uhr gestohlen, könnte der Schutz der Versicherung in diesem Fall nicht mehr greifen.

Auch Studierende können vom Schutz der Hausratversicherung profitieren. So wie WG-Zimmer noch von der elterlichen Hausratversicherung abgedeckt werden, ist auch das Fahrrad von Studierenden darüber versichert. Einzige Bedingung dafür: Die elterliche Hausratversicherung muss die Fahrradklausel beinhalten.

Im Jahr 2021 leisteten die Versicherer im Schnitt eine Entschädigung von 860 Euro pro geklautem Fahrrad. Insgesamt wurden 2021 rund 125.000 versicherte Räder gestohlen. Eine Übersicht von Anbietern von Hausratversicherungen finden Sie auf dieser Seite.

Wie schützt die Fahrradversicherung mein Bike?

Für Besitzer hochwertiger Räder oder E-Bikes empfiehlt es sich, eine Fahrradversicherung abzuschließen. Sie gilt als eigenständige Versicherung und erweist sich vor allem bei teuren und hochwertigen Fahrrädern als sinnvoll. Der Grund: Fahrradversicherungen beinhalten in der Regel höhere Versicherungssummen. Die Entschädigungssumme richtet sich hierbei nicht wie bei der Hausratversicherung nach der Versicherungssumme, sondern nach dem Wert des versicherten Fahrrads.

Ein weiterer Vorteil der Fahrradversicherung: Sie bietet nicht nur bei Verlust durch Fahrraddiebstahl, sondern auch bei Beschädigung oder Diebstahl von Einzelteilen sowie Verwechslung, Vandalismus, Explosionen oder Unfällen aller Art umfassenden Schutz – eine Art Fahrrad-Vollkaskoversicherung. Eine Fahrradversicherung gilt jedoch nur für das jeweilige Rad. Wer weitere Fahrräder versichern möchte, muss dafür separate Verträge abschließen.

Versicherungen für E-Bikes oder Pedelec

Ob E-Bikes im Hausrat mitversichert sind, hängt von der Leistung des Rades ab. Pedelecs oder E-Bikes mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometer können in die Hausratversicherung eingeschlossen werden. Der Versicherungsschutz greift in diesem Fall auch bei Feuchtigkeits- und Elektronikschäden.

S-Pedelecs haben eine höhere Motorleistung und erreichen bis zu 45 Stundenkilometer. Wie auch für Mofas und Mopeds ist für sie gesetzlich eine Kfz-Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Mit einer Kaskoversicherung sind sie auch bei einem Diebstahl geschützt. Schäden, die beispielsweise durch Brand, Explosion oder Hagel am Pedelec entstehen, lassen sich ebenfalls versichern.

Checkliste Fahrraddiebstahl: Diese Informationen helfen bei der Schadensmeldung

Toilettenpapier-Test: Mit diesen Rollen sparen Sie täglich Holz & CO2

Unser Toilettenpapier-Test zeigt: Recycling-Toilettenpapier gibt es weich, reißfest und schadstofffrei. Deswegen gibt es keinen Grund mehr für Produkte aus frischem Zellstoff, für den viele Bäume gefällt werden müssen. Welche Klopapiere wir empfehlen, erfahren Sie in unserem Gratis-Test.

 

  • Sechs Toilettenpapiere im Test bewerten wir mit „sehr gut“.
  • Drei schneiden nur mittelmäßg ab, der Rest ist immerhin „gut“.
  • Wechseln Verbraucher zu Recycling-Toilettenpapier schützen sie Lebensräume und tun etwas fürs Klima. Jeder Baum sorgt für weniger C02 in der Atmosphäre, es lassen sich riesige Wassermengen sparen und klimaschädliche Transportwege verkürzen.

Aktualisiert am 10.12.2020 | Rund 134 Rollen Toilettenpapier werden in Deutschland in einem Jahr pro Po verbraucht. Das bedeutet: In jedem Haushalt kommt einiges zusammen. Und damit vernichten wir Millionen Bäume, die notwendig sind, um Zellstoffe für all diese Rollen zu produzieren.

So wird Toilettenpapier hergestellt

Um aus einem Baum zartes, weiches Toilettenpapier herzustellen, ist viel zu tun: Bäume müssen gefällt, zerkleinert und dann so lange in schwefliger Lauge oder Säure ausgekocht werden, bis sich der Zellstoff löst. Aus diesem entsteht dann Toilettenpapier.

Die Herstellung verbraucht enorm viel Energie und sorgt für einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen. Die Folge: Wasser und Luft sind starken Emissionen ausgesetzt. Außerdem ärgerlich: Über 80 Prozent des Zellstoffs, den die Industrie hier verarbeitet, wird importiert. Das bedeutet lange, klimaschädliche Transportwege. 40 Prozent, also fast jeder zweite auf dieser Welt gefällte Baum, landet nach WWF-Zahlen in der Papierindustrie.

Toilettenpapier-Test: 20 Produkte im Vergleich

Ein Großteil der Bäume könnte geschont werden, würden die Verbraucher auf Altpapier statt Primärfasern setzen. Nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation Robin Wood könnte Recyclingpapier den Papierbedarf zu 80 Prozent decken. Und für Toilettenpapier müsste kein einziger Baum mehr gefällt werden.

Erstaunlicherweise besteht nur in etwa jede fünfte verkaufte Toilettenpapierrolle aus Recyclingpapier. Woran liegt das? Ist Recyclingpapier wirklich rauer, unkomfortabler? Ist es mit Schadstoffen belastet? Wir haben es von Profis im Labor überprüfen lassen. Im Toilettenpapier-Test: 17 Mal Recycling-Toilettenpapier und drei Mal Toilettenpapier aus Primärfasern, darunter ein neues Bambuspapier.

Sechs Toilettenpapiere sind Testsieger

Das Ergebnis: Sechs Recycling-Toilettenpapiere im Test können wir mit „sehr gut“ empfehlen, elf weitere bewerten wir immerhin mit „gut“. Im Praxistest überzeugen alle Produkte. Wenn es um die Inhaltsstoffe geht, hat Altpapier einen kleinen Nachteil: Öfter bringt das Papier aus seinem Vorleben halogenorganische Verbindungen mit.

Welches ist das beste Toilettenpapier? Die Testsieger bei ÖKO-TEST im Überblick:

  • Alouette Toilettenpapier Recycling von Rossmann
  • Hakle Recycling Toilettenpapier von Hakle
  • Kokett Recycling Toilettenpapier von Aldi Nord/Aldi Süd
  • Mach Mit Toilettenpapier 100 % Recyclingpapier von Wepa
  • Natuvell Toilettenpapier Recycling von Globus
  • Sanft & Sicher Toilettenpapier Recycling von Dm

Für Klopapier sind viele Bäume fällig

Toilettenpapier landet im Klo und löst sich auf dem Weg zur Kläranlage im Wasser auf. Damit sind die Fasern aus dem Recyclingkreislauf raus. Das liegt in der Natur der Sache, ist aber schade – ganz besonders um die frisch gewonnenen Fasern, für die viele Bäume fällig sind. Denn Primärfasern hätte man – wären sie nicht zu Klopapier verarbeitet worden – noch viele, viele Male recyceln können.

In Europa erlebt eine Faser, die recycelt wird, derzeit etwa dreieinhalb Umläufe. Wäre sogar mehr möglich? Ja. Nach Studien der Technischen Universität Darmstadt sind 25 und mehr Recyclingrunden drin. Und mit jeder Runde spart man nicht nur Holz ein, sondern auch das energieintensive Aufbereiten des Zellstoffs. Die Gewinnung von Recyclingpapier verbraucht nach Zahlen des Umweltbundesamts nur die Hälfte an Energie und nur zwischen einem Siebtel bis zu einem Drittel der Wassermenge.

Aus diesem Grund vergeben wir Minuspunkte für die Verwendung von Primärfasern. Das betrifft Zewa Bewährt und Regina Softis. Weil auch Bambus, der auf einer FSC-zertifizierten Plantage wächst, zu schade ist, um zu Klopapier verarbeitet zu werden, kritisieren wir auch das Toilettenpapier der Marke Pandoo. Der Hersteller bewirbt es als „umweltfreundliche Alternative“ – wir finden aber: Es geht besser.

Toilettenpapier und lange Transportwege

Das getestete Pandoo-Toilettenpapier kommt dort her, wo der Bambus wächst – aus China. Die meisten Rollen im Test wurden aber in Deutschland gefertigt, einige wenige im europäischen Ausland. Auch das verarbeitete Altpapier stammt in der Regel aus der Region oder Nachbarländern. Spannend ist die Frage, woher die Primärfasern in den entsprechenden Produkten stammen.

Die kurzen Fasern, die für die Weichheit des Klopapiers zuständig sind, stammen nämlich häufig aus brasilianischem Eukalyptus. Im Zewa Bewährt Toilettenpapier allerdings stecken laut Hersteller Buche und Fichte. „Zertifizierte Durchforstungs-, Rest- und Sägeresthölzer, überwiegend aus der Umgebung unseres Werks“, schreibt Essity Germany. Und bei Regina Softis Toilettenpapier? Wir warten noch immer auf eine vollständige schriftliche Antwort.

Alle Klopapiere überzeugen im Praxistest

Toilettenpapier soll weich zur Haut, saugfähig und reißfest sein. Zudem sollte sich Blatt für Blatt gut und ohne Gefledder abreißen lassen können. Das Ergebnis unserer Praxisprüfungen ist eindeutig: Sowohl Recycling-Toilettenpapier als auch Klopapier aus Primärfasern ist „gut“.

In Sachen Weichheit stach ein Produkt eindeutig heraus: das Pandoo Bambus Toilettenpapier. Das Papier ohne Prägung schmeichelte wie kein anderes den Händen der Tester. Was die Weichheit der anderen Primärfaserpapiere im Test angeht: Hier können etliche Recyclingprodukte locker mithalten.

Enthalten Toilettenpapiere im Test Schadstoffe?

Was ist ansonsten aufgefallen? In elf Toilettenpapieren im Test beanstanden wir halogenorganische Verbindungen, die sich vor allem in der Umwelt anreichern. Das betrifft überwiegend Recyclingrollen. Die halogenorganischen Verbindungen werden vermutlich über das Altpapier eingebracht – das zuvor womöglich mit Chlorverbindungen gebleicht oder mit anderen Chemikalien bearbeitet worden war.

Aus dem Altpapier stammen wohl auch die Restspuren optischer Aufheller, die in fast allen Recyclingrollen gefunden wurden; für diese vergeben wir allerdings in Recyclingprodukten keine Minuspunkte.

Recycling-Toilettenpapier ist die bessere Wahl

Wir haben Tipps für Sie gesammelt:

  1. Verwenden Sie Toilettenpapier aus 100 Prozent Recyclingpapier. Holz, Wasser und Energie sparen? Viel einfacher gehtʼs kaum.
  2. Der Blaue Engel stellt höchste Ansprüche an Recycling-Papierprodukte. Neben Klopapier gibtʼs auch Taschentücher, Küchenkrepp und mehr.
  3. Kein Recyclingprodukt im Regal, und es ist richtig, richtig dringend? Dann ist FSC-zertifiziertes Papier das Produkt der Wahl. Aber wirklich nur dann!
Wattestäbchen im Test: Warum die Corona-Krise für Probleme sorgt

Wattestäbchen mit einem Stiel aus Plastik – das war gestern. Denn in der EU ist Plastik in Wegwerfartikeln ist seit 2021 verboten. Setzen die Hersteller nun auf Alternativen und sind die Wattestäbchen frei von Schadstoffen? Wir haben 25 Produkte getestet.

  • Im Test: 25 Wattestäbchen aus Drogerien, Discountern, Supermärkten und Bio-Märkten. Vier Produkte sind als Sicherheitswattestäbchen für Babys- und Kinder ausgelobt.
  • In vier Produkten fand das Labor halogenorganische Verbindungen. Viele Stoffe aus dieser Gruppe gelten als allergieauslösend.
  • Problem für Wattestäbchenhersteller: Die aktuelle Krise erschwert die Beschaffung von Papier.

Seit Sommer 2021 gilt für Wegwerfprodukte ein Plastikverbot in der EU. Also müssen die Stiele der Wattestäbchen aus Papier sein. Damit sind wir beim Thema Engpass auf dem Papiermarkt. Was bedeutet der für die Hersteller von Wattestäbchen?

Sorge um Papierknappheit durch Corona und Krieg

Das EU-Verbot für Plastik in Wegwerfartikeln fiel mitten in die Corona-Krise. Wegen des Lockdowns gerieten weltweit die Lieferketten für Alltagsprodukte stark unter Druck. Das galt und gilt insbesondere auch für Hygienepapier- und Zellstoffprodukte.

Für die Hersteller hieß es: kreativ werden. Ein Wattestäbchenhersteller, dessen Produkte wir aktuell getestet haben, teilte uns beispielsweise mit, dass er Papierstiele bei seinen Wattestäbchen verwendet, die sonst bei Lollis zum Einsatz kommen.

Jetzt kommt zu der ohnehin angespannten Lage auf dem Papiermarkt der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine hinzu. Die aktuell explodierenden Gas- und Strompreise könnten dafür sorgen, dass sich der Papiermangel zu einer Versorgungskrise auswachse, warnt der Branchenverband Die Papierindustrie.

Sortiment an plastikfreien Wattestäbchen ist groß

Die gute Nachricht: Bisher scheinen die Hersteller von Wattestäbchen die Umstellung auf Papier offensichtlich gut hinbekommen zu haben. Das Sortiment an plastikfreien Produkten in den Ladenregalen ist groß. Zurückgegriffen wird, wie unser Test zeigt, auf Papier aus Brasilien, Skandinavien und Deutschland.

Auffällig ist allerdings, dass nur vier der getesteten Wattestäbchen Anteile von Recyclingpapier enthalten – das ist eine sehr schwache Quote. Die Erklärung: „Lieferengpässe auf dem Rohstoffmarkt bei der Beschaffung von Recyclingfasern erschweren einzelnen Herstellern derzeit die Herstellung von Recyclingpapier“, teilt der auf nachhaltige Forstwirtschaft ausgerichtete Zertifizierer Forest Stewardship Council (FSC) mit.

Keine Minuspunkte für schlechte Recycling-Quote

Das Umweltbundesamt schreibt uns auf Anfrage: „Derzeit ist die Lage auf dem Altpapiermarkt angespannt. Es ist schwer, überhaupt genügend Altpapier zu vertretbaren Preisen für die Produktionen zu bekommen.“

Die Schwierigkeit der Rohstoffbeschaffung und die Anfangsprobleme bei der Umstellung auf plastikfrei sind auch die Gründe, warum wir anders als bei unseren jüngsten Tests von Hygieneartikeln wie Toilettenpapier oder Papiertaschentüchern diesmal keine Noten für den fehlenden Einsatz von Recyclingpapier abziehen.

Woher stammt das recycelte Papier?

Bei den vier Produkten in unserem Test, die Recyclingpapier enthalten, stammen die Papierfasern nicht aus der häuslichen Altpapiersammlung (Post-Consumer-Recycling), sondern es handelt sich um Post-Industrial-Recyclingpapier.

Was genau ist das? Es handelt sich um recycelte Industriereste. Recycelte Industriereste Post-Industrial-Recylingpapier (PIR) stammt vollständig oder anteilig aus Altpapier, das in der Papierverarbeitung von Druckereien, Buchbindereien oder Verpackungsfabriken anfällt – etwa Stanzreste.

Ausgangsmaterialien können aber auch nicht verkaufte Zeitungen und Zeitschriften aus dem Kioskhandel sein. Für die weiterverarbeitende Industrie hat PIR den Vorteil, dass es ohne die aus der Altpapiertonne bekannten Störstoffe (Fehlwürfe) vorliegt. Eine passende Recyclingpapierfabrik kann es direkt verwerten, Stanzabfälle eines Wellpappenkistenherstellers zum Beispiel eignen sich für die Wellpappenrohpapierproduktion.

Mögliche Rückstände aus Bleiche in Wattestäbchen

Was Schadstoffe angeht, gibt es an den Wattestäbchen im Test nicht viel zu meckern. In vier Produkten werten wir halogenorganische Verbindungen ab. Allgemein gelten viele der zumeist chlorhaltigen Stoffe als allergieauslösend, manche reichern sich in der Umwelt an. Aussagen über ganz konkrete Verbindungen lässt das Analysenverfahren jedoch nicht zu.

Bei den analysierten Verbindungen kann es sich um Rückstände aus der Chlorbleiche handeln. Die Anbieter Kaufland und Rossmann gaben uns beispielsweise die Rückmeldung, dass zwar die Baumwolle der Watte chlorfrei gebleicht sei, nicht aber das Stäbchen. Dessen Papier sei mit dem Verfahren ECF (elementar- Chlorfrei) gebleicht. Das schließt zwar den Einsatz von Chlorgas aus, nicht aber den von Chlorverbindungen.

Hersteller Pandoo antwortete, Bambus und Baumwolle seien ungebleicht; Outdoor Freakz machte keine Angaben zum konkreten Bleichverfahren.

Wattestäbchen im Gebrauch: Tipps für die Anwendung

  • Wattestäbchen besser nicht in den Gehörgang stecken. Grund: Mit einem Stäbchen drückt man Ohrenschmalz nur noch fester und tiefer ins Ohr. Beinahe alle Produkte tragen einen entsprechenden Warnhinweis.
  • Babywattestäbchen müssen nicht sein. Die äußere Ohrmuschel lässt sich auch mit einem Waschlappen oder einem herkömmlichen Stäbchen reinigen.
Wandfarben im Test: Welche sind die besten Kalk- und Dispersionsfarben?

Weiße Innenwände bringen Helligkeit in die Wohnung. Allerdings werden die Wände mit der Zeit grau und benötigen einen neuen Anstrich. Wir haben 25 weiße Wandfarben eingekauft und in die Labore geschickt: Wie gut schlagen sich die Kalk- und Dispersionsfarben?

  • Im Test: 25 weiße Wandfarben für Innenräume. 19 davon sind Dispersions- bzw. Dispersionssilikatfarben, sechs sind Natur- bzw. Kalkfarben.
  • Problematische Konservierungsstoffe waren in früheren Tests von Farben ein großes Problem. Inzwischen haben sich die Produkte verbessert.
  • Ein paar Wandfarben im Test enthalten halogenorganische Verbindungen. Das Problem: Viele dieser Verbindungen gelten als allergieauslösend und reichern sich in der Umwelt an.

Früher suchte und fand der Mensch seine Farben in der Natur. Jahrtausendelang nutzt er Anstrichmittel auf Basis von Kalk, Lehm und anderen Mineralen. Erst in der jüngeren Geschichte kamen industriell hergestellte Dispersionsfarben. Seit einigen Jahren liegen Kalkfarben jedoch wieder im Trend.

Was sind Kalkfarben?

Kalkfarben sind Naturfarben. Anders als bei Bio-Lebensmitteln oder Naturkosmetik mit ihren bekannten Zertifikaten ist bei Anstrichmitteln aber unklarer definiert, wann es sich um Naturfarben handelt. Beim Einkauf kommt erschwerend hinzu, dass Volldeklarationen nicht verpflichtend sind.

Ist die Definition auch nicht ganz eindeutig, eines ist klar: Nichts zu suchen haben in einer Naturfarbe synthetische, petrochemisch gewonnene Stoffe wie Acryl- oder Kunststoffharze. Grundlage für eine Naturfarbe sollten nachwachsende oder mineralische Rohstoffe sein. Das fordern auch die relativ kurz gehaltenen Richtlinien des Internationalen Verbands der Naturbaustoffhersteller (InVeNa), dessen Siegel einige Produkte tragen.

Kalk kann Feuchtigkeit gut regulieren

Kalk gehört zu den historisch ältesten Wandbeschichtungen. Die gute Feuchteregulierung hat der Naturfarbe zu einer Renaissance verholfen. Kalk ist stark alkalisch (pH-Wert größer als 12), was Schimmel und Bakterien kaum eine Chance lässt. Auch ihre Ästhetik mit einem matten, leicht durchscheinenden, etwas wolkigen Weiß findet wieder zunehmend Gefallen.

Alpina, Obi & Co.: Kalk- und Dispersionsfarben im Test

Im Gegensatz zu Naturfarben enthalten Dispersionsfarben neben Mineralen (Pigmenten) beispielsweise Kunststoffe oder Kunstharze. Um die Farben schon im Behälter vor einem Befall mit Keimen, Bakterien oder Pilzen zu schützen, kamen in der Vergangenheit häufig umstrittene Konservierungsmittel zum Einsatz. Das zeigten unsere Tests. Inzwischen sind die Konservierer aber ein kleineres Problem.

Damit sind wir bei den Testergebnissen unserer aktuellen Überprüfung. Wir haben 25 weiße Wandfarben eingekauft und in die Labore geschickt: 19 Dispersionsfarben und sechs Kalkfarben.

Sind Konservierer ein Problem im Wandfarben-Test?

Isothiazolinone kritisierten wir in früheren Tests häufig. Hersteller setzen die Verbindungen als Konservierungsstoffe ein, um die Farben schon im Behälter vor einem Befall mit Keimen, Bakterien oder Pilzen zu schützen. Das Problem: Immer mehr Menschen reagieren darauf allergisch. In Kosmetik, die auf der Haut verbleibt, sind sie längst verboten. In Farben und Lacken jedoch noch nicht.

14 der 19 Dispersionsfarben in diesem Test tragen das Gütesiegel Blauer Engel. Das Bundesumweltministerium verschärfte 2019 die Kriterien für das von ihm getragene Siegel: In „emissionsfreien Innenwandfarben“, die das Umweltzeichen tragen wollen, dürfen Hersteller seitdem keine Konservierungsmittel mehr einsetzen. Ausnahme sind geringe Spuren von Isothiazolinonen.

Die Richtlinien des Blauen Engels sind zwar nicht allgemein verpflichtend, geben aber Hinweise, was technisch machbar ist. Daher orientieren wir uns an ihnen. In zwei Wandfarben im Test wies das von uns beauftragte Labor Benzisothiazolinon (BIT) nach. Die gemessenen Gehalte lagen jeweils über den für den Blauen Engel zulässigen 10 mg/kg.

Reizung von Haut und Augen möglich

Um die Farben konservierungsmittelfrei zu halten, verfügen die Hersteller über eine Stellschraube: Sie können sie mit einem hohen alkalischen pH-Wert haltbar machen. Wir ließen die pH-Werte bestimmen. Er lag zwischen rund 11 und 13.

Zum Vergleich: Seife hat einen pH-Wert von 9 bis 10. Da Haut- und Augenreizungen bei solchen Werten möglich sind, ist es ratsam, bei der Verarbeitung Schutzbrille und Schutzhandschuhe zu tragen.

Entsprechende Warnhinweise finden sich auf den Produkten. Auch sollte man beim Streichen die Böden gut auslegen: Die reizenden Farbtröpfchen können hässliche Flecken auf Parkett und anderen empfindlichen Böden hinterlassen.

Verunreinigungen in weißen Wandfarben im Test

Während Warnhinweise auf die Produkte gehören, sollten Verunreinigungen besser vermieden werden. In drei weißen Wandfarben wies ein beauftragtes Labor halogenorganische Verbindungen nach.

Das Problem: Zu dieser umstrittenen Stoffgruppe gehören allergieauslösende oder sich in der Umwelt anreichernde Verbindungen. Manche haben eine konservierende Wirkung. Aussagen darüber, welche ganz konkreten Verbindungen enthalten sind, lässt das Analysenverfahren leider nicht zu.

Die Farbenhersteller setzen halogenorganische Verbindungen nicht gezielt in ihren Rezepturen ein. Sie können jedoch beispielsweise über Verunreinigungen in einem Vorrohstoff hineingeraten, etwa wenn dieser mit einer chlorierten Isothiazolinonverbindung konserviert ist.

Ist Titandioxid in Wandfarben gefährlich?

Alle Dispersionsfarben und die Hälfte der Kalkfarben im Test enthalten Titandioxid. Es ist ein Weißpigment mit sehr hoher Deckkraft. Nicht immer ist es auf den Gebinden deklariert, es wird etwa als „mineralisches Weißpigment“ umschrieben. Das Technische Informationsblatt nennt die konkrete Bezeichnung.

Obwohl Kalkfarben auf einem weißen Mineral basieren, enthalten auch sie häufig Titandioxid. Grund: Bei ihnen dauert die Aushärtung länger. Für eine höhere Deckkraft schon im Nasszustand setzen Hersteller deshalb auch in ihnen Titandioxid ein. Eine Alternative ist Marmormehl, das jedoch schwächer deckt.

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA stuft Titandioxid als krebsverdächtig ein. Solange es in den flüssigen oder getrockneten Farben gebunden ist, stellt es keine Gefahr dar.

Ein Risiko besteht allerdings beim Einatmen. Deshalb müssen die Farbeimer den Warnhinweis tragen: „Achtung! Beim Sprühen können gefährliche lungengängige Tröpfchen entstehen. Aerosol oder Nebel nicht einatmen.“

Inhaltsstoffe auf weißen Wandfarben deklarieren

Apropos Deklaration. Die Anbieter sind gesetzlich nicht zu einer Volldeklaration auf den Verpackungen verpflichtet. Verbraucherinnen und Verbraucher können sie dem Technischen Informationsblatt entnehmen, das sie auf Anfrage beim Anbieter erhalten oder im Internet herunterladen können.

Wir halten das für wenig verbraucherfreundlich und werten das Fehlen der Angabe von Inhaltsstoffen auf den Behältern der weißen Wandfarben ab.

Angaben zu Nassabriebfestigkeit und Deckkraft nach Klassen finden sich auf den Verpackungen aller Dispersionsfarben im Test. Auf Kalkfarben lässt sich die Klassifizierung nicht anwenden, da die Aushärtung von mineralischen Farben über einen längeren Zeitraum von bis zu mehreren Wochen erfolgt.

Behälter bestehen kaum aus recycelten Kunststoffen

Enttäuschend: Nur für sechs der 26 weißen Wandfarben im Test legten uns die Anbieter einen Nachweis vor, dass die Kunststoffbehälter Anteile an Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) aus der Wertstoffsammlung enthalten. Gemeint sind: Recycelte Kunststoffe.

Das ist eine magere Ausbeute – vor allem im Vergleich zu anderen unserer Tests, etwa von Reinigungsmitteln oder Kosmetika. Immerhin kündigten viele Anbieter an, künftig PCR in ihren Verpackungen einsetzen zu wollen.

Weiße Wandfarben: Tipps zum Streichen

Worauf Sie beim Streichen achten sollten:

  • Beim Streichen Handschuhe und Schutzbrille tragen. Die Farben können Haut und Augen reizen. Beim Sprühen wegen der Aerosole Schutzmaske anziehen.
  • Auch bei emissionsarmen Farben gilt: Nach dem Streichen gut lüften.
  • Bei reinen Kalkfarben gilt: Die Verarbeitung ist nicht ganz einfach. Geeignete Untergründe müssen saugfähig und frei von trennenden Substanzen sein, es eignen sich zum Beispiel Kalk- und Lehmputze, Kalksandstein, Porenbeton und Ziegel.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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