Die Diskussion um den Provisionsdeckel

Düsterer Jahresausblick für die deutsche Versicherungsbranche

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BdV-Chef Kleinlein rechnet nicht mehr mit Provisionsdeckel

 

Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten (BdV), hat einen düsteren Jahresausblick für die deutsche Versicherungsbranche entworfen, der für das Folgejahr sogar noch schwärzer gerät: 2021 werde das Jahr der Lebensversicherungspleiten, wie Kleinlein prophezeit. Zugleich sieht er seine Hoffnung auf einen Provisionsdeckel schwinden.

 

„In 2020 gehen noch mehr Pensionskassen in die Knie, viele Lebensversicherer werden Bestände schließen, in den Run-Off gehen oder insgesamt ihre Kundinnen und Kunden mit den Verträgen verkaufen“, glaubt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten (BdV).

 

In einer versicherungsspezifischen „Neujahrsansprache“, über die das „Manager Magazin“ in Auszügen berichtet hat, stellt der Verbraucherschützer die These auf, dass die Versicherungsbranche auch im neuen Jahr unfähig sein werde, „Fehler einzugestehen, aus Fehlern zu lernen und umzudenken“. Es werde der Branche nicht gelingen, „ernste Schieflagen abzuwenden“, so dass 2021 „dann das Jahr der Lebensversicherungspleiten werden wird“, wie Kleinlein prophezeit.

 

„Niemand soll bitte 2021 sagen, er oder sie hätte es nicht gewusst und keine Chance gehabt vorbereitet zu sein“, orakelt der BdV-Chef. Die Branche habe es versäumt, das Jahr 2019 dazu zu nutzen, „Maßnahmen zu ergreifen und die Kundinnen und Kunden auf bevorstehende Kürzungen von Garantien und auf Insolvenzen der Unternehmen vorzubereiten“.

 

Nur mit größter Anstrengung sei es Kleinlein zufolge seit 2011 gelungen, „mit immer neuen Gesetzen und Verordnungen“ den Versicherungsunternehmen bei ihren früheren Kalkulationsfehlern zu helfen, meint der Verbraucherschützer im Hinblick auf die Niedrigzinsphase. „Alleine die Änderungen der Zinszusatzreserve vor einem guten Jahr, hat etwa sechs Lebensversicherungsunternehmen vor der Insolvenz bewahrt“, so Kleinlein.

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Er kritisiert weiter, dass Milliarden Euro, die eigentlich als Überschüsse den Versicherten „eine gute Altersvorsorge bringen sollten“, nun in speziellen Reservetöpfen lagerten, um Eigenkapital und Eigenmittel zu ersetzen.

 

Kaum noch Hoffnung auf Provisionsdeckel 

Und auch auf das Gezerre um die Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung kam Kleinlein in seiner Neujahrsansprache zu sprechen – und räumte dabei ein, dass die jüngste politische Entwicklung nicht in seinem Sinne verlaufen ist: „Versicherungswirtschaft und die Politiker der Groko werden den Provisionsdeckel vermutlich verhindern.“

Doch dieser nüchternen Erkenntnis folgte sogleich eine gewohnt schneidig formulierte Ergänzung: „Auch wenn sich der Zusammenbruch einiger Bereiche der Lebensversicherungsbranche abzeichnet, sollen anscheinend noch bis zum letzten Moment die hohen Provisionen an die Vermittler, vor allem Strukturvertriebe, ausgezahlt werden.“

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