Autokostenvergleich: Größter Kostenfaktor ist Wertverlust

Kaufprämie verzerrt Realkosten für E-Autos

Die derzeit hohen Spritpreise lassen E-Autos für viele Verbraucher attraktiv erscheinen. Zudem sind die Stromer wegen der Kaufprämie in der Anschaffung häufig deutlich günstiger als Benzin- und Dieselfahrzeuge.

Die derzeit hohen Spritpreise lassen E-Autos für viele Verbraucher attraktiv erscheinen. Zudem sind die Stromer wegen der Kaufprämie in der Anschaffung häufig deutlich günstiger als Benzin- und Dieselfahrzeuge. Doch bei einem Gesamtkostenvergleich zeigt sich: Nicht die zeitweise deutlich über zwei Euro liegenden Literpreise für Benzin und Diesel sind der größte Kostenfaktor, sondern der Wertverlust eines Fahrzeugs. Das hat der ADAC in seinem aktuellen Autokostenvergleich ermittelt.

Zum Beispiel der Golf: Die ADAC Experten verglichen den Stromer VW ID.3 mit dem 110 kW starken 1.5 eTSI Golf. Die höheren Anschaffungskosten der E-Version (36.960 Euro, Benziner: 32.460 Euro) werden überkompensiert durch andere Kostenfaktoren wie Versicherung, Kfz-Steuer, Ausgaben für Wartung und Reparaturen, Reifenverschleiß, Kraftstoff- bzw. Stromkosten und eine Pauschale für die Wagenwäsche und -pflege. Insbesondere die vergleichsweise geringeren Wartungs- und Betriebskosten von Elektroautos machen sich in der Gesamtbilanz bemerkbar: Die Elektroversion kommt so auf 47,2 Cent pro Kilometer, der Benziner auf 56,9 Cent.

Selbst wenn man einen Preisnachlass von 15 Prozent auf den Benziner-Golf einrechnet, kommt der elektrische ID.3 am Ende günstiger weg. Zieht man die aktuelle Elektro-Umweltprämie vom Kaufpreis des Stromers ab, dann ist der ID.3 rund 5.000 Euro günstiger in der Anschaffung – mit Folgen für den Wertverlust, der dann entsprechend geringer ausfällt.

Noch immer lassen sich die Hersteller bis auf wenige Ausnahmen die Elektromo¬bilität teuer bezahlen. Damit jedoch die Kostenbilanz bei rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen auch ohne Subventionen noch besser ausfällt, müssen die Kaufpreise weiter sinken und dürfen nur geringfügig über denen eines vergleich¬baren Verbrennermodells liegen.

Der Gesamtkostenvergleich berücksichtigt alle Kosten eines Autos. Gegenübergestellt werden nahezu alle auf dem deutschen Markt erhältlichen gängigen Elektroautos sowie Plug-in-Hybride mit Benzinern oder Dieseln mit vergleichbarer Motorleistung und ähnlicher Ausstattung. Der aktuelle Umweltbonus von bis zu 9000 Euro für reine Elektrofahrzeuge und bis zu 6750 Euro für extern aufladbare Plug-in-Hybride ist in den Berechnungen berücksichtigt. Grundlage aller Berechnungen ist eine durchschnittliche Haltedauer von fünf Jahren mit einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern. Wegen der zurzeit starken Schwankungen der Kraftstoffpreise wurde zur Berechnung der Durchschnitt der vergangenen drei Monate herangezogen.

 

Wohnen im Alter – was gibt es zu bedenken?

Die Frage, wie und wo man im Alter einmal seinen Ruhestand genießen möchte, beantworten die meisten Menschen zu spät. Würden junge Bauherren bereits beim Bau an die Zukunft denken, bliebe dem ein oder anderen im Rentenalter wohl vieles erspart.

Grundsätzlich ist bei den unterschiedlichen Wohnformen, die sich für Senioren anbieten, zwischen klassischen Pflegeheimen, betreutem Wohnen sowie Senioren-Wohngemeinschaften zu unterscheiden. Dabei ist die Frage nach der richtigen Wohnart eine höchst individuelle. Die Antwort darauf richtet sich nicht nur nach dem Geschmack des Betroffenen. Sie hängt auch davon ab, wie viel Unterstützung jemand im Alltag benötigt und was er sich leisten kann.

Ein Pflegeheim bietet sich immer dann an, wenn tatsächlich professionelle Pflegeunterstützung angezeigt ist. Anders ist dies beim Betreuten Wohnen. Die Bewohner leben weitgehend selbstständig und werden nur nach Bedarf unterstützt. Das kann beim Einkaufen genauso sein wie bei der Organisation und Erledigung von Alltagsterminen. In der Regel wird aber auch medizinische Hilfe angeboten. Eine Senioren-WG ist vor allem für Menschen geeignet, die alleinstehend sind und Anschluss suchen. Sie wollen nicht allein leben, sondern sich eine Wohnung oder ein Haus mit anderen Personen teilen. Auf diese Weise können sich die Bewohner gegenseitig unterstützen und durch die gemeinsame Nutzung einer Immobilie auch Kosten sparen.

Auszug ist oft nicht gewollt

Das Sprichwort “Einen alten Baum verpflanzt man nicht!” bewahrheitet sich in vielen Fällen. Im Alter hat man sich als Immobilieneigentümer nicht selten an seine Umgebung gewöhnt und ist nicht mehr so flexibel, noch einmal umzuziehen. Deshalb kommt für viele Menschen ein Auszug aus ihren eigenen vier Wänden überhaupt nicht in Frage. In aller Regel wohnen Immobilieneigentümer jedoch nicht in alters- oder behindertengerechten Wohnungen oder Häusern. In diesem Fall müssen bauliche Umgestaltungsmaßnahmen erfolgen.

Bedingungen für Barrierefreiheit

Das Schlagwort “Barrierefreiheit” wird immer wieder diskutiert. In der eigenen Immobilie ist hierunter vor allem zu verstehen, dass auch Personen mit Gehbehinderung oder -einschränkung problemlos im Haus oder in der Wohnung zurechtkommen. Wesentlich für die Barrierefreiheit ist deshalb vor allem, dass sich die Bewohner auch mit Rollator oder gegebenenfalls Rollstuhl gut in der Immobilie bewegen können. Hierfür ist es erforderlich, dass die Tür entsprechend breit ist, damit sie problemlos mit Hilfsmitteln passiert werden kann. Entsprechend ist der Eingangsbereich zu gestalten. Generell können Rampen über kleinere Stufen ausgebaut werden oder es wird ein Aufzug (Treppenlift) eingebaut.

Mittel zur sicheren Fortbewegung

Innerhalb der Wohnung oder des Hauses eignen sich Handläufe, um mehr Sicherheit bei der Fortbewegung zu geben. Generell sollte überall dort, wo zusätzlich zur bloßen Fortbewegung noch weitere Gefahrenquellen lauern, wie etwa durch Wasser in Bad und WC, ein Handlauf angebracht werden. Rutschfeste Badvorleger, Duschmatten, aber auch ein altersgerechter Einstieg in Duschwanne oder Badewanne verhindern Unfälle, die in Sanitäranlagen leider häufig vorkommen. Auch eine helle Ausleuchtung der Immobilie sowie das Verlegen von Kabeln in Kabelläufen beugt Stolperfallen vor und verhindert auf diese Weise Probleme beim Wohnen im Alter.

Einfache Handhabung im Alltag

Ein wichtiger Aspekt für altersgerechtes Wohnen ist die leichte Erreichbarkeit von Dingen des täglichen Bedarfs wie etwa Geschirr, aber auch die einfache Bedienbarkeit von Lichtschaltern und das Vorhalten von bequemen und standsicheren Hockern oder Stühlen zum gelegentlichen Ausruhen. Türen sollten immer nach außen zu öffnen sein, um im Falle einer Ohnmacht oder einer vergleichbaren Notsituation des Bewohners als Helfer auch von außen leicht in einen Raum gelangen zu können.

Ein wichtiger Aspekt bei der altersgerechten Ausstattung ist auch die Haustechnik. Heizung, Lüftung und anderes sollten leicht bedienbar sein. Telefone sollten einfach zu bedienende Notruffunktionen, ein gut leserliches Display sowie gut zu erkennende Tasten besitzen. Es hört sich banal an, aber auch eine gut hörbare Türklingel, gegebenenfalls verbunden mit einem optischen Signal im Falle von Schwerhörigkeit, sind essentiell, um in guter Lebensqualität in den eigenen vier Wänden alt zu werden.

Nähe zur Familie und medizinischen Versorgung

Die Nähe zur eigenen Familie ist nicht nur von tatsächlicher Bedeutung, oft stellt sie auch eine psychische Entlastung da. Wer seine Liebsten in der Nähe weiß, fühlt sich als älterer Mensch sicherer. Aber auch für Personen, die keine Verwandten in der unmittelbaren Umgebung haben, ist die Lage der Immobilie äußerst relevant. Pflegepersonal und Ärzte haben es einfacher, wenn der Wohnort des potentiellen Patienten gut erreichbar ist.

Finanzierung von Umbauten

Stellt man im Laufe der Zeit fest, dass wesentliche Umbaumaßnahmen nicht ausbleiben können, wenn man langfristig auch im Alter und mit den damit einhergehenden Problemen in der eigenen Immobilie wohnen bleiben will, so ist ein häufiges Thema bei Seniorinnen und Senioren, dass sie sich diese Umbauten mit ihrer Rente nicht leisten können. Allerdings gibt es je nach Alter, Liquiditätssituation und Bonität verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung, wenn das eigene Kapital nicht ausreicht.

Obwohl die Zinsen derzeit steigen, stellt ein klassischer Immobilienkredit mit einer Besicherung des Darlehens mit der Immobilie immer noch ein gutes Instrument zur Finanzierung von Umbaumaßnahmen dar. Ein Gespräch bei der Bank vor Ort kann hierfür hilfreich sein. Förderbanken bieten immer wieder Spezialkredite an. So gibt es beispielsweise bei der KfW den “Altersgerecht Umbauen-Kredit”, der bis zu einer Höhe von 50.000 Euro und altersunabhängig gewährt werden kann. Die KfW bietet zusätzlich hierzu auch spezielle Zuschüsse an.

Immobilienverrentung als Alternative

Die Immobilienverrentung ist vor allem für Personen geeignet, die aufgrund ihres Alters oder ihrer Bonität keinen klassischen Kredit mehr bekommen oder aus anderen Gründen von den genannten Finanzierungsmöglichkeiten Abstand nehmen. Viele Menschen spricht die Immobilienverrentung aber auch an, weil sie hierüber zu Lebzeiten das Thema “Immobilie” final und selbstbestimmt regeln können. Oftmals zeichnen sich bereits zu Lebzeiten der Immobilieneigentümer Streitigkeiten oder zumindest unterschiedliche Auffassungen darüber ab, was mit der Immobilie im Falle des Versterbens der Eigentümer geschehen soll. Viele Eltern ersparen ihren Kindern diese Streitigkeiten, indem sie die Eigentumsverhältnisse bereits zu Lebzeiten regeln.

Gastautorin Janine Hardi ist Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der RPI GmbH. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie die unabhängige Internetplattform RenteplusImmobilie.de, die älteren Hauseigentümern Orientierung liefert, wie man im Alter durch eine Verrentung der Immobilie finanziellen Spielraum schaffen kann.

Abgeltungssteuer + Erbschaftsteuer: muss das sein?

Erträge von Wertpapieren unterliegen in der Regel der Abgeltungssteuer. Daran haben sich die meisten gewöhnt. Aber wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, müssen die Erben sogar auf diese Gewinnbeteiligung des Staates Erbschaftsteuer zahlen.

Wer ein Wertpapierportfolio erbt, wird von einem oft überrascht. Das Finanzamt will manchmal gleich zweimal einen Anteil. Einerseits gilt der Verkehrswert am Todestag als Bemessungsgrundlage für die Erbschaftsteuer. Andererseits müssen bei den Erträgen grundsätzlich noch mindestens 25 Prozent Abgeltungssteuer abgezogen werden.

Das heißt, im Depot steckt abzuführende Abgeltungssteuer, auf die trotzdem Erbschaftsteuer anfällt. Das folgende Beispiel zeigt, dass hier nicht unerhebliche Summen zusammenkommen können. Angenommen ein Wertpapierdepot von 500.000 Euro erwirtschaftet nach Kosten jährlich drei Prozent Rendite. Das entspricht in 20 Jahren einem Zuwachs von etwa 400.000 Euro. Hierin stecken rund 100.000 Euro Abgeltungssteuer. Erbt jetzt zum Beispiel eine Nichte das Depot, läge der Erbschaftsteuersatz bei 30 Prozent. Sie trifft damit eine zusätzliche Besteuerung von 30.000 Euro auf die Abgeltungssteuer. Klingt das für Sie nach einer verfassungswidrigen Doppelbesteuerung? Ist es nicht, urteilte erst letztes Jahr das Finanzgericht Münster. Erbschaftsteuer und Einkommensteuer sind zwei unterschiedliche Tatbestände und diese Doppelbelastung ist damit nicht unbillig.

Investmentpolice bietet eine Lösung

Wer vorausschauend reagiert, muss das jedoch nicht hinnehmen. Manche Experten empfehlen, die Abgeltungssteuer vor dem Erbfall rechtzeitig zu realisieren oder das Vermögen möglichst schon zu Lebzeiten zu verschenken. In der Praxis passen beide Ideen für die meisten Anleger nicht. Den eigenen Todestag weiß niemand. Das Wertpapierdepot ist zudem oft ein tragender Teil der Altersvorsorge. Er sollte nicht einfach so weggegeben werden, um nicht die Sicherheit des Schenkenden im Ruhestand zu gefährden. Aber es gibt für dieses Problem eine einfache Lösung, wenn das Depot vorausschauend in einer Investmentpolice steckt. So behält der Schenkende zu Lebzeiten die Kontrolle und vermeidet für die Vermögensnachfolger die Doppelbesteuerung.

Vorteil schon während der Laufzeit der Police

In diesem Fall wirkt eine rechtliche Besonderheit. Erfolgt die Auszahlung solch einer Versicherung im Erbfall, muss auf die in diesem Rahmen angesammelten Erträge keine Abgeltungssteuer abgeführt werden. Insbesondere bei hohen Vermögen oder ungünstigen Erbschaftsteuerklassen macht es Sinn, so etwas frühzeitig einzurichten. Im angeführten Beispiel muss die Nichte dann zwar noch immer einen Erbschaftsteuersatz von 30 Prozent abziehen. Aber sie spart sich die rund 100.000 Euro, die für die Abgeltungssteuer fällig geworden wären. Allerdings ist es dafür Voraussetzung, dass die Erträge, Kursgewinne usw. bereits in der Police entstehen. Dann fällt schon während der Laufzeit keine Abgeltungssteuer an und muss bei der Auszahlung im Todesfall auch nicht mehr abgezogen werden.

Investmentpolicen eignen sich sehr gut als Instrument zur Erbschaftsplanung. Während der Laufzeit können die Besitzer auf geänderte Umstände flexibel reagieren. Zum Beispiel durch Teilschenkungen zur Ausnutzung von Freibeträgen oder das Einsetzen weiterer Erben. Im Idealfall lässt sich so – zusätzlich zur abgeltungssteuerfreien Auszahlung – sogar die Erbschaftsteuer komplett vermeiden. Der Königsweg: Durch einen Nießbrauchvorbehalt können die Altersvorsorge abgesichert, Freibeträge noch optimaler genutzt und Vermögen so frühzeitig ohne Steuerabzug übertragen werden.

Gastautor Stefan Brähler ist Geschäftsführer der Confidema GmbH und Spezialist für den Einsatz von Versicherungsstrukturen in Vermögensverwaltung und Private Banking in Oberursel. Weitere Beiträge von ihm und anderen Vermögensverwaltern finden Sie auf www.v-check.de.

Planungssicherheit bei den Zinsen schaffen

Wer trotz steigender Zinsen und Baukosten jetzt in eine Immobilie investieren will oder bereits in Planung hat, dem rät Ingo Schweitzer von der AnCeKa Vermögensbetreuungs AG, sich unbedingt die aktuellen Zinsen zu sichern und einen ausreichenden Risikopuffer einzuplanen.

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Was können Immobilieninvestoren angesichts steigender Zinsen tun?

Vieles spricht dafür, dass die Inflationsrate erst einmal hoch bleiben wird, weshalb die Zinsen weiter nach oben gehen müssen. In diesem Umfeld rate ich, das aktuelle Zinsniveau zu sichern.

Wie funktioniert das?

Wer einen Kreditvertrag unterschrieben hat, hat meistens sechs Monate Zeit, ihn in Anspruch zu nehmen. So lange wird von der Bank keine Bereitstellungsprovision berechnet. Allerdings sollte das Objekt wirklich erworben werden. Der Kreditvertrag ist unabhängig von der Immobilie und kann dann nur noch mit einer Vorfälligkeitsentschädigung wieder aufgelöst werden.

Wie sieht es mit laufenden Krediten aus, die demnächst fällig werden?

Da sichert sich der Bauherr die aktuellen Bauzinsen zum Fälligkeitstag schon heute. Dann kommt pro Monat ein Aufschlag von derzeit rund 0,05 Prozentpunkten auf den aktuellen Zins dazu. Nach sechs Monaten wären das rund 0,3 Prozentpunkte mehr. Bei einem Kredit mit zehnjähriger Zinsbindung hätte man sich aktuell einen Zins von rund zwei Prozent gesichert.

Das lohnt sich also nur, wenn der Zins in sechs Monaten bei über zwei Prozent steht…

Ja, so ist es. Das halte ich aktuell nicht für ausgeschlossen. Es ist eine Frage der Planungssicherheit und die bekommt ein Immobilieninvestor damit. Schließlich geht es um die Existenz und da sollte man besser keine Risiken eingehen. Das gilt auch bei der Anschlussfinanzierung eines laufenden Kredits mit Hilfe eines Forward Darlehens.

Gibt es sonst noch Alternativen wie die variable Verzinsung eines Kreditteils?

Da die sichere Planungsgrundlage für die Zukunft an erster Stelle stehen sollte, rate ich von einer variablen Verzinsung gerade im aktuellen Umfeld ab. Das gilt ebenfalls für die Finanzierung in Fremdwährung. Auch sie birgt Unsicherheiten in Form von Währungsschwankungen.

Wie kann ich mich sonst noch absichern?

Durch eine vorausschauende Planung. Am Ende der Laufzeit meines Kredits habe ich eine Restschuld, die ich heute schon kenne. Die Annuität, also Zins plus Tilgung, für den Restkredit sollte ich mit sechs bis acht Prozent einkalkulieren. Der Immobilieninvestor sollte sich also recht sicher sein, dass er in der Lage ist, diesen Restkredit mit einer höheren Kreditrate bedienen zu können.

Was raten Sie grundsätzlich, wenn man aktuell an den Kauf oder den Bau einer Immobilie denkt?

Ich würde die Finger davon lassen. Das gilt insbesondere für Investitionen in gebrauchte Wohnungen oder Häuser, weil hier noch durch die energetischen Auflagen zusätzliche Kosten entstehen. Lediglich zur Eigennutzung kann man aktuell noch in Immobilien investieren.

KfW-Programm: Neubauförderung für ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäude

Seit dem 21. April können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau Anträge für die Neubauförderung „Effizienzhaus 40“ nur mit Nachweis eines Nachhaltigkeits-Siegels gestellt werden. Diese Förderung läuft bis zum 31.12.2022. Für Januar 2023 bereitet die Bundesregierung ein neues umfassendes Programm vor.

Die KfW-Neubauförderung soll noch stärker auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz ausgerichtet werden.

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Bis 31.12.2022: Förderung „EH40“ mit Nachhaltigkeitssiegel

Seit dem 21.04.2022 können wieder Anträge für die Neubau­förderung gestellt werden. Die Antrags­möglichkeit beschränkt sich auf die Effizienz­haus-Stufe 40 mit Nachhaltig­keits-Klasse/Effizienz­gebäude-Stufe 40 mit Nachhaltig­keits-Klasse. Voraussetzung hierfür ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Das QNG-Siegel ist bereits seit Mitte 2021 optionaler Teil der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG). Es ist nun verpflichtend für die Förderung. Damit wird ein klares Signal für die Neuausrichtung hin zu nachhaltigem Bauen gesetzt.

Die Förderung nach diesem Verfahren ist bis zum 31.12.2022 befristet.

Die Fördermittel für die am 20. April wieder gestartete Neubauförderung „Effizienzhaus/Effizienzgebäude 40“ (EH40) waren innerhalb kürzester Zeit ausgeschöpft. Die Förderung war auf eine Millarde Euro begrenzt. Weitere Anträge dafür können daher nicht mehr gestellt werden, teilte die KfW mit.

Zum Januar 2023 bereitet das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium ein neues umfassendes Programm „Klimafreundliches Bauen“ vor. Das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen soll weiterentwickelt und die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus von Gebäuden noch stärker in den Fokus gestellt werden.

Lösung für Altanträge und Gebäudesanierung

Zum 24. Januar 2022 musste die Bewilligung von Anträgen nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zunächst vorläufig gestoppt werden. Die enorme Antragsflut im Monat Januar insbesondere für Anträge für die EH55-Neubauförderung hatte die bereitgestellten Mittel deutlich überstiegen. Die Bundesregierung stellte sicher, dass alle förderfähigen Altanträge, die bis zum vorläufigen Antragsstopp am 24. Januar eingegangen waren, genehmigt werden können.

Anträge für die Sanierung von Gebäuden nach BEG können bereits seit dem 22. Februar wieder gestellt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Corona-Hilfsangebote kamen nicht bei allen an

Eine Studie betrachtet die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf private Haushalte von Erwerbstätigen und zeigt, von wem Corona-Hilfsangebote genutzt wurden oder aber, warum nicht.

Knapp ein Viertel der Haushalte (24,3 Prozent) in Deutschland gab bei einer Befragung im Rahmen einer Studie an, während der Corona-Krise Verluste beim Nettohaushaltseinkommen verzeichnet zu haben.

Bei zusätzlicher Einbeziehung von Vermögensverlusten steigt der prozentuale Anteil aller betroffenen Haushalte sogar auf knapp 43 Prozent. Davon haben rund 16 Prozent verschiedene von Bund oder Ländern initiierte Corona-Hilfsangebote genutzt. Insgesamt hat knapp jeder zehnte Privathaushalt (9,2 Prozent) in Deutschland mindestens eines der Corona-Hilfsangebote in Anspruch genommen. Besonders häufig traf das auf das Bonus-Kindergeld in Höhe von 300 Euro und Kurzarbeitergeld zu. Selbstständige hingegen griffen bevorzugt auf Corona-Soforthilfen zurück. Aber rund jeder sechste Haushalt (19 Prozent), der eigentlich persönlichen Unterstützungsbedarf sah, nutzte keines der verfügbaren Corona-Hilfsangebote. Die Studie war im Rahmen eines akademischen Gemeinschaftsprojekts auf den Höhepunkt der zweiten Pandemie-Welle zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 fokussiert.

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Einkommensverluste in manchen Personengruppen häufiger

Zahlreiche Corona-Hilfsangebote waren speziell an Selbstständige und Kleinunternehmer adressiert. Offensichtlich zu Recht, wie die inzwischen ermittelten Zahlen verdeutlichen. Von diesen beiden Gruppen war fast jeder Zweite (44 Prozent) von Einkommenseinbußen betroffen. Zum Vergleich: unter den Angestellten waren es 22 Prozent. In der Gruppe der Mini-Jobber hatte ein gutes Drittel (34 Prozent) Einkommenseinschnitte zu verzeichnen. Auch für Alleinerziehende mit rund 30 Prozent und die jüngere Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren mit rund 26 Prozent ging die Corona-Pandemie mit überdurchschnittlichen Verlusten einher. Weitere Differenzierungen ermittelte die Studie unter anderem nach Geschlecht, Bildungsabschluss, Wohnort, Einkommens- und Vermögenssituation, Staatsangehörigkeit oder Wohneigentümer beziehungsweise Mieter.

Warum kam die Unterstützung nicht bei allen an?

Die möglichen Corona-Hilfsangebote erreichten vor allem jüngere Menschen und Selbstständige. Im Gegensatz gaben Alleinerziehende, geringfügig Beschäftigte beziehungsweise nicht oder nur gelegentlich Erwerbstätige im Schnitt häufiger an, dass sie keine Corona-Hilfsangebote in Anspruch genommen haben. Das gilt selbst dann, wenn Bedarf bestand. Dafür nennen die Betroffenen verschiedene Gründe. Etwa 17 Prozent glaubten, für die jeweiligen Corona-Hilfsangebote nicht anspruchsberechtigt zu sein. Knapp vier Prozent durchschauten das Beantragungsprocedere der Hilfen nicht. Drei Prozent der Personen erschienen die bürokratischen Hürden beziehungsweise der dafür nötige individuelle Aufwand zu hoch. Ebenfalls jeweils weiteren drei Prozent war es entweder persönlich unangenehm, Unterstützung zu beantragen, oder sie verweigern sich staatlichen Hilfsprogrammen generell. Aufgrund der Befragungsergebnisse empfehlen die Studienautoren in ihrem Fazit, „dass es für die betroffenen, nicht erreichten Gruppen besonders niedrigschwellige Angebote an sozialpolitischer Unterstützung geben müsste.“

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