Das Geschäftsjahr 2020 war ohne Zweifel ein besonderes, auch für die Ammerländer Versicherung. Trotzdem beschließt der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit es erfolgreich. Nach der Feststellung durch den Aufsichtsrat veröffentlichte der Vorstand die Geschäftszahlen.

Gewinn nach Steuern gestiegen

Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen sind um 17,1 % auf rund 64,45 Mio. Euro gestiegen (2019: 55,03 Mio. Euro). Der Gewinn nach Steuern fiel mit 4,78 Mio. Euro um rund 875.066 Euro höher aus als im Vorjahr. Dieser wird vorbehaltlich  der Zustimmung der Mitgliedervertreterversammlung der Verlustrücklage zugeführt.  Das Eigenkapital stieg somit auf 24,29 Mio. Euro und entspricht 49,84 % der  verdienten Nettobeiträge. Bei soliden Risikostrukturen entwickelte sich die  Ammerländer Versicherung im Branchenvergleich damit überdurchschnittlich gut. Zum
Vergleich: In der Schaden- und Unfallversicherung lag das Plus der  Beitragseinnahmen bei 2,1 %, berichtet der Branchenverband GDV.

Axel Eilers, Vorstandsvorsitzender der Ammerländer Versicherung: „Damit verfügen  wir auch weiterhin über die Basis, um aus eigener Kraft zu wachsen und ein  konzernunabhängiger Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit zu bleiben. Wir sind  dankbar, dass wir erneut ein so positives Ergebnis erwirtschaftet haben. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ist das keine Selbstverständlichkeit. “

Auch die Mitgliederzahl stieg um 16,71 % auf 734.869. Anders als andere  Unternehmen kam die Ammerländer Versicherung glücklicherweise ohne Kurzarbeit aus, da ihre Unterstützung als Versicherer verstärkt gefragt war.

Entwicklung der Sparten

„Angesichts der äußeren Umstände haben sich die Menschen auf das besonnen, was ihnen Halt gibt. Dazu gehört das Zuhause oder auch die Auszeit mit dem Rad“, sagte Gerold Saathoff, Vorstand Vertrieb. „Aufgrund dessen waren insbesondere Hausratund Fahrradprodukte gefragt.“ Die Hausratsparte ist nach wie vor die stärkste der Ammerländer Versicherung. Die dort verdienten Beiträge stiegen um 10,81 %. Somit macht die Hausratversicherung 66,54 % des Beitragsvolumens aus (Vorjahr 70,01 %).Die nach verdienten Bruttobeiträgen zweitstärkste Sparte ist die FahrradVollkaskoversicherung, gefolgt von der Unfallversicherung. Die FahrradVollkaskoversicherung macht einen Anteil von 15,04 % am Gesamtaufkommen der verdienten Bruttobeiträge aus (Vorjahr 10,26 %). Trotz der gestiegenen Schadenquote erzielte diese Sparte mit rund 1,65 Mio. Euro ein positives versicherungstechnisches Ergebnis.

Schadenverlauf

Die Zahl der Schadenfälle ist um 7.293 auf 36.253 gestiegen. Der Zuwachs fiel somit höher aus als im Vorjahr (2019: +3.518). Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle sind um 3,35 Mio. Euro (14,84 %) auf rund 25,9 Mio. Euro gestiegen. Die Brutto-Schadenquote ist leicht auf 42,04 % gesunken (2019: 42,68 %).

Ammerlaender Versicherung zieht positive Bilanz fuer 2020

Umgang mit der Corona-Pandemie

Das Fundament für die positive Entwicklung im Geschäftsjahr bildeten die Arbeit der vergangenen Jahre sowie die frühzeitigen Maßnahmen zum Umgang mit der CoronaPandemie. Axel Eilers: „Dieses Jahrhundertereignis hat uns als Arbeitgeber und Versicherer vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Wir haben uns bemüht, die Lage frühzeitig und umsichtig zu gestalten.“ Im Mittelpunkt standen die Sicherheit des Teams sowie die gleichbleibende Erreichbarkeit für Versicherte, Vertriebspartnerinnen und -partner. Es wurden entsprechende Vorsichtsmaßnahmen
getroffen, dies teils schon vor der Einführung der gesetzlichen Bestimmungen. Zusätzlich ging ein Teil des Teams ab dem ersten Lockdown zum mobilen Arbeiten über.

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Team: Mobiles Arbeiten im Fokus

Das Team der Ammerländer Versicherung vergrößerte sich auf 147 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sechs Auszubildende (2019: 132/ fünf). „Unser Team hat uns unter besonderen Bedingungen mit Einsatz, Umsicht und Geduld durch das Jahr getragen. Dafür sprechen wir ihnen unseren herzlichen Dank aus“, sagte Axel Eilers stellvertretend für die Unternehmensführung. Im Geschäftsjahr 2020 hätten mobiles Arbeiten beziehungsweise das Homeoffice im Fokus gestanden. „Wir haben dies alsChance genutzt, indem wir Arbeitsprozesse und -strukturen neu organisiert und die erforderliche technische Infrastruktur ausgebaut haben.“

Ein wachsendes Team braucht Platz. Daher wurde mit der Erweiterung des Firmengebäudes in Westerstede begonnen. Das Investitionsvolumen für diesen Bauabschnitt liegt bei rund 3,5 Mio. Euro. Es entstehen Büro- und Besprechungssowie Aufenthaltsräume für bis zu 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Neubau 2020 IMG 2901

Ausblick

Grundsätzlich gehen Vorstand und Aufsichtsrat davon aus, dass sich die Ammerländer Versicherung auch 2021 solide entwickeln wird. Axel Eilers: „Angesichts der aktuellen Lage lässt sich die Entwicklung schwer einschätzen, vor allem für daserste Halbjahr. Gleichzeitig haben wir in 2020 aber auch an Erfahrung und Flexibilität gewonnen. Beides werden wir nutzen, um das neue Geschäftsjahr umsichtig zu gestalten.“ Im Sommer solle zudem der neue Flügel des Firmengebäudes fertiggestellt sein.

Auf Produktebene soll die Fahrrad-Vollkaskoversicherung angelehnt an die Innovationen der Radbranche weiterentwickelt werden. „Gleichzeitig werden wir neue Maßstäbe im Bereich Camping beziehungsweise bei der Absicherung des Fahrzeuginhalts setzen“, kündigte Gerold Saathoff an. Ein erster Schritt sei die Umgestaltung der privaten Autoinhaltsversicherung zur„WoMobil“-Versicherung.