Krebszusatzversicherung – wirklich sinnvoll oder teures Spiel mit der Angst

Wie wichtig eine Krebsversicherung sei, wollte die WDR-Sendung „Servicezeit“ in Erfahrung bringen

Krebszusatzversicherung – wirklich sinnvoll oder teures Spiel mit der Angst

Eine Krebsversicherung ist ein relativ neue Möglichkeit, sich und seine Familie gegen die schlimme Diagnose Krebs finanziell abzusichern. Allerdings stellt sich die Frage ist die Absicherung sinnvoll oder nicht?

Braucht man eine Krebsversicherung? Dieser Frage ist das WDR-Magazin „Servicezeit“ nachgegangen. Pfefferminzia hat die wichtigsten Aussagen des TV-Beitrags zusammengefasst. Hier geht es zum Beitrag und zum Video.

„Vor der Diagnose Krebs haben wir Angst“, beginnt der kurze Begleittext zur WDR-Sendung „Servicezeit“, die sich in der Montagsausgabe unter anderem der Frage „Krebszusatzversicherung – sinnvoll oder unnötig?“ widmet.

„Und bei einer halben Million Neuerkrankungen im Jahr, haben sich einige Versicherungsunternehmen gedacht: Wir bieten eine Versicherung an, die zusätzliche Leistungen im Falle einer Krebserkrankung bezahlt“, geht der Begleittext weiter. „Doch braucht man so eine Versicherung wirklich?“, geben die WDR-Reporter zu bedenken.

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Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat hierzu eine klare Meinung: Den Schutz, den man als Krebspatient in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung habe, sei schon sehr gut und auf sehr hohem Niveau, berichtet er der WDR-Reporterin. Er wirft der Versicherungsbranche vor: „Die Krebsversicherungen spielen ein bisschen mit der Angst der Leute und suggerieren, dass man bessere Heilungschancen hätte mit einer Krebsversicherung.“ Dem sei aber nicht so, sagt Opfermann. „Die Behandlung, die Medikamente et cetera, die sind gleich“, betont der Verbraucherschützer.

Seit Jahren häuften sich die Anbieter von Krebsversicherungen, konstatiert der WDR. Die Beiträge liegen laut Bericht zwischen 10 und 40 Euro im Monat, je nach Leistungskatalog. Unter den Anbietern seien unter anderem Axa, Hanse Merkur, Interrisk, Advigon, Münchener Verein und die Würzburger vertreten, zählt der Beitrag auf – und dann geht die WDR-Reporterin dem Einwand der Verbraucherzentrale NRW nach:

„Bei unserer Recherche stellen wir fest: Hanse Merkur und Advigon werben unter anderem mit einer Auszahlung von 10.000 Euro, schnelleren Terminen und besseren Behandlungsmöglichkeiten beim Eintreten einer Krebsdiagnose. Das suggeriert, es müsste eine Lücke in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung geben.“

Auf die Nachfrage der Reporterin, was genau mit dem schnelleren Zugang zu einer ärztlichen Behandlung gemeint sei, wird die Hanse Merkur, die auch Mutterkonzern der Advigon ist, wie folgt zitiert:

„Es geht vielmehr darum, dem Kunden in der Not schnelle Unterstützung zukommen zu lassen. Sei es durch die Leistungszusage von nicht standardmäßig von der GKV oder PKV geleisteten Therapien…“

Nach dem das Zitat ausgeblendet wurde, kommt eine Ärztin zu Wort, die bis zu 800 Krebspatienten im Jahr behandelt. „Schnellere Termine oder bessere Behandlungsmöglichkeiten durch eine Zusatzversicherung sind ihr nicht bekannt“, heißt es hierzu. „Alle Ärzte, die mit Krebspatienten zu tun haben, sehen ja schon, dass es eine lebensbedrohliche Erkrankung ist“, sagt die Ärztin. „Und sowohl was Termine anbelangt oder auch die Schnelligkeit, Therapien einzuleiten sind davon abhängig, wie krank der Patient ist und welche Möglichkeiten wir haben.“

Sie wüsste nicht, ob es eine Möglichkeit gebe, etwas zu verbessern mit einer Krebszusatzversicherung, fährt die Ärztin fort, weil alle Leistungen zur Zeit von den Versicherern abgedeckt seien.

WDR: Besser auf Berufsunfähigkeitsversicherung setzen

Anschließend hebt die Reporterin hervor, dass sich Axa-Kundin Anja B. mit Hilfe ihrer Krebszusatzversicherung einen einmaligen Betrag in Höhe von 25.000 Euro im Falle einer Krebsdiagnose auszahlen lassen könnte. Dieser Betrag könnte helfen, einen Gehaltsausfall zu überbrücken, wie es heißt. Eine Dauerlösung sei das aber nicht.

Sodann kommt erneut Verbraucherschützer Opfermann zu Wort. Er gibt zu bedenken, dass alle anderen ernsten Krankheitsbilder, wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder psychische Erkrankungen nicht versichert seien und es außerdem aufs „Kleingedruckte“ ankomme, wenn es darum geht, ab welchem Stadium die Krebsversicherung eintrittspflichtig sei.

Das kurze Fazit des Beitrags: „Wer sicher gehen möchte, dass ein Verdienstausfall wegen Krankheit abgesichert ist, schließt am besten eine Versicherung ab, die nicht nur im Ernstfall einer Krebsdiagnose greift – zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsversicherung.“

 

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