Altersvorsorge: Jeder Vierte kann Rentenlücke nicht schließen

Mehr als einem Viertel der deutschen Haushalte ist es nicht möglich, für die Altersvorsorge so viel zu sparen, dass sich damit die eigene Rentenlücke schließt. Das betrifft rund elf Millionen Haushalte in Deutschland.

Diese Zahlen erschrecken: Elf Millionen Haushalte können die Rentenlücke, die nach dem Erwerbsleben entsteht, nicht aus eigener Kraft ausgleichen. Bei knapp 42 Millionen Haushalten insgesamt macht das einen Anteil von rund 27 Prozent aus. Die aktuell hohe Inflation verschärft das Problem zusätzlich.

Das zeigt eine neue Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Demnach wäre es vier von zehn Haushalten mit Personen im Erwerbsalter sogar dann noch unmöglich, die Rentenlücke zu schließen, wenn sie ihr frei verfügbares Geld ausschließlich für die Altersvorsorge verwenden. Die Rentenlücke beschreibt die Differenz zwischen dem letzten Gehalt als Berufstätigen und der gesetzlichen Rentenzahlung. Nur wer es schafft, zusätzlich für den Ruhestand zu sparen, kann seinen vorherigen Lebensstandard halten. Das könnte zum Beispiel durch Investitionen in eine private Altersvorsorge, eine eigene Immobilie oder eine Betriebsrente über den Arbeitgeber geschehen. Bei den Zahlen der GDV-Studie wurden staatliche Zulagen wie bei einer Riesterförderung oder Arbeitgeberzuschüsse im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung allerdings nicht berücksichtigt. Diese erhöhen die jährlichen Sparsummen.

Geringverdiener trifft es besonders hart

Die hohe Inflationsrate von aktuell 7,6 Prozent frisst zudem gerade bei Geringverdienern oft die monatlichen Sparraten auf. Die Studienergebnisse zeigen, dass die Teuerung untere Einkommensgruppen besonders hart trifft. So steigen die Konsumausgaben für die Deutschen seit einem Jahr insgesamt um rund 5,7 Prozent. Im niedrigsten Einkommensviertel aller Haushalte wuchsen sie jedoch mit 7,8 Prozent wesentlich stärker.

Am Monatsende bleibt so kaum noch Geld für die Altersvorsorge übrig, schlussfolgern die Studienautoren. Auch das komplizierte Fördersystem und der damit verbundene hohe Verwaltungsaufwand bei staatlich geförderten Vorsorgeverträgen schreckt potenzielle Sparer ab. Gerade davon profitieren aber überwiegend Geringverdiener und Alleinerziehende, die somit doppelt Nachteil haben.

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